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Wie eine “Tierschutzkarriere” beginnen kann

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Zum Tierschutz bin ich eher per Zufall vor 10 Jahren gekommen, als ich eine Flugpatenschaft übernommen habe. Ich nahm über THV an einem Wochenend-Katzenseminar teil und, obwohl ich seit meinem 20. Lebensjahr mein Zuhause mit Katzen teile, merkte ich schnell, dass ich über diese wunderbaren Tiere damals nur einen Bruchteil wusste. So fing ich an, unsere Vermittlerinnen bei Vor- und Nachkontrollen zu unterstützen, bis ich dann als Katzenvermittlerin tätig wurde.

Was ich zu Beginn als „schönes Hobby“ ansah, wurde bald zu einer richtigen Aufgabe, denn kaum ein Außenstehender sieht wirklich, mit welchem Engagement wir Vermittlerinnen uns dieser Aufgabe widmen. Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Tierheimen Vallirana und Villena und bekommen von dort die Infos und Bilder der Katzen, die Familien suchen.

Glücklicherweise haben wir fleißige Helferlein an der Seite, ohne deren Hilfe der Zeitaufwand nur schwer zu stemmen wäre. Wenn die Vorbereitungen im Hintergrund abgeschlossen sind, schreibt die jeweilige Vermittlerin den Text zur Präsentation auf unserer HP und nicht selten treiben uns die einzelnen Katzenschicksale die Tränen in die Augen …..

Damit wir auch möglichst das passende Zuhause für unsere Schützlinge finden, ist eine gewissenhafte Vermittlungsarbeit sehr wichtig und so geht grundsätzlich eine gründliche Aufklärung jeder Katzenadoption voraus.

Wir telefonieren und mailen mit den Interessenten und sind bei jeder Vermittlung mit Herzblut dabei. Leider kommt es recht oft vor, dass die Interessenten durchaus anspruchsvoll sind, Fotos haben möchten, die möglichst vor einer Stunde aufgenommen worden sind, bei Rassemix-Katzen wollen die Leute oft wissen, welche Farbe denn die Unterwolle hat und es gibt tatsächlich gar nicht selten Leute, die sich nicht schämen, uns einen Preis vorzuschlagen, den sie bereit sind, für die ausgesuchte Katze zu bezahlen. Wir kämpfen mit Ungeduld, schlechter Laune und manchmal sogar mit richtig schlechtem Benehmen. Die Einschätzung, welche Anfrage wirklich ernst gemeint ist, ist teilweise im ersten Kontakt nicht möglich – wir freuen uns dann, dass vielleicht ein „Langzeitinsasse“ endlich ein liebevolles Platzerl in Aussicht hat und schon am nächsten Tag kommt dann eine Absage, da bereits ein anderes Tier (oft schneller und einfacher verfügbar) gefunden wurde. Häufig bekommen wir aber auch einfach gar keine Rückmeldung mehr. Ich glaube, jede Vermittlerin könnte ein Buch schreiben über die einzelnen Erlebnisse.

Doch die positiven Bewerbungen überwiegen natürlich zum Glück. Wir erhalten viele wirklich nette und gute Anfragen von Menschen, die einer heimatlosen Mieze helfen möchten und ihr somit zu einem Happy-End verhelfen.

Wir freuen uns alle riesig über jedes vermittelte Tier und sind untröstlich, wenn wir erfahren, dass eine Katze krank geworden oder gar verstorben ist. Wir sind traurig darüber, es nicht geschafft zu haben, für diese Katze rechtzeitig ein passendes Heim gefunden zu haben. Dies sind dann Momente, in denen wir schweren Herzens akzeptieren müssen, dass wir es, trotz allen Einsatzes, nie schaffen werden, alle unsere Vierbeiner zu retten. Trotzdem ist die Vermittlung einer Katze (oder eines Hundes) natürlich eine ganz wundervolle Aufgabe!

Im Vorfeld führen wir mehrere Gespräche mit den Interessenten, klären sie über mögliche Parasiten auf, schauen, ob die ausgesuchte Katze auch zu den Lebensbedingungen passt. Dann wird eine Vorkontrolle organisiert, um sich die Lebenssituation der Interessenten vor Ort anzuschauen. Ist der vorhandene Balkon auch wirklich ausreichend abgesichert, passt das ausgesuchte Tier wirklich zur Familie? Bei Freigängern ist wichtig, dass die Straßenlage in Ordnung ist. Es gibt verschiedene Dinge die bei einem Vorbesuch zu beachten sind, denn schließlich wünschen wir uns für alle Katzen ein wundervolles möglichst artgerechtes Zuhause. Sehr viele der Katzen haben ihr persönliches Trauma erlebt und somit spezielle Bedürfnisse, auf die wir achten und eingehen müssen.

Seit mehreren Jahren betreue und vermittle ich unsere Notfallkatzen, also FIV und Leukose positive Katzen (Immunschwächekrankheiten bei Katzen). Diese haben in Spanien (und auch in vielen anderen Ländern) keinerlei Lobby und fristen in den meisten Tierheimen ein trauriges Dasein. Oft bis zu ihrem Tod, ohne auch nur die geringste Chance, jemals ein Zuhause zu finden.

Wir konnten schon sehr vielen dieser Katzen ein schönes Leben ermöglichen und darüber freut sich auch das gesamte Team immer ganz besonders.

Wenn unsere Tiere in Deutschland ankommen und die Adoptanten dann ihr neues Familienmitglied zum ersten mal sehen, sind das für unser Team jedes Mal wieder unbeschreiblich emotionale Momente und der Lohn für die vorangegangene Zeit und Arbeit.

Natürlich stehen wir mit den Adoptanten noch lange in Kontakt und hierbei haben sich sogar schon wirklich nette Freundschaften ergeben. Wir freuen uns immer über aktuelle „Gschichterl“, Fotos oder Videos von unseren vermittelten Katzen und sind glücklich wenn wir sehen, wie gut sie sich entwickelt haben, ihre Ängste überwinden konnten, einfach „ihr Zuhause“ und „ihre Menschen“ gefunden haben und nach und nach all das Leid vergessen können, welches sie zuvor erdulden mussten.

Alexandra Haberegger

 

 

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