... Geschenke zu diesem Feiertag sind ja mittlerweile fast schon Pflicht, egal welcher Konfession man selber angehört, oder?

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Am 21.04.2019 ist wieder Ostern...

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Ostern naht … und da es sich ja eingebürgert hat den lieben Kleinen nicht nur Schokoladen und bemalte Eier, sondern auch größere Geschenke zu machen, glauben manche Eltern/Tanten/Onkel/Großeltern/Freunde der Familie, dass es doch auch ein prima Idee sei, den Kindern dazu ein echtes Häschen = Kaninchen zu schenken.

Dadurch könne das Kind ja dann Verantwortung lernen und hätte auch noch ein Schmusetier für innige Momente…

Tja, alle, die DAS noch glauben, muss ich nun desillusionieren:

1. Ein „Häschen“ alleine verschenkt man nicht, es müssen mindestens zwei sein, denn Kaninchen leiden ohne Artgenossen. Besser sind sogar drei Kaninchen, denn sollte wirklich eines einmal versterben, dann hat man immer noch die Mindestanzahl an Kaninchen. (…und bitte jetzt kein innerlicher Aufschrei von wegen: "mein Kaninchen ist aber Einzelgänger, weil es alle anderen Kaninchen hasst etc..." Wir Menschen verursachen durch falsche Kaninchenhaltung solche Einzelgänger und Verhaltensauffälligkeiten. Jedes Tier welches isoliert lebt verlernt mit den eigenen Artgenossen zu kommunizieren und wird eigenbrödlerisch. Hätte ein Babykaninchen von klein auf die Wahl würde es sich immer einen Artgenossen an der Seite wünschen und kein Einzelgängerleben. Die Tiere haben aber keine Wahl und so müssen wir Menschen verantwortlich handeln.)

2. Sollte nur noch ein Häschen, aufgrund von Todesfall, über sein muss, man ein weiteres hinzuadoptieren… und somit ist Kaninchenhaltung eigentlich eine „never ending story“

3. Kaninchen sind alles andere als Schmusetiere. Es mag vereinzelt Exemplare geben die richtig zutraulich werden, aber das Vertrauen zu erlangen ist eine sehr zeitintensive Aufgabe. Wenn es glückt um so besser, aber es gibt eben keine Garantie dafür und hängt auch von der eigenen Ausdauer und Konsequenz ab. Hat das das beschenkte Kind?

4. Kaninchen brauchen ausreichend Platz. Die in Zoofachgeschäften angebotenen Kaninchenkäfige sind fast ausnahmslos zu klein. Für zwei Kaninchen in der Wohnung sollte man mind. 4 qm veranschlagen. MINDESTENS! Jetzt wenn man überlegt, wie groß das Kinderzimmer ist … da kann es also für alle eng werden… In Außenhaltung sollte man mind. 6 qm anbieten. Und der Stall muss in Außenhaltung extrem gut gesichert sein gegen Fressfeinde wie Fuchs und Marder und er braucht eine intakte Isolierung für den Winter.

5. Kaninchen buddeln für ihr Leben gerne, es liegt ihnen im Blut, Kaninchen sind nämlich eigentlich Erdhöhlenbewohner. Dort ziehen sie ihre Babys groß und verstecken sich vor Fressfeinden. Also muss man ihnen dieses Buddeln in einer Wohnung auch ermöglichen, es ist essentiell. Da ist dann Erfindungsgabe gefragt… in Außenhaltung muss man bereit sein, die gebuddelten Löcher regelmäßig wieder zuzuschaufeln, bevor die Kaninchen darin auf Nimmerwiedersehen verschwinden. (Mein Mann hat schon überlegt, ob er sich bei einem Tiefbauunternehmen bewerben soll, weil er so geübt im Schaufeln ist 😉 )

6. Kaninchen müssen genau wie andere Haustiere regelmäßig medizinisch versorgt werden. Pärchen müssen kastriert werden, denn Nachwuchs zu produzieren ist ein absolutes no go und geht bei den frühreifen Tieren leider sehr schnell (ab dem 3. Lebensmonat!). Bei Zahnproblemen, die leider gar nicht so selten vorkommen, muss man eventuell alle paar Wochen den Tierarzt aufsuchen, das kostet dann viel Zeit und auch Geld über die Jahre gesehen.

7. Einem Kind kann und darf man niemals alleine die Verantwortung überlassen. Die „Ich habe heute keine Lust auf Kaninchen Tage“ müssen die Erziehungsberechtigten überbrücken indem sie die Tiere versorgen. Kein Kaninchen darf auch nur einen Tag lang Hunger oder Durst leiden, nur weil die Kinder heute "keinen Bock" haben. Solche leichtsinnig vor der Anschaffung getroffenen, elterlichen Aussagen wie: „Du bist allein dafür verantwortlich, ich mache für Deine Kaninchen nichts ...“ sind also hinfällig von Anfang an.

Denn: Verantwortlich sind IMMER DIE ELTERN und die Kinder lernen am besten Verantwortung zu übernehmen am Vorbild der Eltern, die bei andauernder Lustlosigkeit der Kinder die Kaninchen entweder lebenslang versorgen müssen (so wie ich 😉) oder dann eben über die Abgabe an andere verantwortungsvollere Halter (bitte genau prüfen!) oder an ein Tierheim entscheiden müssen.

8. ...

9. ...

Die Aufzählung könnte noch ewig weitergehen von der Wahl des guten Futters bis zum Verbannen der fürchterlichen Nippeltränken, aber vielleicht haben Sie auch jetzt schon gemerkt, Kaninchenhaltung sollte gut überlegt sein. Und ausführliche Recherche vor einer Anschaffung auf verschiedenen Internetseiten oder auch das Lesen von neuen Fachbüchern zum Thema schadet auf keinen Fall.

Und für alle, die nun auf ein Meerschweinchen umschwenken wollen, da sie verstanden haben, dass Kaninchenhaltung anspruchsvoll ist:

1. ein Meerschweinchen alleine verschenkt man nicht, es müssen mindestens zwei, aber noch besser drei Tiere sein, am Besten ein kastriertes Böckchen und zwei Weibchen, denn Meerschweinchen bevorzugen richtige Gruppenhaltung...

2....

3...

Die Meerschweinchenliste verläuft ähnlich wie die Kaninchenauflistung. Meerschweinchenhaltung braucht Information und Wissen von Seiten der Besitzer.

Und es gilt außerdem: ein Kaninchen und ein Meerschweinchen gehen keine Partnerschaft ein, sondern nur eine vom Menschen erzwungene Zweckgemeinschaft, die in Ermangelung an richtigen Artgenossen einer Freundschaft gleicht, aber nur ein Abklatsch dessen ist, was wirklich möglich wäre, denn Kaninchen und Meerschweinchen sprechen unterschiedliche Sprachen, sowohl lauttechnisch als auch körperlich.

Nach reiflicher Überlegung:

Vielleicht ist ja ein schnuggeliger Stoffhase die bessere Wahl, dem macht es nicht aus, wenn er - mehr oder weniger - vergessen in einer Ecke sein Dasein fristet.

 

...sollten Sie aber doch zu der Entscheidung gekommen sein: wir möchten Kaninchen haben, wir haben uns bestmöglich informiert und können ein wirklich artgerechtes Zuhause bieten, dann bitte: nur über den Tierschutz bzw. Tierheime, denn solange auch nur ein einziges Kaninchen in einem Tierheim auf ein schönes Zuhause wartet, sollten Züchter und Zoogeschäfte nicht durch Käufe unterstützt werden.

Sabine Ibelherr

 

 

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