Main Content
Projekt “Leuchtende Katzenaugen”
Projekt “Leuchtende Katzenaugen”
Das Katzenelend -
und ihre Rettung aus der Perrera

Wie alles anfing...
Im Januar 2006 besuchte ich eine befreundete Tierschützerin in Barcelona. Ich nutzte die Zeit, so viel als möglich über die Arbeit vor Ort zu erfahren. Es war eine wichtige Zeit für mich, ich lernte die Welt der Tierschützerinnen dort kennen, kann heute vieles besser verstehen und landete andererseits eine Woche später wieder wie versteinert in München. Jetzt ist März 2006 und ich und meine Tierschutzarbeit haben sich verändert. Ich scheine etwas härter geworden zu sein, scheinbar... ich konfrontiere nun die Leute mehr mit den Bildern, die ich sah und die ich jetzt bekomme. Was ich früher nicht auf die Homepage getan hätte, um niemand unnötig zu belasten, soll jetzt drauf. Ich möchte, daß wir Menschen sehen und hören... um zu helfen. Nur so ist es möglich, gemeinsam etwas zu verändern.......
Ich habe was getan ....
Ich sah die Tiere in ihren
Zwingern und Käfigen
im Tierheim.
Den Abfall
der menschlichen Gesellschaft.
Ich sah in ihren Augen
Liebe und Hoffnung, Furcht und
Verzweiflung, Traurigkeit und
Betrug.
Und ich war böse.
"Gott", sagte ich, "das ist schrecklich!
Warum tust Du nicht was?"
Gott schwieg einen Augenblick
und erwiderte dann leise:
"Ich habe was getan,
ich habe Dich erschaffen."
VerfasserIn unbekannt
Einen Tag vor meiner Abreise aus Barcelona fahre ich mit einer Tierschützerin in eine der schlimmsten Tötungsstationen in der Nähe Barcelonas, einer sogenannten Perrera. Man läßt uns nur den ersten Teil des Geländes sehen! Bei dem Gedanken, was in dem Teil, den wir nicht sehen dürfen los sein mag, wird mir schlecht. Mir wird auch schnell klar, was da los sein mag, denn ich höre winselnde Tiere, ein Winseln, daß mir den Atem raubt.
Ich gehe zu den Zwingern im erlaubten Teil und gleich beim Ersten klettert eine weiße Katze an den Gittern hoch, schreit und angelt sich mit der Pfote meine Jacke, die sie nicht mehr loslassen will. Sie schreit und schreit, krallt sich in meinen Ärmel. Irgendwann geht sie still wieder einfach nach hinten in den Zwinger, die Hoffnung, raus zu kommen, scheint erloschen.
Ich habe einen Klos im Hals, aber weinen geht nicht...ich würde mich schämen. Denn ich kann wieder nach Hause, in ein warmes Bett. Die Katzen, die mich ansehen bleiben hier...weinen wäre ein Hohn ihnen gegenüber.....Ich mache mich sanft los und gehe schweren Herzens weiter, noch um Fassung bemüht.
Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit in so vielen Augen gesehen. Der Name Tötungsstation ist zurecht, es ist ein Ort des Todes....
Keine Hoffnung, nur Kälte, Krankheit, Schmerz und Angst....
Als die Katzen mich ansehen, macht sich tiefe Scham und Verzweiflung in mir breit... Was sind wir für Menschen...?????

Die Zwinger werden täglich mit Wasser ausgespritzt, während die Tiere drin sind. Die Zwinger sind Richtung Norden ausgerichtet, ein Dach darüber macht jeden Sonneneinfall unmöglich. Die Tiere sitzen in der Nässe und frieren sich langsam zu Tode....Viele schauen mich aus verschnupften Augen an, aus ihren Nasen kommt eitriger Schleim. Zwei Katzenkinder liegen in der Mitte eines Zwingers, schwer zu sagen ob hinter dem ganzen Schleim noch Augen sind und ob sie überhaupt noch wirklich am Leben sind. Ich versuche sie zu fotografieren, versuche im Focus scharf zu stellen, aber ich zittere so,... das wird nichts. Es ist unglaublich schwer diese Dinge zu fotografieren... mit der Linse drauf zu halten, zu warten bis das Bild wirklich scharf ist und zu knipsen. Ich kann es nicht, lasse den Fotoapparat wieder sinken. Ich denke an die Menschen, die viel im Tierschutz erreicht haben, weil sie das Unglaubliche filmten und veröffentlichten. Ich hatte schon immer Respekt vor ihnen, aber an diesem Tag beginne ich zu begreifen, was sie wirklich leisten.
Die Tierschützerin, die mich herbrachte, sieht meinen Blick. Ich bitte sie wortlos.... und sichere zu, daß wir alle anfallenden Kosten für Kastrationen, Impfungen, etc. übernehmen werden und verspreche, daß die Katzen dann, so bald sie geimpft sind, nach Deutschland fliegen dürfen.
Zwei Katzen dürfen mit: die Katze, die mich gleich an der Jacke packte, (eine gehörlose junge, weiße Kätzin) und ein Kater. Die Tierschützerin nimmt sie für uns in Pflege.
Während ich ein paar Fotos mache, kommt der Besitzer der Perrera, der Mann der mit dieser Tötungsstation sein Geld verdient! Er flippt völlig aus, weil ich Fotos gemacht habe. Ich muß mich sehr beherrschen....Neben ihm taucht plötzlich sein kleiner Sohn auf, fragt seinen Vater etwas, und der Vater streicht ihm automatisch zärtlich über den Kopf! Was ist das für eine verquere Welt???!!
Nachts ruft die Tierschützerin, die für uns die zwei Katzen aufgenommen hat, an und berichtet, daß der Kater kaum noch Lebensmut habe, und er sei so kalt, sie habe ihn zu sich in Bett geholt, aber seine Knochen würden gar nicht warm... er liegt nur da und friert, obwohl es längst warm um ihn geworden ist.... aber halt noch nicht IN ihm. Kann es das je wieder werden? Ich spreche ihm in Gedanken Mut zu und erzähle ihm von einem Leben in einer Familie, die ich für ihn finden werde....
Er heißt Kater Remi, ein wunderschöner schwarzer Kater....

Jetzt, im März 2006 kann ich immer noch nicht Positives berichten. Der schwarze Kater, der inzwischen Remi heißt, will nicht recht ins Leben zurück finden. Wir hoffen jeden Tag, wenn wir Nachrichten aus Spanien bekommen, daß Remi noch da ist und irgendwann sein Lebenswille wieder aufflackert, damit wir irgendwann gut machen können, was Remi angetan wurde. Lieber Remi, kämpfe, wir alle hier warten auf Dich!
Hier sehen Sie ein aktuelles Fotos von Kater Remi:

Und an diesem Tag, als ich vor den Zwingern in der Perrera stand, wurde in meinem Kopf ein neues Projekt geboren, ein Projekt, das ich noch nicht mit meinem Team abgesprochen habe.
Nachts schreibe ich eine Email an die Teammitglieder, in der ich um Fassung bemüht versuche sachlich und kurz zu informieren, aber mir fehlen noch die Worte, es kommen nur zusammenhanglose Sätze an, die niemandem noch recht Aufschluß geben. Kurze Zeit später kommen Antworten. Keiner weiß ganz genau, was los ist, aber alle wollen helfen, spüren, daß mehr Betroffenheit da ist, als ich sie in Worte fassen konnte. Wie soll man all das Gesehene in Worten ausdrücken? Und noch den Fotoapparat drauf halten? Es geht nicht...
Jetzt ist es fast März 2006 und mir gehen die vielen Katzen nicht aus dem Kopf. Babys, die auf dem nackten Beton lagen, chancenlos.... Und ich hatte eine warme Winterjacke an... Unangerührtes Futter und doch erschienen sie so hungrig. Was ist mit diesem Futter? Heute wundert mich, daß alle Katzen, die wir inzwischen aus der Tötungsstation holten, so immensen Hunger hatten. Es stand doch Futter da! Oder war was mit diesem angeblichen Futter???
Von den Zwingern ging eine wahnsinnige Kälte aus. Klar, sie alle stehen nach Norden und werden täglich mit eiskaltem Wasser ausgespritzt.
Noch in Barcelona beginne ich die Verhandlungen, wo wir die günstigsten Tierarztpreise bekommen. Aber mein Mut sinkt schnell, diese Kosten sind von den Schutzgebühren, die wir verlangen nicht zu decken. Was kann man tun? Darf man für diese Katzen um Spenden bitten? Werden nicht viele Leute sagen, das ginge nicht, Katzen aus dem Ausland holen und dann noch drauf zahlen?
Darf man das? Kann das sein?
Ich entscheide mich dafür, das KANN sein und DARF sein. Denn ich hab in die Augen dieser Katzen geschaut. Aber ich bin dadurch sicher nicht mehr objektiv (aber wer ist das schon im Tierschutz???), ich beschließe die Entscheidung meinem Team zu überlassen. Ihnen meine Infos zu geben und mich dann aus der Entscheidung rauszuhalten.
Ich bin wieder in Deutschland. Mit Anspannung gehe ich zur nächsten Sitzung und berichte so sachlich wie möglich. Lasse, wie hier, die grausamste Dinge weg. Als ich mit meinem Bericht beende, entsteht Stille...dann eine Diskussion, was wir alles tun können, um unser Projekt zu finanzieren.....Und ich versuche Tränen der Rührung hinter sachlichen Beiträgen zu verstecken....ich weiß, wir werden es schaffen.
Wir werden nicht alle retten können und immer nur eine solche Anzahl an Katzen, wie es unsere finanziellen Mittel erlauben. Aber ich hoffe, daß es immer mehr Katzen werden, die wieder warm werden dürfen, vertrauen dürfen, Sicherheit und Liebe erfahren. Jede Einzelne ist es wert!!!!!!!!!!!!!!!!
Sollten Sie Interesse daran haben, einer der Katzen aus der Tötungsstation ein Zuhause zu geben, melden Sie sich bitte bei mail@tierhilfe-verbindet.de oder unter 08121/908 596
Wenn du einmal ihr Vertrauen erworben hast, ist die Katze ein Freund fürs Leben.
Sie teilt mit dir Stunden der Arbeit, der Einsamkeit und der Melancholie
und verbringt ganze Abende auf deinem Schoß, glücklich, bei dir zu sein und dich der Gemeinschaft der Artgenossen vorziehend.
(Théophile Gautier)
Ich möchte Sie, liebe LeserInnen nicht im Dunkeln über die anfallenden Kosten lassen:
Sterilisierung Katze: 50 Euro
Kastrierung Kater: 25 Euro
Bluttest FIV und Leukose: 18 Euro
Microchip: 15 Euro
Internationaler Impfpass: 9 Euro
Impfungen und Entwurmung: 30 Euro
Flug je nach Boxengröße: zwischen 13 und 24 Euro
Boxenrücktransport: 7 Euro
Zusätzlich kommen alle Kosten, die hier noch anfallen.
Oft bekommen die Katzen Schnupfen durch die AirCondition während des Fluges und den zugigen Aufenthalten auf den Flughäfen. Sie alle werden nochmals gegen Würmer, etc. behandelt. Dann kommen die Kosten für Zeitungsanzeigen, Internetinserate, Futter, Streu, etc. hier vor Ort dazu.
Wir suchend dringend Patenschaften für unsere neues Projekt. Paten, die JA sagen zu unserem Ziel, den Katzen aus der Tötungsstationen Argentona und anderen Tötungslagern zu helfen und die dieses Projekt monatlich durch einen frei bestimmten Betrag unterstützen möchten.
Ich danke allen, die Interesse daran haben, mit uns diesen Katzen zu helfen von ganzem Herzen!
Tina Hamp
Werden Sie Pate für “Leuchtende Katzenaugen”!
Die Höhe des monatlichen Betrages den Sie per Patenschaft spenden möchten, bestimmen Sie selbst.
Klicken Sie hier um zu weiteren Informationen über Patenschaften zu gelangen.
Auch eine einmalige Spende hilft:
Bankverbindung :
TIERHILFE VERBINDET
Bankleitzahl: 702 501 50, Kreissparkasse München Starnberg
Kontonummer: 17 123 845
Verwendungszweck: “Leuchtende Katzenaugen”
Wenn Sie Ihre Adresse mit angeben, erhalten Sie auf Wunsch eine Spendenquittung (bis 100 Euro gilt der Kontoauszug als Spendenquittung!).
Bitte schicken Sie uns eine Email mit Ihren Daten, alle Paten erhalten regelmäßig Hintergrundinformationen und werden über Neuigkeiten informiert.
