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Unsauberkeit bei Katzen Markieren ist ein katzentypisches Kommunikationsmittel zur Reviermarkierung und zum Austausch von verschiedenen Informationen. Wenn die Katze in der Wohnung ihr Revier durch Markieren und nicht durch Kratzen oder Reiben des Kopfes markiert, ist dies meist



Behinderte Katzen



Meine Katze ist behindert und sie freut sich des Lebens. 


Vorwort

Möchten Sie einer behinderten Katze ein schönes, liebevolles Zuhause geben, sind sich aber unsicher, ob Sie damit überfordert wären? Fragen Sie sich, was benötigt eine behinderte Katze an Besonderheiten in ihrem neuen Heim? Ist meine Wohnung, mein Haus überhaupt für eine behinderte Katze geeignet? Was kann ich von einer behinderten Katze erwarten? Wie kommt meine Katze mit ihrer Behinderung zurecht? Solche und ähnliche Fragen möchten wir mit dieser Kurzinformation, so gut es geht, beantworten.
Eine behinderte Katze benötigt mehr Aufmerksamkeit von ihrem Menschen. Je nach Behinderungsart und Behinderungsgrad und auch je nachdem, wie alt die Samtpfote ist. Möchten Sie einer behinderten Katze ein liebevolles, verantwortungsbewusstes Zuhause geben, müssen Sie damit rechnen, dass das mehr Zeit- und Kostenaufwand bedeutet und dass sich Ihr eigenes Leben dadurch verändern kann. Sie müssen sich überlegen, ob Sie das wollen und sich das leisten können. Eventueller Kritik durch Mitmenschen sollten Sie gelassen gegenübertreten können. Es gibt leider Menschen, die kein Verständnis dafür haben, einer behinderten aber nicht minder lebensfrohen Katze ein tolles Leben zu ermöglichen.
Mit der Beachtung von ein paar unkomplizierten Regeln werden Sie sehr viel Freude an und mit Ihrer behinderten Katze haben. Sie wird es Ihnen in jedem Fall danken und sie werden bald vergessen, dass sie gehandicapt ist.

Meine Katze ist blind

Die Katze kann bedingt durch Krankheit (zum Beispiel durch eine starke Katzenschnupfeninfektion) oder Unfall erblinden, sie kann aber auch bereits blind geboren worden sein.  Ist die Katze nicht blind geboren, gewöhnt sie sich trotzdem sehr schnell an ihre Behinderung und unterscheidet sich in ihrem Verhalten nicht sehr von gesunden Katzen.
Eine blinde Katze wird in Wohnungshaltung vermittelt, Freigang ist für eine blinde Katze zu gefährlich. Um blinden Katzen ein beschütztes Zuhause zu geben, sollte die Wohnungsgestaltung nicht oft verändert werden, da sich die blinde Katze, wie der blinde Mensch, an den Möbeln orientiert. Man sollte also die Blindheit berücksichtigen, Herausforderungen in Form von Fummelbrettern, Abwechslung in der Gestaltung des Kratzbaums und Spielzeug, das den Geruchssinn anregt (durch z. B. Baldrian oder Katzenminze) und das Gehör schult (mit z. B. Bällen mit Glöckchen, Rascheltunnel) sind aber in jedem Fall wünschenswert. Auch in allen anderen Dingen benötigt eine blinde Katze genauso viele Kletter-, Spiel- und Schlafmöglichkeiten wie eine gesunde Katze. Perfekt ist ein Mehrkatzenhaushalt, da blinde Katzen genauso gerne mit ihren Artgenossen kommunizieren und spielen. Außerdem nimmt die blinde Katze gesunde Samtpfoten sehr gerne als Leitkatzen.
Die Futter- und Wasserstelle sollte immer am gleichen Ort aufgestellt werden, genauso wie die Katzentoilette, der Lieblingsschlafplatz und der Kratzbaum. Die Katze findet alles, wenn es nicht plötzlich und ständig woanders steht.
Fenster, Türen, der Balkon oder der Garten sollten sehr gut gesichert sein. Eine Erblindung hält die Katze nicht davon ab, neugierig durchs Leben zu gehen. 

Meine Katze ist taub

Taubheit kann ebenfalls durch Krankheit (zum Beispiel durch eine sehr starke, unbehandelte Mittelohrentzündung) oder durch Unfall verursacht werden. Oder die Katze kommt bereits taub zur Welt, oft ist das dann genetisch bedingt.
Taube Katzen benötigen mehr Aufmerksamkeit von ihrem Menschen, da die Katze durch ihre Taubheit isolierter lebt, als eine hörende Katze. Der Mensch muss in jedem Fall eine andere Kommunikationsmethode finden. Für taube Katzen sind Rituale besonders wichtig, da sie an Ihrer Stimmlage nicht erkennen kann, ob Sie gerade guter oder schlechter Stimmung sind, ob sie gerade schimpfen oder loben. Rituale können sein: bestimmte Spiel- und Schmusezeiten oder –orte, die Belohnung mit einem Leckerchen bei bestimmten Situationen und bestimmte Gestiken und Mimiken, die Ihre Katze eindeutig einer Stimmung oder Situation zuordnen kann. Suchen Sie Blickkontakt mit Ihrer Katze und „vereinbaren“ Sie mit ihr, dass z. B. Blinzeln eine Belohnung bedeutet. (Quelle: http://www.kummerkatze.de/tipps/besonderheiten-im-umgang-mit-tauben-katzen-583/)
Es kann sein, dass eine taube Katze lauter maunzt. Das liegt daran, dass sie sich nicht selber hören kann und sie die Vibration ihrer Stimme erst bei einer gewissen Lautstärke wahrnimmt. Das sollte berücksichtigt werden, wenn die Katze in ein Mietshaus mit mehreren Parteien ziehen soll.
Eine taube Katze wird ebenfalls hauptsächlich in Wohnungshaltung vermittelt. Freigang ist auch für die tauben Samtpfoten zu gefährlich. In allen anderen Dingen unterscheidet sich die taube Katze nicht von einer gesunden, da sie genauso gerne rumtollt, Vögeln oder Insekten hinterher jagt, kuschelt und schmust. Und nur weil die Katze taub ist, heißt das auch nicht, dass sie nicht gerne einen Kameraden an ihrer Seite hat.
Fenster, Türen, der Balkon oder der Garten sollten sehr gut gesichert sein, denn auch Taubheit ist kein Grund, um nur im Körbchen zu liegen.

Meine Katze hat nur drei oder weniger Pfoten

Egal ob es sich um ein fehlendes Vorder- oder Hinterpfötchen handelt oder ob sie an den Hinterbeinen gelähmt ist, grundsätzlich ist das für die Katze kein Grund, faul in der Ecke zu liegen.
Bei der Katzendame Mira ist von Geburt an die linke Vorderpfote verkümmert, bei dem Katzenmädel Bonita kam es durch die Nichtbehandlung eines Unfalls zu einer Sehnenverkürzung, daher ist das linke Vorderpfötchen eingeknickt. Sie benutzt es wie einen „Krückstock“. Beide Miezen tollen umher, als hätten sie vier vollständig ausgebildete Pfoten. Sie und ihre Kumpels stört die Behinderung überhaupt nicht. Sie können klettern, kämpfen, spielen und jagen. Uneingeschränkter Freigang ist im Einzelfall sogar möglich, wäre aber nichts für diese beiden und muss im Einzelfall entschieden werden. Gegen einen vernetzten Balkon oder einen gesicherten Garten ist dennoch absolut nichts einzuwenden, damit machen Sie auch diese Miezen sehr glücklich.
Zur Fellpflege der linken Kopfhälfte kommt Katzendame Mira immer zu ihrem Frauchen, um sich an deren Hand zu reiben oder mit der Bürste gekämmt zu werden. Das ist dann der Ersatz für ihre behinderte Pfote, mit der sie sich nicht hinter den Ohren putzen kann. Ihre Katze wird eine kleine Hilfestellung in der Körperpflege benötigen. Auch die Augen und die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert werden. Für eine professionelle Reinigung kontaktieren Sie Ihren Tierarzt, da diese Sinnesorgane sehr empfindlich sind und das Wattestäbchen im Ohr mehr kaputtmachen kann als gedacht. Die Krallenpflege kann eventuell auch nicht mehr zu 100 % selbst durchgeführt werden. Vor allem, wenn an der behinderten Pfote noch Krallen vorhanden sind, sollten diese regelmäßig gekürzt werden, damit die Katze damit nirgendwo hängenbleibt. Fenster, Türen, der Balkon oder der Garten sollten sehr gut gesichert sein. Auch eine  Behinderung dieser Art hält die Katze nicht davon ab, auf Erkundungsgang zu gehen.
Kommt eine dreibeinige Katze in die goldenen Seniorenjahre, kann es bedingt durch die schiefe Körperhaltung zu Problemen in den Gelenken oder in der Wirbelsäule kommen. Dem kann jedoch bereits in jungen Jahren vorgebeugt werden, in dem man auf gesunde Ernährung und entsprechendes Training achtet.
Übergewicht ist für eine Katze, die nur auf drei oder weniger Beinen durchs Leben geht, noch schlechter als für eine gesunde Katze. Je schwerer die Katze, desto mehr werden die Gelenke und die Wirbelsäule belastet. Außerdem sollte die Katze ausreichend mit Mineralien versorgt werden, die die Vitalität der Gelenke und einen guten Knochenbau und Muskelaufbau unterstützen.
Bedingt durch die schiefe Körperhaltung kann es zu Muskelverhärtungen im Wirbelsäulenbereich kommen. Die Muskeln versuchen die Instabilität der Wirbelsäule auszugleichen und können mit der Zeit verhärten. Dem kann mit leichtem aber stetigem Training entgegengewirkt werden. Eine Massage kann helfen und eine Magnettherapie.  Um hier nichts dem Zufall zu überlassen, sollten Sie sich hierbei Hilfe von einem ausgebildeten Tierphysiotherapeuten holen. Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland viele Physiotherapeuten, die sich den Fellnasen und ihren Problemen angenommen haben (Katzenphysiotherapeuten finden Sie so gut wie in jeder Stadt in Deutschland). Lassen Sie sich die Massagegriffe und Trainingsmethoden zeigen, so können Sie diese ohne großen Kostenaufwand selbst zu Hause mit Ihrem Vierbeiner durchführen.
Wenn Sie jetzt noch daran denken, Ihrer Katze Auf- und Abstiegsmöglichkeiten im Kletterparadies anzubringen und die Futterstelle eventuell etwas höher zu stellen, damit sie sich nicht ganz nach unten zu beugen braucht und den Schlafplatz ebenerdig zu platzieren, ist ihre dreibeinige Seniorin (oder der Senior) rundum zufrieden.
Wenn dem Liebling zwei Hinterpfoten fehlen, auch hier gibt es Rat. Davon abgesehen, dass er trotz dieser schweren Behinderung durchaus fröhlich durchs Leben robben kann, gibt es bereits mehrere orthopädische Möglichkeiten, Ihre Katze zu unterstützen. Es werden „Tierrollis“ angeboten und es gibt auch sogenannte „Pfotenschuhe“, eine Art Prothese für die fehlenden Beinchen. Näheres dazu finden Sie auch für Ihre Samtpfote hier:  http://hunderolli-tierorthopaedie.de/
In manchen Fällen kann die Katze mit gelähmten Hinterbeinen ihre Blase nicht mehr selbst entleeren, aber diese Aufgabe können Sie übernehmen, das ist erlernbar. Es kann auch zu Inkontinenz kommen, hierfür gibt es eine einfache Lösung: die Windel.

Meine Katze ist an Ataxie erkrankt

Ataxie ist eine Störung im motorischen System des Gehirns, im peripheren Nervensystem oder im Rückenmark und wirkt sich auf den Bewegungsapparat der Katze aus.  In der Umgangssprache werden diese Vierbeiner auch liebevoll „Wackelkatzen“ genannt.
Inwiefern die Haltung einer erkrankten Katze mehr Aufwand bedeutet, ist abhängig von der Art und dem Grad der Erkrankung. Die Katze kann lediglich ein bisschen unsicher auf den Beinen stehen, es gibt aber auch Fälle, da ist bereits der Toilettengang nicht alleine möglich.
Möchten Sie einer Katze mit Ataxie ein Zuhause geben, können wir für die Aufklärung zu dieser Krankheit folgende Internetseite empfehlen: http://www.ataxiekatzen.de
 

Katzen nehmen ihre Behinderung sehr viel natürlicher als jeder Mensch. Sie leben damit, ohne groß darüber nachzudenken. Auch behinderte Katzen verdienen ein glückliches Leben und werden ihren Menschen jede Menge Liebe zurückgeben.

TIERHILFE VERBINDET e. V.
 
© 2012 Cornelia Kranz TIERHILFE VERBINDET

 

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