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Chess

04. Juli 2010
Liebe Tina, liebes Team !
Es hat ja lange genug gedauert, bis ich mal Zeit und Ruhe fand mich hinzusetzen und euch zu schreiben.
Wusel/Fluse, früher auch Susanna, lebt nun bereits seit 20 Monaten bei uns und Chess nun seit fast 4 Monaten. Viele Freunde und Bekannten hatten mich gewarnt einen 2. Hund zu holen, da Fluse so einfach im Umgang ist, sie überall ohne Leine mit hin kommt und keine Macken hat, die schwer zu ertragen sind. Sie meinten alle, das man soviel Glück nur einmal hat. Zudem Chess herzkrank ist, die Bauchspeicheldrüse auch nicht in Ordnung ist, er kaum noch Zähne hat, und er bereits ca. 10 Jahre alt ist. Selbst Antje, der spanischen Pflegestelle, die ihn als „Psycho“ beschrieb, meinte er wäre sicherlich eine richtige Herausforderung. Als ich ihn das erste Mal sah, hoffte ich nur, das ich mich nicht wirklich total blauäugig auf ein neues Abenteuer eingelassen habe.

Obwohl in seiner Beschreibung ja drin stand, das er aufgrund seines Angstbeissens auf keinen Fall zu Kindern vermittelt werden sollte und ich ja eine 8 jährige Tochter habe, stellte sich ruckzuck heraus, das Chess mit Kindern keinerlei Probleme hat. Zwar hat er am 2. Tag mich, meinen Mann und auch Chiara einmal in die Hände geschnappt, aber als er feststellte, das niemand etwas von ihm will, beruhigte er sich wieder. Ab dem 5. Tag durfte er, wie auch Fluse vor ihm, ohne Leine mit uns spazieren gehen. Auch das ist überhaupt kein Problem für ihn. Inzwischen warten beide ohne Leine vor der Bäckerei, wo wir jeden Morgen ein Brötchen für beide kaufen. Er verträgt sich mit nahezu jedem Hund, und falls er doch mal angeknurrt wird geht er einfach weiter. Auch „Sitz“ kann er, „Platz“ bringe ich ihm nicht mehr bei, da er eh Probleme mit dem Rücken hat und ich gut darauf verzichten kann ihm Schmerzen oder Schwierigkeiten zu verursachen. Im Alltag reicht es mir wenn ich ihn Irgendwo sitzen lassen kann.

Fluse findet er eher nervend, da sie sich eifersüchtig immer zwischen uns drängeln will, geht aber immer neben ihr wenn wir draußen sind.
Er versuchte anfangs immer, die 3 Katzen vom Napf weg zu knurren um schneller ans Futter zu kommen, da er von Diätfutter überhaupt nichts hält und das Katzenfutter viel besser findet. Dafür versuchte er sich sogar durch die Katzenklappen zu quetschen, bis ich resignierte und aufgab. Er scheint es aber gut zu vertragen, Durchfall hat er jedenfalls nur 3 mal gehabt (zu viel Pizza vom Teller meiner Tochter geklaut) und meine Tierärztin grinste nur als ich ihr davon erzählte. Das einzige was ihn frustriert, ist die Tatsache das zwar Pebbles und Shiva ihm meist Platz machen aber er bei Ronja auf Widerstand trifft. Sie bleibt einfach sitzen und schnurrt ihn an. Sie reibt dann einfach ihren Kopf an ihm und frisst seelenruhig weiter. Das sie Hunde super findet und mit ihren 17 Jahren inzwischen stocktaub ist, weiß Chess ja leider nicht. Er verzieht sich dann lieber in seinen Korb und wartet auf seine Chance.
Er nimmt die Herzmedikamente ohne Schwierigkeiten ein und bekommt immer mehr Ausdauer und spielt, wenn man ihn lässt, ohne Unterbrechung mit Spielzeug, Steinen, Bällen und Stöcken. Er fährt mit mir zur Arbeit und lässt sich auch dort inzwischen gerne mit Wurst und Käse verwöhnen. Auch mit Streicheln hat er keine großen Probleme mehr, wenn es zu viel für ihn wird geht er einfach und legt sich hin zum schlafen.

Autofahren, alleine bleiben etc. alles kein Problem für ihn. Und was sehr schön ist, das er kurz bellt wenn es an der Tür klingelt, da wir das nicht immer hören. Schnappen tut er eigentlich gar nicht mehr. Auf dem Sofa hat er es anfangs mal probiert, aber als er im hohen Bogen runter geschubst wurde, hat er beschlossen, das sich das nicht lohnt. Selbst baden lässt er sich inzwischen ohne Schwierigkeiten, einzig kämmen jagt ihm eine Heidenangst ein. Das aber lasse ich ihm durchgehen, wenn er zu schmutzig ist kommt er in die Wanne, wo man dann das Fell einfach kürzer schneiden kann, was zwar auch ängstlich beobachtet wird, aber akzeptiert wird. Alles in Allem kann ich guten Gewissens sagen, das Chess sich inzwischen voll in unserer Tierfamilie eingefunden hat. Auch die Kaninchenbande braucht keine Angst vor ihm zu haben, er legt sich einfach neben ihren Auslauf und schläft in der Sonne.

Ich würde ihn jederzeit wieder nehmen und glaube wirklich, das er bei uns glücklich ist. Ein älterer Hund der solange auf der Straße überlebt hat, muss wohl eine gewisse Lebensweisheit besitzen und er scheint genau zu wissen, das es nun seine Bestimmung ist, bei uns zu bleiben, mit uns zu kuscheln (findet er inzwischen suuuuuper), und ganz viele Leckerchen für sich zu finden. Stress hat er wohl lange genug gehabt.
Deshalb der Appell an alle ----Jeder der sich z.Z. mit dem Gedanken trägt sich einen Hund zu zulegen---Tut es einfach, ihr werdet es sicherlich nicht bereuen. Vor allen die älteren Tiere, kranke und Tiere mit Behinderungen werden es euch vielfach danken und euch im Gegenzug ohne Wenn und Aber lieben. Und falls genug Zeit, Geld und Platz vorhanden ist, nehmt doch gleich einen zweiten.

Und an alle die meinten, das ich das Glück zu sehr reizen würde- Ätschi-Bätschi!!!!!!!!
Die Gewinner sind die Hunde und wir!!!!
Danke liebe Tina für alles was du und dein Team für die Tiere tut, wenn es mehr von eurer Sorte geben würde, wäre die Welt ein besserer Ort!!!! (Und das nicht nur für die Tiere)
Liebe Grüsse von Patricia, Chiara und Jörg C. aus Krefeld
mit Chess ,Fluse ,Ronja, Pebbles, Shiva, Hermine, Strolch, Lilli, Happy, Sunny und Hazel.


