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CelinaCapitano
23. Februar 2011
hallo tina!
wie gesagt, eigentlich wollte ich ja schon weihnachten eine lange mail schreiben, aber bin überhaupt zu nichts gekommen. und dann gingen auch noch sämtliche pc kaputt – nun bin ich wieder funktionsfähig.
das wichtigste ist aber, daß es unseren lackfellchen einfach gut geht. sie sind sehr anhänglich und wollen fast ständig kontakt. wenn ich morgens aus dem haus gehe, verabschiede ich mich immer von den beiden. wenn dulcinea sieht, daß ich einen mantel anhabe, fängt sie sofort zu maunzen an. dann wirft sie sich auf den boden und kugelt herum und demonstriert, daß sie eine ganz niedliche kleine katze ist. man hat wirklich das gefühl, daß sie alles versucht, mich vom gehen abzuhalten. sancho fängt mittlerweile auch das maunzen an, wenn ich gehen möchte.
abends wollen sie immer bei uns schlafen. zumeist auf den beinen oder an den beinen. nachts ist dulcinea immer ganz besonders schmusig, so daß sie nachts immer das schnurren anfängt, wenn man sie streichelt. überhaupt schnurrt sie eigentlich ständig, auch wenn es futter gibt oder wenn wir sie knuddeln. sie ist – im gegensatz zu sancho – gar nicht kitzlig. man darf sie daher sogar am bauch streicheln. sie schmeißt sich gerne auf den boden oder auf ein kratzbaumbrettchen oder irgendwohin, wo man sie gut streicheln kann. sie kugelt dann viel herum und möchte auch den bauch gestreichelt haben.
wenn wir auf dem sofa sitzen, kommt sie eigentlich sofort und möchte unter die beine kriechen. dort schläft sie dann wie ein sack und man könnte eine bombe werfen. sie hat ein wahnsinniges vertrauen, man darf sie auch dann streicheln.
heute habe ich sie mindestens 30 min „gequält“, weil sie ein dreckiges pöchen hat – schon seit tagen. anscheinend hängt da ein mini scheißtrümmerl mit haaren am po. natürlich findet sie das nicht super, wenn man ihr am po herumwischelt. ich bin daher die ganze zeit mit einem nassen lappen hinter ihr her gerannt – habe spielzeug hingelegt, damit sie an ort und stelle bleibt. mich wundert es eigentlich, daß sie mir keine gewischt hat. aber sie fand es wohl eher irritierend und womöglich auch immer wieder naßkalt. leider habe ich das scheißtrümmerl nicht entfernen können, also werden wir den spaß morgen wiederholen. aber es ist doch wirklich erstaunlich, daß sie mir das überhaupt erlaubt hat.
um unsere katzen zu unterhalten, haben wir nun eine mäusezucht, die uns besuchen kommt – vor dem küchenfenster zum vogelfutter. wir haben da eine art tablett, auf dem das vogelfutter liegt. dieses ist vom fensterglas vielleicht 10 cm entfernt. und auf diesem tablett hocken teilweise bis zu drei mäuse und futtern völlig gelassen. Vor den mäusen sitzen dann unsere katzen und drücken sich die nasen platt. ein bild für götter.
wir haben dann mit dulcinea hochheben geübt; sie hat eine pinkfarbene tupperschale, in der sie bällchen spielt. wir dürfen sie auch in dieser schale herum tragen. als das mäuschen da war, habe ich dann die schale geholt und sie hat dann tatsächlich verstanden, daß sie da reinsteigen soll. dann haben wir sie hoch gehoben. nun ist dem fenster gegenüber die tierklinik, die uns dabei beobachten, wie wir eine pinkfarbene tupperschale über unsere schulter stemmen, in der eine schwarze katze hockt. dulcinea ist so auf die maus konzentriert, weswegen diese aktion überhaupt möglich ist. an weihnachten hat manfred dann todesmutig sie zum ersten mal ohne schale hochgehoben. seitdem erlaubt sie das, wenn die maus da ist. sonst hat sie kein verständnis, weswegen wir dies auch nicht versucht haben.
bei dulcinea glaube ich, daß sie denkt, daß ich ihre mama bin. sie stübert sehr gerne den busen, so wie es rehkitze oder kälber machen. daher ist für sie auch alles selbstverständlich. morgens hopst sie auf meinem bauch herum und schreit mir ins ohr. anfangs habe ich es noch mit pädagogik versucht, aber gerade morgens bin ich dazu nicht in der lage. sie macht das auch nur mit mir, weil offensichtlich ich fürs futter zuständig bin. sie hat daher auch gar keine angst mehr. sie kennt halt noch nicht vieles – sie weiß nicht, daß man sich auch auf den schoß setzen kann oder daß man auch hoch gehoben werden kann. wir üben auch immer wieder „festhalten“, wenn sie zum schmeicheln kommt. überhaupt schmeicheln beide unheimlich viel, eigentlich immer, wenn man sich begegnet.
bei sancho ist es anders. für ihn ist nichts selbstverständlich. deswegen hat er immer wieder freude-anfälle. er hüpft dann quiekend durch die wohnung und möchte unbedingt schmeicheln. sancho hat immer noch handangst, ist aber schon besser geworden. man darf selten von vorne mit der hand kommen, da bekommt er wieder angst. er liebt es aber, köpfchen zu geben. wenn wir uns daher bücken und mit dem kopf runter gehen, kommt er sofort und fängt das hüpfen und köpfchengeben an. er reibt sich dann am unserem kopf und wir dürfen uns auch an ihm reiben. das machen wir auch zigmal am tag. dabei gibt er auch geräusche von sich. wenn ich sage, „nochmal“ dann kommt er auch gleich und gibt nochmal köpfchen.
abends lungert er immer vor dem schlafzimmer herum und wartet darauf, daß wir das licht ausmachen. dann hüpft er gleich aufs bett. das ist das erstaunliche, daß beide nicht im schlafzimmer sind, solange wir im bett und wach sind. sie toben morgens im schlafzimmer herum, aber sie legen sich erst aufs bett, wenn wir das licht ausgemacht haben, auch wenn dulcinea gerne mit mir auf dem sofa liegt oder sogar unter den beinen.
die durchfallproblematik habe ich nun tatsächlich gelöst – sancho ist noch empfindlicher als dulcinea. aber im endeffekt ist die lösung billigfutter, das wenig protein- und fettwerte hat. das trifft auf die meisten ragoutfutter zu. sie bekommen daher nun ragoutdosen/tütchen von dm, fressnapf, müller und futterhaus. ich versuche auch seniorfutter von ropocat, damit sie nicht immer vorgekautes futter bekommen. das futter darf keinen höheren proteinwert als 8-9 % haben; wenn es höher ist, wie zb bei macs, gibt es sofort wieder matschkot. es ist insofern etwas merkwürdig, weil man ja den katzen was gutes tun möchte und daher auch gutes futter geben möchte. aber sie vertragen es halt nicht. das ist so, als wenn die eigenen kinder das gute bioessen nicht vertragen, sondern nur fertigfutter. ich achte darauf, daß kein zucker im futter ist und versuche gelegentlich mal wieder ein höherwertigeres futter.
bei sancho merkt man, daß er das billigfutter am besten verträgt, weil er dann sofort viel lebendiger ist. er spielt dann viel und gibt erstaunliche geräusche von sich. er springt dann immer wieder übermütig durch die gegend und jagt die kleine dulcinea. beide spielen sehr viel mit einander. es ist einfach schön zu sehen, wie sich beide freuen. es geht ihnen richtig gut.
vor einem monat haben sie ihre impfung bekommen – sind brav mit leckerlis in die körbe gegangen. wir haben eine nette tierärztin, die so nebenbei die katzen untersucht, impft und die nägel kürzt. ganz toll. als sie zurückkamen, waren beide ganz entspannt und auch nicht beleidigt oder hätten sich versteckt. bei sancho hatte man das gefühl, daß er wieder ein bißchen mehr angekommen war, weil er ja wieder mit nach hause genommen worden ist.
beide haben noch nie gebissen oder gekratzt. die kratzer, die wir bekommen haben, waren spielunfälle, die wir selbst verursacht haben.
unsere methode, die katzen einfach kommen zu lassen, hat sich daher als die richtige erwiesen. wir machen nichts, was sie nicht wollen. wenn sie gehen wollen, dann gehen sie, dann müssen sie auch nicht hauen oder kratzen. wir üben zwar festhalten, aber das ist so leicht, daß sie sofort weitergehen können, wenn sie wollen. wir haben uns gedacht, daß es wichtiger ist, daß wir ihre zeichen verstehen als umgekehrt. was beide aber sehr gut verstehen ist NEIN und AU. bei sancho muß man nur nein sagen und er haut sofort ab. dulcinea ist da wesentlich sturer.
wir sind daher sehr sehr glücklich mit den beiden und die beiden offensichtlich (und für das ganze haus auch hörbar) mit uns. sie quieken und murren und machen erstaunliche geräusche, wenn sie gut gelaunt sind oder spielen. dulcinea macht oft einen höllenlärm, wenn ihr langweilig ist. dann fordert sie uns und sancho zum spielen auf. und schreit das haus zusammen. was deswegen so lustig ist, weil unsere vermieterin sagte, daß wir katzen haben dürfen, so viele wir wollen, die machen ja keinen lärm. da kannten wir alle die zwei spanischen spinner noch nicht.
eigentlich ist alles super gelaufen und schneller als erwartet. es ist genau der effekt eingetreten, den wir erwartet haben: wenn man sich tiere holt, die aufgrund ihrer vorgeschichte traumatisiert sind oder einfach noch nichts kennen, dann freut einen jeder schritt, den sie auf einen zu machen. bei dulcinea ging es erstaunlich schnell, bei sancho sehr viel langsamer. dafür merkt man bei ihm, daß er ständig seinen mut zusammennimmt und daß er kontakt haben will, aber sich manchmal nicht traut. zu beginn konnten wir ihn nur streicheln, wenn er uns um die beine strich und er sich wegdrehte, damit er die hand nicht sehen konnte. wenn er auf dem aquarium war (und somit mir auf brusthöhe) dann durften wir ihn nicht streicheln, da hatte er zuviel angst. dies geht aber mittlerweile auch. wir dürfen ihn streicheln und er bleibt liegen. manchmal muß er noch den kopf wegdrehen, weil er die hand nicht sehen kann. aber zumeist geht es jetzt. vor paar tagen durfte ich ihn sogar am brustbereich festhalten – als das mäuschen wieder zum essen kam. diese erfolge sind einfach toll und jeder schritt ein kompliment.
deswegen geben wir die beiden nicht mehr her!
viele liebe grüße, maja u. manfred, dulcinea u. sancho
ps: manfred wird bei facebook ein paar photos einstellen. aber ich werde mal sehen, ob ich noch welche schicken kann.
