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Arnie
Ich kann leider nicht bleiben, ich muss nun gehen.
Der Regenbogen ruft mit den schönsten Farben.
Such mich nicht, denn Du findest mich nicht.
Aber denk immer daran, Du hast mich nicht verloren.
Ich bin Dir nur vorausgegangen.
Und ich bin bei Dir, wie Du immer bei mir bist.
Der Tag wird kommen, an dem wir uns wieder sehen.
Und bis dahin wache ich über Dich…

Ich kann leider nicht bleiben, ich muss nun gehen.
Der Regenbogen ruft mit den schönsten Farben.
Such mich nicht, denn Du findest mich nicht.
Aber denk immer daran, Du hast mich nicht verloren.
Ich bin Dir nur vorausgegangen.
Und ich bin bei Dir, wie Du immer bei mir bist.
Der Tag wird kommen, an dem wir uns wieder sehen.
Und bis dahin wache ich über Dich…

Viele Pflegetiere kommen und gehen, doch manche hinterlassen ganz besondere Spuren in unseren Herzen…
Ich werde wohl nie den Tag vergessen, an dem der rote Kater Arnie mit seinem Freund Petros bei mir eingezogen sind. Aus den Transportboxen schauten mich riesige und ängstliche Knopfaugen an und ihr Knurren und Fauchen erinnerte eher an große Raubkatzen.
Die beiden Kater lebten in Griechenland auf der Straße und Niemand wollte ihnen ein richtiges Zuhause schenken. Von unserer Freundin und Tierschützerin Elke wurden sie zwar liebevoll versorgt, doch einen festen Platz in einer Familie konnte sie für die Samtpfoten leider nicht finden.
Am 30.05.2006 packten Arnie und Petros gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Lilly und Bianca die Koffer und reisten zu uns nach Deutschland. Die erste Zeit war für die beiden Kater nicht leicht, denn die ganze Aufregung durch die Reise und der Umzug in die Pflegestelle machte den sensiblen Katern zu schaffen.
Außer sich füttern und ein wenig streicheln zu lassen, hatten sie bisher nie so viel Kontakt mit Menschen und so war ihnen das alles nicht ganz geheuer. Besonders Arnie entpuppte sich zusätzlich als unser großes Sorgenkind, denn obwohl er gut fraß, sah er meist unterernährt aus und hatte struppiges Fell. Viele Tierarztbesuche waren fällig um heraus zu finden, dass Arnie an einer Autoimmunkrankheit litt und jegliche Behandlungsversuche schlugen fehl.
Da Arnie und Petros immer draußen gelebt hatten war schnell klar, dass sie bei mir nicht allzu lange bleiben können und sich bald ein richtiges Zuhause für sie finden musste. Doch leider hat sich Niemand für die beiden Kater, die eine sehr enge Männerfreundschaft verband, gefunden.
Der Frust der Beiden wurde verständlicherweise immer größer und als neben dem einen oder anderen Ausbruchversuch über das Dachflächenfenster auch noch tätliche Angriffe folgten, musste der Tierschutzverein Schleißheim e. V. noch schneller das erste Gehege in seiner Auffangstation, dem Agneshaus, fertig stellen. Der Verein hatte sich netterweise angeboten die beiden Kater bis zur Vermittlung aufzunehmen.
Endlich war es soweit und die beiden Kater durften in ihre neue Pflegestelle ziehen, in der sie gesicherten Freigang genießen konnten und bereits nach kürzester Zeit war ihr Frust wie weggeblasen. Zwar blieben sie immer die charmanten Dickschädel und hatten immer ihre ganz eigenen Vorstellungen von ihren Dosenöffnern, doch ihre Welt war wieder in Ordnung.
Für mich war diese Zeit bis zu ihrem Umzug sehr bedrückend, denn wir hatten keinen Pflegeplatz mit gesichertem Freigang für die Beiden frei und es machte mich sehr traurig zu wissen, dass ich ihnen nicht erklären konnte, wie viele Plakate, Anzeigen und Aufrufe wir bereits gestartet hatten, um für sie eine liebevolle Familie zu finden.
Auch wenn Arnie und Petros vom Tierschutzverein Schleißheim e. V. liebevoll betreut wurden und sie nach einiger Zeit sogar kompletten Freigang genießen durften, blieb Arnie immer das Sorgenkind. Eigentlich war er ein stattlicher Kater, doch immer wieder magerte er bis auf die Knochen ab und man konnte nichts für ihn tun.
Seine wichtigste Stütze war ganz sicher sein bester Freund Petros, denn die Beiden gab es nur im Doppelpack. Einer war der Schatten des anderen und es wäre undenkbar gewesen, sie zu trennen.
Der Tierschutzverein Schleißheim e. V. hat eines Tages dann die wohl beste Entscheidung für die Zwei getroffen: sie sollten für immer bleiben dürfen. Und so wurden aus den ehemaligen Griechen nun die Hauskater des Agneshauses.
Vor kurzem aber nahm dieses Glück und vor allem diese innige Freundschaft der Beiden ein trauriges Ende.
Arnie wusste wohl, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb und erst im Nachhinein wurde den Helfern im Agneshaus klar, dass an diesem Tag irgendetwas anders war. Normalerweise marschierte er tagsüber los und stand pünktlich zur Futterzeit wieder vor der Tür.
Doch diesmal ging er davon, schaute sich ein letztes Mal um und verschwand. Als er abends immer noch nicht zurück war, machte man sich natürlich große Sorgen und in einer Suchaktion wurde er dann in der Scheune des Nachbarn gefunden. Dort war er friedlich und für immer eingeschlafen…

Arnie hatte sich von seinem bisherigen Zuhause mit einem letzten Blick verabschiedet, bevor er sich auf den Weg über die Regenbogenbrücke machte. Er hat immer gekämpft und gezeigt, dass er leben will und er hat die Zeit inmitten der vielen Tierfreunde sehr genossen. Aber er wusste auch, dass irgendwann sein Moment kommt und er gehen muss.
Doch am anderen Ende der Regenbogenbrücke wartet Jemand auf ihn, der ihn mindestens genau so ins Herz geschlossen hat, wie alle, die ihn kannten:
Unsere Freundin und Tierschützerin Elke, von der Arnie in Griechenland so liebevoll betreut wurde, hat uns im letzten Jahr verlassen und ganz sicher sind die Beiden sich dort bereits begegnet.
Arnie war ein ganz besonderer Kater, der uns Menschen mit seinem Wesen auf einzigartige Weise berühren konnte und es schmerzt sehr zu wissen, dass er nun, wohl auf den Tag genau nach zwei Jahren hier bei uns in Deutschland, seinen letzten Weg allein gehen musste.
Traurig ist es vor allem aber auch für seinen Freund Petros, der ihn in jeder Lebenslage vermisst und dem sein bester Kuschel- und Spielpartner fehlt…

Sein Leben war leider viel zu kurz, aber er ist gegangen mit dem Wissen, dass es auch gute Menschen gibt, denen er unglaublich viel geschenkt hat.
Wir werden Dich nie vergessen!
Danke für alles!
Nadine
