Tierhilfe Verbindet e.V.


Header Section


Main Content

Reisebericht Okt2008

Die Fahrt nach Barcelona...

 

Liebe LeserInnen, im Folgenden berichten wir Ihnen von unserer Spanienfahrt Oktober 2008. Wir, Eva Heinzinger, Sylvia Enders und ich, möchten dies gemeinsam tun und Ihnen unsere Eindrücke schildern. Sie erkennen die verschiedenen Autorinnen anhand der Farben! :-)  Eva rot, Sylvia blau und ich (Tina) grün! :-)

Im Vorfeld gab es einen Spendenaufruf auf unserer Homepage, in dem wir um Sachspenden für unsere Kolleginnen baten. Viele Tierfreunde schickten uns alles, was das Herz eines Vierbeiners so alles begehren könnte und wir waren wieder mal überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft.

Einen Tag vor Abfahrt wurde dann der Transporter mit den Spenden beladen und morgens gegen 5 Uhr starteten wir drei und meine kleine Hündin dann Richtung Spanien!

 

 


 

 

Auf Tour mit den Katzenschützerinnen...

 

Für den ersten Tag haben die spanischen Tierschützerinnen Magda und Yolanda eine "Katzentour" für uns zusammengestellt, bei der wir sie begleiten dürfen und sie uns ihre tägliche Arbeit näher bringen.
Gleich an unserer ersten Station, dem Berg "Montjuic" besuchen wir das El Botànic, ein Gelände um das die Katzenschützerinnen seit zwei Jahren kämpfen. Es ist ein verlassener botanischer Garten mit einem relativ großen gut erhaltenen Haus darauf. Der riesige Garten ist komplett hoch eingezäunt und wirkt sehr idyllisch und wunderschön. Er wird von Gärtnern gepflegt, obwohl das Botanicum seit zwei Jahren nicht mehr genutzt wird und leer steht. Die Katzenschützerinnen möchten es gerne als Lebensraum für Katzenkolonien nutzen, doch dafür muss die Stadt Barcelona es zur Verfügung stellen.

 

  

 

Alle Hebel wurden und werden in Bewegung gesetzt, unermüdlich bleiben die Frauen vor Ort am Ball, um die Erlaubnis für die Nutzung dieses Geländes zu bekommen. Bisher liegt keine Zustimmung vor, aber es gibt auch kein klares "Nein", also besteht noch Hoffnung.

Barcelona würde sich damit einen Riesengefallen tun, denn damit könnte man sicher das Katzenproblem der Stadt etwas mehr in den Griff bekommen. Die Kolonien könnten dorthin umgesiedelt, kontrolliert und der Bestand und die Krankheiten somit unter Kontrolle gehalten werden. Aber noch ist die Stadt dazu nicht entschlossen.
El Botànic ist für Katzen wie geschaffen, viele Bäume, Gebüsch, verschiedene Ebenen, kleine Hügel. Es ist außerdem mitten in der Stadt gelegen, was den Tierschützerinnen sehr entgegenkommen würde. Denn mehrere Stunden am Tag verbringt zum Beispiel Magda alleine mit den Autofahrten zwischen den einzelnen Kolonien, um diese zu versorgen. Diese Zeit könnte dann wesentlich sinnvoller genutzt werden. Es könnten außerdem Lagerplätze für Futter und Streu eingerichtet werden, es gäbe fließendes Wasser, ein Tierarzt könnte vor Ort sein und die Tiere hätten einen Raum auf dem sie vor Vergiftungen und Misshandlungen geschützt wären.
Außerdem würde dies sicher die Arbeit der Tierschützerinnen vor Ort in den Augen vieler "wertiger" machen, denn es wäre damit eine Arbeit die in einem staatlichen Gelände von statten geht. Momentan müssen sich die Katzenfrauen unter den missbilligenden Blicken vieler Anwohner um die Katzen kümmern, sich beschimpfen lassen und die oft mutwillig zerstörten Futterstellen wieder herrichten.

Wir müssen die Daumen drücken, dass Alex, die politisch im Tierschutz sehr engagiert ist, den zuständigen Politikern diese Lösung - die nur Vorteile für die Stadt bringen würde - verdeutlichen kann. Ich denke sie geht nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein" vor und bleibt zäh und unerbittlich an der Sache dran.
El Botànic wäre wirklich ein kleines Paradies für die Katzen, die schon viele harte Zeiten hinter sich bringen mussten.

Dann gehen wir raus in eine der freilebenden Kolonien in "Barcelonas größtem Tierheim", dem Berg Montjuic, auf dem viele hundert Katzen von verschiedenen Tierschützerinnen versorgt werden.

In unserem ersten Spanienbericht wurde schon von dort berichtet. Die Katzen werden dort ausgesetzt, egal ob jung oder alt, krank oder gesund. Sie werden von Tierhassern vergiftet oder von Hundehaltern genutzt, die ihre Hunde auf die Katzen hetzen um welche zu fangen und zu töten. Jeder Anwohner weiss das aber niemanden kümmert es.
Sofort kommen die ersten angelaufen und fressen das angebotene Futter. Magda bittet uns um eine Idee, wie man die Futterstellen sicherer machen könnte, vielleicht aus Beton meint sie. Denn die bisherigen Häuschen werden immer wieder umgeworfen und zerstört, manche werden auch als Toiletten benutzt...



Aus einer der zahlreichen Katzenkolonien kam eine Kätzin angelaufen. Sie war sehr zutraulich, inspizierte uns ganz genau, ob wir nicht eine Kleinigkeit für sie einstecken hätten. Ohne jegliche Scheu sprang sie auf eine kleine Mauer und schmuste uns buchstäblich nieder. Als wir uns ausführlich mit ihr befassten, stellen wir fest, dass sie sicher schon ein älteres Semester war, und sie irgendetwas Undefinierbares am Maul hat, was untersucht werden müsste. Zudem war sie recht dünn, trotzdem diese Kolonie regelmässig mit Futter versorgt wird.

 


Ich muss zugeben, dass diese kleine Katze mich wirklich sehr berührt hat, denn als ich mich von ihr wegdrehte um mich weiter mit den spanischen Kolleginnen zu unterhalten, machte sie unmissverständlich auf sich aufmerksam. Sie kletterte an mir hoch, so dass ich sie auf den Arm nehmen musste, schnurrte und schmiegte ihr Köpfchen so an meinen Hals, dass mir sofort die Tränen kamen. Sie war so zutraulich und hatte trotzdem kein Zuhause, musste im Freien leben. Zwar betreut von Tierschützern, aber trotzdem draussen, unzähligen Gefahren ausgesetzt, denn zutrauliche Katzen sind denke ich noch gefährdeter als scheue Miezen.

 

  

 
Ich setzte sie ab und schon marschierte die Katzendame los - und zwar schnurstracks auf unser offenes Auto zu! Mit drei Pfoten war sie schon drin, als es ihr dann doch nicht mehr so ganz geheuer war und sie wieder herauskam... Sie machte uns damit eindeutig klar, wie ihr Plan aussah.
Natürlich fragten wir die Tierschutzkolleginnen ob wir diese Katze behandeln lassen könnten und sie mit dem nächsten Transport dann nach Deutschland reisen durfte...

 

Weiter ging es auf der Tour in den Hafen. Schon bei der Einfahrt bin ich erschrocken. Überall große LKWs und Transporter, die schon auf kleinere Autos keine Rücksicht nehmen und einfach drauf los fahren. Und hier sollen Katzenkolonien leben? Unvorstellbar...
Wir fahren zu einer Lagerhalle, in der bis vor kurzen noch eine ganze Katzenkolonie mit circa 60 Katzen gelebt hatte. Glücklicherweise haben sich die Arbeiter an Magda gewandt und haben den Tierschützern sehr beim Einfangen der Katzen geholfen. Die Tierschützerinnen erzählen uns, dass das nicht immer so ist. Oft wird einfach nur Gift ausgelegt. Das geht ja auch schneller...
Danach schauen wir uns die Wände an den Lagerhallen an. Die Arbeiter vom Hafen reißen oft beim rangieren und einparken tiefe Löcher in die Wände. Dort hinein schlupfen dann die Katzen mit ihren Babys. Sie denken, dass sie dort sicher sind! Aber der Zwischenraum in der Wand ist gefährlich- es gibt Mauerreste an denen man sich leicht verletzten kann. Und wenn es regnet? Die Löcher laufen voll und die Mütter können ihre Kinder nicht mehr schnell genug in Sicherheit bringen...

 

  


Magda zeigt uns die LKWs und Transporter. Die Katzen verkriechen sich in den Zwischenräumen oder auf den Reifen und werden dann bei der Fahrt rausgeschleudert und überfahren!

 

  

 

Ich erinnere mich an unsere Ankunft in Barcelona. Wir hatten gerade erst die Stadtgrenzen erreicht, als wir schon die ersten überfahrenen Katzen auf der Straße erblickten. Wir fragen uns wie sie da hingekommen sind. Überall sind Lärmschutzmauern. Sind diese Katzen von LKWs gefallen und überfahren worden? Wir wissen es nicht...

Yolanda und Magda führten uns anschließend in eine alte Wohnung, nach Ripoll.
Die Stadt hat eine völlig heruntergekommene Wohnung im 4. Stock ohne Lift, ohne Strom oder Wasser als vorübergehende Auffangmöglichkeit für die vielen Katzen aus dem Notfall Mitte des Jahres zur Verfügung gestellt (65 Katzen waren damals in einer verlassenen Einzimmerwohnung entdeckt worden).
Ende des Monats muss die Wohnung aber geräumt werden und niemand hat eine Idee wie es dann weitergehen soll, auch die Stadt nennt keine Alternativen.

 


Nach dem "Aufstieg" können wir uns kaum vorstellen, wie die Katzenschützerinnen täglich die schweren Dinge wie Wasser, Streu und Futter hier hochschleppen können - wir keuchen mit unseren paar Kleinigkeiten im Gepäck schon wie wild...

 

Erschöpft betreten wir die Wohnung. Anfangs bin ich schockiert. Überall stehen Katzenkäfige, andere laufen frei. Man kann sich kaum bewegen. Dann erzählt mir Yolanda, dass hier vor kurzen noch viel mehr Katzen untergebracht waren! Ich kann mir das gar nicht richtig vorstellen, soviel Phantasie habe ich gar nicht. Ich frage mich, wie die Tierschützerinnen es schaffen, unter solchen Umständen zu arbeiten. Dann erfahre ich, dass sie bald wieder aus dieser Wohnung heraus müssen. Langsam wird mir erst richtig klar, was die vielen Helfer Tag für Tag leisten müssen. Nicht nur, dass sie zu den vielen Katzenkolonien fahren und dort die Tiere versorgen, sie müssen auch noch mit der ständigen Angst leben, dass die Stadt ihnen wieder Steine in den Weg legt und ihnen eine Auffangwohnungen wieder wegnimmt und sie dann mit den Katzen wieder auf der Straße stehen und nicht wissen wohin! 

  

 

Hier sitzen auch - bereit für die Abfahrt nach Deutschland - unsere beiden Seniorenkater Siscu und Pep. Siscu, das Urgestein, lugt äußert interessiert aus seinem Käfig während sich Pep, der jüngere der beiden, am liebsten in Luft auflösen würde.
Wir berichten den beiden, dass sie in ein paar Tagen schon mit uns fahren dürfen. Siscu hört interessiert zu...
Eine der Helferinnen zeigt uns ganz begeistert die Katzen, setzt uns die Babies auf den Arm um kümmert sich nebenbei liebevoll um diejenigen, die auch schon auf die Ausreise warten. Sie macht das mit einer Begeisterung und einer Liebenswürdigkeit, die uns auch ansteckt und den Katzen damit sicher einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt.

 

 

Mitten in Barcelona liegt die Katzenkolonie El Jardinet. Um uns herum tobt das Stadtleben von Barcelona, doch dieser Ort strahlt soviel Ruhe und Geborgenheit aus, dass ich selber merke, wie ich mich entspanne.

 

  


Auch die Katzen interessieren sich nicht für das Stadtleben um sie herum. Hier haben sie ein Zuhause gefunden, wo sie täglich umsorgt werden, wo es sichere Verstecke und sogar Spielzeug gibt und wo man sie mit Liebe und Respekt behandelt.

 

In diesem "Katzengarten" ist die Zeit wie abgeschalten. Betritt man das eingezäunte Gelände und schliesst die Tür hinter sich, schliesst man auch das hektische und laute Barcelona damit aus.
Ein kleines Idyll, in dem die Katzen fast unbehelligt von den Gefahren draussen leben können. Fast unbehelligt schreibe ich bewusst, denn natürlich gibt es auch hier wieder Menschen, denen dieser kleine wunderbare Ort ein Dorn im Auge ist, und die mit unfairen Mitteln versuchen, diesen zu zerstören und die Tierschützer von dort zu vertreiben. Ich hoffe, es gelingt ihnen nicht. 
 

 

    

 

Dann fahren wir zu einer weiteren Katzenkolonie.
Die Stadt Barcelona hat eine Landwirtschaftsschule eröffnet, in der Kinder den richtigen Umgang mit Tieren lernen sollen. Dafür hat man sich Ziegen, Schafe, Hasen, Hennen, usw. angeschafft. Man hat ihnen schöne Gehege gebaut und einen tollen Garten angelegt. Leider hat man dabei vergessen, dass es auch jemanden geben muss, der die Tiere versorgt! Glücklicherweise hat sich ein älterer Mann freiwillig dazu bereit erklärt, dies zu übernehmen!

 

  


Hier sind auch einige Katzen untergebracht. Die meisten sind sehr scheu und verstecken sich, als wir da sind. Doch einige wenige wagen sich auch heraus und beobachten uns von der Ferne. Auf dem Gelände gibt es zahlreiche Versteckmöglichkeiten und die Katzen können es sich in dem riesigen Garten gut gehen lassen. Es wirkt hier richtig idyllisch und wir würden am liebsten einen kleinen Spaziergang durch das Gelände machen. Dafür fehlt aber leider die Zeit, denn schon geht es wieder weiter...
 

Wir schauen zu, wie die Kolleginnen schnell die Futterstellen auffüllen und laden dazu einige unserer Spenden aus. Hier finden vor allem scheue Katzen ein Zuhause, sie können hier in Frieden leben und fallen nicht auf, denn solange Menschen auf dem Gelände sind, tauchen sie in ihre zahlreichen Verstecke unter. Ein Leben mit ausreichend Fressen und Würde, und alle Katzen sind kastriert, so dass Not und Krankheiten vermindert werden können. Ein Ort an dem man schnell erkennt, was die Kolleginnen alles bewirken.
 

  

 

Als letzte Station an dem heutigen Tag besuchen wir das AVE-Auffanggelände. Hier wurden 250 Katzen untergebracht, weil eine Transrapid-Strecke mitten durch eine der größten Katzenkolonien Barcelonas gebaut wurde. 
Ich steige aus dem Auto aus und frage mich sofort, wie das Leben hier wohl sein muss. Wir stehen unter einer Art Autobahndreieck. Links und rechts, sogar über uns führen große mehrspurige Straßen. Wer schon mal in einem südländischen Land am Straßenrand gestanden ist, weiß, wie laut es da zugeht!

 

  


Zunächst treten wir in eine Art Vorraum. Dort ist eine einzelne Katze, der Kater Baro untergebracht. Er muss von den Anderen getrennt werden, weil er die ansteckende Krankheit FIV hat. Sofort sucht er den Kontakt zu uns. Wir zücken unsere Kamera und versuchen, viele schöne Bilder und ein Video zu machen. Genüßlich lässt er sich von mir streicheln und blinzelt mich mit seinen Augen hoffnungsvoll an. Als wir weiter gehen schaut er uns traurig durch den Zaun hinterher. Er wird dort alleine bleiben müssen und wird nicht so wie wir zu den anderen Katzten dürfen... 

 

 

Wäre nicht dieser unglaubliche Lärm, wäre ich von dem Gelände begeistert. Es ist von allen Seiten eingezäunt. Es gibt viele Versteckmöglichkeiten und die Katzen haben viel Platz. Jeden Tag kommen die fleißigen Helfer und umsorgen die Tiere so gut es eben nur geht. 

 

   

 

 


Wir versuchen einen Kater zu fotografieren, der sehr krank ist. Scheu sitzt er einige Meter von uns entfernt und beobachtet uns neugierig. Doch sobald wir uns ihm nähern, verschwindet er. Wir drehen uns wieder weg und schon kommt er wieder und beobachtet uns weiter.

 



 

 

 

Besuch des Geländes "Tiere in Spanien e.V."

 

Nach einer unglaublichen Berg- und Talfahrt über steinigste Pisten kommen wir in der Auffangstation eines befreundeten Vereins (Tiere in Spanien e.V.) an. Dort sind immer mal wieder Hunde von uns untergebracht, die in der Hundepension nicht so gut zurechtkommen. Hier lernen wir auch Birgit kennen. Sie ist für den Verein Tiere in Spanien die gute Fee für alles was hier und rundherum so anfällt. Glücklicherweise holt sie uns im Dorf unten ab und so können wir die vor uns liegende Strecke in die Auffangstation in ihrem kleinen Renault zurücklegen. Mit unserem Transporter wären wir diesen Weg sicherlich nicht heil hochgekommen. Wir besuchen dort unsere beiden Hunde Susanna und Joy.

Susanna (links unten), aufgrund einer Bewegungsstörung auch genannt das "Wackelköpfchen", ist in ihrer Begeisterung über die Abwechslung in ihrem Tagesablauf wirklich kaum zu bremsen und lässt sich nur schwer davon überzeugen, für das Foto mal einen Moment ruhig zu halten. Mit ihrem unglaublichen Charme haben wir sie alle sofort in unser Herz geschlossen. Sie ist ein Sonnenschein, der mit seinem freundlichen und lustigen Wesen jeden sofort begeistert und eigentlich die ideale Vorlage für einen "besten Hundefreund" in einem Kinderbuch liefern könnte. Niemand anderer in der ganzen Auffangstation kann nämlich so lustig mit den Ohren wedeln wie Susanna!

 

Susanna 


Im nächsten Zwinger wartet Joy auf uns und betrachtet und schon von der Ferne aus mit weit aufgerissenen Äuglein. Als wir uns nähern, schlüpft sie sofort in die Sicherheit einer kleinen Hütte...

Die kleine Joy (rechts oben) hat furchtbare Angst vor uns drei fremden Wesen, auch noch ausgerüstet mit Kameras. Ich gehe zu ihr in den Zwinger und setze mich rein. Ihre Angst ist förmlich zu spüren. Als sie aus dem Häuschen kommt, flüchtet sie gleich wieder. Es ist aber nie panisch, sie schaut vorher genau wohin sie am Besten düsen könnte. Ich denke, wenn jemand mit Geduld mit ihr arbeitet, wird es bald besser werden.


Birgit erzählt uns wie sie hier lebt: ohne Telefon oder Internet, völlig alleine mitten im Wald. Ihren Wohnraum teilt sie mit ihren beiden eigenen Hunden und mit einen dürren Podencomix, der dringend gepäppelt werden muss. Sie macht einen glücklichen Eindruck und geht ganz in der Betreuung der vielen Tiere auf.

 

 


Birgit zeigt uns das ganze Gelände (natürlich inkl. der Tierschutz-Esel und -Hühner) und gibt uns Antworten auf unsere vielen Fragen. Wir lernen dort einige der Hunde persönlich kennen, die wir bereits seit langem von Fotos kennen.

 

Auch Anandi, die Galgahündin, ist hier untergebracht. 
Ruhig schaut uns die Hündin entgegen. Als wir die Tür zu ihrem Zwinger öffnen, springt sie mit einem Satz nach draußen. Galgos brauchen viel Bewegung um glücklich zu sein. Doch hier ist sie von allen Seiten eingesperrt und kann kaum zwei Schritte machen, da steht sie schon wieder am nächsten Gitter. Als ich sie kraule, bleibt sie still stehen und geniest die menschliche Zuwendung, doch ich merke wie sie am liebsten in ein Leben losrennen würde, dass nicht an einem Zwingergitter endet.

 

 

 

Hier lernen wir auch Lise kennen. Sofort kommt sie auf uns zugesprungen und wuselt um uns herum. Als Sylvia und ich uns zu ihr hinunterbeugen, werden wir gleich von ihr nieder geschmust. Lise kann sich gar nicht richtig entscheiden, wen sie als erstes küssen will. Wir sind uns alle schnell einig, dass das eine richtige Traumhündin ist und taufen sie auf drn Namen "die liebe Lise". Schweren Herzens muss ich sie wieder loslassen, denn noch ist ihre Zeit nicht gekommen. Aber während sie mir ein Küsschen nach dem anderen auf die Wange drückt, verspreche ich ihr, dass sie bald ihre neue Familie mit ihren Küssen begrüßen darf. 

 

 


 

Eine Perrera....

 

Lange habe ich für mich überlegt, ob ich das "aushalten" kann, in eine Tötungsstation zu gehen. Ja kann ich, denn ich kann wieder herausgehen. Viele der Tiere dort können das nicht... Sie haben entweder Glück oder Pech, werden von Tierschutzorganisationen entdeckt, gerettet und vermittelt, oder nicht.

Als wir in der Tötung von Begues eintreffen, wirkt das ganze sogar recht idyllisch, wenn man nicht weiß, was dort tatsächlich passiert. Mitten in einem Wald gelegen finden sich viele Hundezwinger auf einem eingegrenzten Grundstück. Wir gehen hinein und sind durch die letzten Besuche von Tina bereits etwas darauf vorbereitet, was uns dort erwartet und vor allem, was unsere Aufgabe dort sein wird: Möglichst viele Hunde zu fotografieren, zu filmen und charakterlich ein bisschen einzuschätzen. Um nichts zu übersehen, haben wir uns Listen gemacht, in die wir eintragen werden. Ehrlich gesagt sind diese Listen auch sehr nötig, denn am Schreibbrett an dem sie befestigt sind kann man sich festhalten und sich darauf konzentrieren zu "funktionieren". Man muss abschalten, sich auf die einzelnen Hunde konzentrieren und sich vor allem nicht von seinen Gefühlen überwältigen lassen. Denn egal in welche Augen man blickt, sie können morgen schon auf der Tötungsliste stehen, egal wie widersinnig uns das vorkommen mag.
Am meisten wird mir das bewusst, als mir die Mit-Besitzerin der Tötungsstation zuflüstert, dass die 8-Monate alte Pitbull-Hündin vor der ich gerade stehe, schon auf der Tötungsliste ist. Ich stelle mir vor, wie sie die Hündin aus ihrem Zwinger holen, wie sie voller Freude über diese kleine Freiheit am Boden schnüfflend zu einem kleinen Raum geführt wird, auf den Behandlungstisch springt und freundlich wedelnd auf die Dinge wartet, die nun mit ihr passieren werden...

 


Das ist kaum zu ertragen und glücklicherweise habe ich gerade Tinas Fotoapparat in der Hand und schieße schnell einige Fotos von "Pita". Sie steht wedelnd am Gitter und drückt sich her, um gestreichelt zu werden.
In meiner Verzweiflung erzähle ich einer Tierschützerin von "Tiere in Spanien" davon und am nächsten Tag erfahren wir, dass Pita von dieser Orga übernommen werden kann. Gerade noch rechtzeitig.

Wir entdecken dort auch den alten Rüden Kiko. Er ist riesig, dünn, braun und einfach alt. Er sitzt dort mit hängendem Kopf, hat längst die Hoffnung auf ein warmes Plätzchen aufgegeben. Wir fotografieren ihn um ihm ein wenig Hoffnung zurück zu geben, vor allem aber auch, um ihm ein paar Streicheleinheiten zukommen lassen zu können. Als er aus dem Zwinger kommt, lässt er alles geduldig über sich ergehen, er schnüffelt nicht mal am Boden, er steht einfach nur da.
Er ist einer der Hunde die uns alle drei glaube ich am meisten beeindruckt haben. Er hat nicht sehr gute Vermittlungschancen, ein alter großer Rüde, diese Hunde schaffen es selten rechtzeitig raus.

 

  


Kaum sind wir wieder zurück in München, erfahren wir, dass einige der Hunde, die wir dort gesehen und auch fotografiert haben, nun auf der Tötungsliste stehen. 

 

Während ich Kiko im Arm halte, ist seine Traurigkeit so spürbar. Ich muss mich furchtbar zwingen, ihn loszulassen und kann kaum hinsehen, als er wieder in den Zwinger geschoben wird, auf den nassen und kalten Betonboden ohne irgendetwas sonst.
 

Beim Betreten der Tötungsstation, versuche ich mich darauf zu konzentrieren, was uns Tina erzählt hat, was wir tun sollen. Ich war irgendwie aufgeregt, aber vor allem hatte ich Angst. Angst, dass ich von dem was mich dort erwartet, überwältigt werde. Angst, dass ich es doch nicht aushalte. Angst, dass ich es nicht schaffe, bei dem Fotografieren und Filmen der Hunde mitzuhelfen…

Doch als der Moment kommt und ich in den ersten Zwingerbereich eintrete, ist da nichts mehr! Ich sehe nur noch die Hunde und kann immer nur daran denken, dass wir ihnen helfen müssen, indem wir soviel Infos wie möglich von ihnen bekommen und vor allem schöne Bilder. Nur so können viele Hunde gerettet werden. Also funktioniere ich, meine Gefühle sind total abgeschaltet und irgendwann auch meine Gedanken…

Als erstes sehen wir die Zuchthunde der Besitzer der Tötungsstation. Allein die Vorstellung, dass sie selbst auch noch Nachwuchs erzeugen, obwohl sie ihr Geld damit verdienen, Hunde zu töten, geht schon über meine Vorstellungskraft hinaus!

Wir sehen Lucia. Sie bewegt sich kaum noch und traut sich gar nicht aus dem Zwinger heraus. Als sie sich doch vorwagt, kriecht sie mehr über den Boden, als dass sie läuft. Als Zuchthündin ist sie wohl nicht mehr zu gebrauchen. Aber was wird nun aus ihr?

 

  


Dann werden zwei Dobermänner aus dem Zwinger gelassen. Ich bin von dem Paar total fasziniert. Die Hündin ist sehr unsicher und als ich versuche sie zu streicheln, merke ich, wie der Rüde mich ständig beobachtet und jederzeit dazu bereit ist, ihr zu Hilfe zu kommen. Als er merkt, dass von mir keine Gefahr droht, nähert er sich mir auch und geniest die Streicheleinheiten, die ich ihm schenke.



Ein paar Zwinger weiter treffen wir auf den Boxerjungen Bravos. Wie wild tobt er herum und würde am liebsten endlich mal richtig spielen und laufen. Als ich ihm klar mache, dass er schnell mal still halten muss zum fotografieren, schaut er mich mit seinen großen Augen an und legt sich auf meine Beine. Als wüsste er, dass er nur so hier raus kommt!

 

  


Dann sehe ich das erste mal einen Hund, der psychisch total am Ende ist. Es ist ein Cocker und wird wiederum zur Züchtung missbraucht. Er läuft ständig an der Zwingertür auf und ab, und auf und ab… Als wir uns nähern, weiß er gar nicht, was er mit seinem Gesicht machen soll - Zähne fletschen, bellen oder doch lieber freundlich und erwartungsvoll schauen? Heraus kann eine Grimasse, die uns alle wahnsinnig erschreckte! Wir fragen, ob wir ihn haben können. Nein, ist die Antwort. Er wird noch gebraucht, zur Zucht.
Das gleiche bei einer kleinen weißen Hündin. Wir dürfen sie nur von weitem sehen, aber man erkennt deutlich, dass sie nur noch auf drei Beinen läuft. Wir versuchen zu argumentieren, dass mit dieser Hündin nicht mehr gezüchtet werden kann, doch wir bekommen sie trotzdem nicht…

Während Tina den alten Rüden Kiko im Arm hält, entdecke ich Espola. Sie erinnert mich sofort an eine ehemalige Pflegehündin von mir und mir kommen sofort die Tränen, als ich sie im Zwinger sehe. Ich bin sofort begeistert von ihr. Nach Eigenart der Rasse – Pastor Vasco- ist sie ein typischer Hütehund. Sie liebt es gestreichelt zu werden und würde ihre "Herde" am liebsten immer um sich haben. Zurück in Deutschland werden wir erfahren, dass auch sie auf der neuen Tötungsliste steht. Glücklicherweise haben Espola die Fotos geholfen und sie zieht schon bald zu ihrer neuen Familie.

Dann sehen wir Sandero. Sein Fell ist ganz stumpf und an vielen Stellen ist er ganz kahl, überall hat er kleine Verletzungen. Ganz zu schweigen von den Verletzungen in seiner Seele. Dazu muss man ihm nur in die Augen schauen, um zu erahnen, was dieser Rüde schon alles erlebt hat…

 

  

Wir fotografieren und filmen in wenigen Stunden unzählige Hunde und drücken aus tiefstem Herzen die Daumen, dass dies ihre Fahrkarte in die Sicherheit bedeutet.
Sobald wir in München zurück sind, werden alle Bilder bearbeitet, Videos hochgeladen und dann an andere Organisationen verschickt und versucht, so viele Hunde wie möglich auf die Homepages von Vereinen zu bekommen. Ein Teil davon wird bei uns vorgestellt, die meisten bei www.tiere-in-spanien.de! 

 

Nachdem wir alle Hunde gesehen haben, betreten wir die kleine, dunkle Wellblechhütte, wo die Katzen untergebracht sind. Auch hier ist es irre laut. Die Hunde bellen und neben der Hütte läuft der Stromgenerator, der die ganze Anlage versorgt. Man kann bei dem Lärm kaum miteinander sprechen. Wie muss das erst für Katzen sein, die alles um ein Vielfaches lauter hören als wir Menschen? Und dann noch die Angst vor dem Hundegebell?

 

 


Die Katzen sitzen in kleinen Gitterkäfigen mit Mini-Katzentoiletten mit wenig Streu darin. Dann Wasser, etwas Futter...keine weiche Unterlage, kein Versteck, nichts zum Dahinterkriechen. Die Katzen ducken sich, als würden sie hoffen, im Boden ihres Käfigs verschwinden zu können.




Katzen in spanischer Perrera 2 - MyVideo

 

An die 30 Katzen! Bis auf drei Katzen alle wild. Sie müssen hier bleiben, weil an dem Ort wo sie draußen wild lebten, gebaut wurde. Da mussten sie weg und sollen nun getötet werden. Belinda, die Mitbesitzerin der Perrera, hofft noch eine Kolonie zu finden, wo sie sie hingeben kann und dass sie leben dürfen. Aber bis dahin sitzen sie schutzlos in furchtbarem Lärm.

 

 


Eine dieser Katzen ist blind, in ihren Augenhöhlen sieht man nur das pure Fleisch und schwere Entzündungen. Sie ist völlig fertig, reagiert kaum mehr. Diese Katze kann niemals in eine Kolonie, aber was wird dann mit ihr passieren? Und wie lange wird man sie dieses irren Schmerzen in ihrem Kopf, verursacht durch die Entzündungen in den Augenhöhlen, überlassen? Ich kann kaum mehr klar denken.

 


Dann wird uns noch eine zutrauliche Perserkatze gezeigt, für sie wartet in Deutschland bereits eine Pflegefamilie und wir können ihr zuflüstern, dass sie hier bald raus ist. Und dann ist da noch ein zutraulicher Kater, der so voller Angst ist. Er ist positiv auf Leucose getestet und wir wissen keinen Pflegeplatz für ihn in Deutschland. Es bricht uns das Herz, ihn zu streicheln und dann zuzusehen, wie er zurück in den Käfig gesetzt wird, ohne dass wir ihm irgendetwas versprechen können!

 


Wir wollen gerade raus gehen, da hämmert es weiter in meinem Kopf und ich drehe mich nochmal zu der blinden, scheuen Katze um. Sie hat hier keine Chance, niemand wird ihr helfen. Und in dieser Sekunde sage ich zu, sie mit zu mir zu nehmen! Ich will sie in Deutschland operieren und zur Ruhe kommen lassen. Glücklicherweise sind die Perserkatze und die blinde Mieze geimpft, so dass der Reise nach Deutschland am nächsten Tag nichts im Wege steht.

Dieser Ort ist für Katzen so entsetzlich, wir haben bereits mehrfach darüber berichtet. Aber wenigstens ist die Besitzerin zur Zusammenarbeit bereit, impft die Tiere, da sie hier auch Hunde in Urlaubspension aufnimmt!

Beide Katzen werden vom Tierarzt der Perrera gechipt und wir sind froh, sie am nächsten Tag mit nach Deutschland nehmen zu können!

 

Nachtrag 27. Oktober 2008: Während  Sie diese Zeilen lesen ist Espola bereits vermittelt worden, Kiko hat über den Verein www.tiere-in-spanien.de auch schon ein Zuhause gefunden, Pita ist bei diesem Verein bereits in Pflege untergebracht, ebenso die Schnauzerhündin Torrella, die wir dort kennen lernten! Boxerrüde Bravos durfte auch kurz nach unserem Besuch raus, die Boxernothilfe bekam von uns seine Fotos und sagte die sofortige Aufnahme in Deutschland zu.
Die Perserkätzin Pelusa durfte mit uns nach Deutschland und fand kurz danach ein Zuhause, der FelV-positive Kater wartet in Sicherheit in einer spanischen Pflegestelle und die blinde, scheue Mieze ist inzwischen bei mir in Pflege und operiert!
Wir freuen uns unendlich, Ihnen diese Zeilen tippen zu können!
 


Ein weiterer Ort des Schreckens....

 

Wieder mal betrete ich das Gelände hinter der Perrera in Begues. Und weiter schlägt mir die Perversität dieser Orte ins Gesicht.

Auch hier wird weiter gezüchtet, die Elterntiere werden benutzt bis sie vor Schwäche umfallen, sie haben keinerlei Wert, nur ihre Erzeugungen und in diesen wird nur der Euro gesehen.

 


Gleich am Eingang steht ein trauriges Boxerpärchen! Der Züchter hofft darauf, dass die Hündin bald wieder läufig ist. Wir sehen uns das Pärchen an, sehen die Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit in ihren Augen und wir dürr sie sind. Futter ist wie in allen anderen Zwingern nicht zu sehen, der Wassertrog wie in allen anderen ein Drecks-Schlamm-Loch. Der Rüde ist so entsetzlich dürr, ein Skelett mit Haut darüber.

 

 


Als wir sie streicheln wollen, sind sie erst unsicher.
Man sagt uns, dass es keine Chance gibt, die beiden heraus zu bekommen. Ich denke an die vier Retrierverinnen, die wir auch raus holen konnten, und will nicht so schnell aufgeben.

Ich bitte darum, dass man mit dem Besitzer spricht, ob er sie an uns abgeben würde und man verspricht uns, es weiter zu geben. Dann heißt es warten....
Wir gehen weiter...

 


Weiter drüben auf dem Gelände steht das Pferd der Besitzerin der Tötungsstation. Es ist 25 Jahre alt, abgemagert und in schlechtem Allgemeinzustand, dazu recht handscheu und vor allem steht es alleine auf dem Gelände. Pferde sind Herdentiere, für die es eine echte Qual ist, alleine gehalten zu werden. Denn sie finden als Fluchttiere nur Sicherheit im Schutz einer Herde.
Die Stute läuft nicht weg, aber möchte nicht berührt werden. Selbst wenn sie weglaufen möchte, könnte sie es nicht, denn ihre Beine und Hufe sind in sehr schlechtem Zustand, sie kann sich nur langsam und humpelnd fortbewegen.
Als wir die Besitzerin vor allem auf die ungepflegten Hufe ansprechen, erzählt sie uns, dass alle 4 Wochen der Hufschmied käme und die Hufe pflegen würde.
Als wir ihr klarmachen, dass dies auf keinen Fall sein kann, ernten wir von ihr überraschte Blicke und von ihren Begleitern nur abschätziges schmunzeln.
Die Hufe sind nach meiner Einschätzung sicherlich seit einem Jahr nicht mehr behandelt worden. Dies erzeugt eine Fehlstellung der Gelenke und das Tier kann sich auf die Dauer nicht mehr richtig und schmerzfrei bewegen.
Wir sagen ihr zu, Fotos von korrekt bearbeiteten Hufen zu senden und sie sagt zu, ihren Hufschmied zur Rede zu stellen.

Glauben können wir das allerdings nicht, vor allem nicht, nachdem wir noch gefragt werden, ob die Stute noch reitbar wäre und wie alt denn so ein Pferd werden würde. Offensichtlich wird nun abgewägt, was noch "rentabel" ist oder nicht.


Weiter vorne auf dem Gelände gehen wir an einem Zwinger vorbei, in dem eine Beagle-Familie am Zaun auf und ab hüpft. Die Babies sind noch klein und kreischen vor Hunger und wollen Zuwendung, aber wir können uns dem Zwinger nicht nähern. Schwersten Herzens gehen wir weiter...

 


Das Schreien der Beagle-Welpen noch im Ohr, kommen wir zu einem Zwinger, in dem eine Mama mit zwei nur wenige Tage alten Babys lebt. Im ersten Moment dachten wir, sie sind schon tot oder sterben gerade. Als uns gesagt wird, dass diese Babys unerwünscht sind, ist uns allen klar - lange werden sie nicht mehr überleben!



Mamahündin - MyVideo

 

Ich verstehe die Welt nicht mehr! An diesem Ort wird unter den schlimmsten Bedingungen gezüchtet und nur wenige Meter weiter ist eine Tötungsstation! Was wird er mit den unerwünschten Babys machen? Was passiert mit den Hunden, die er nicht verkaufen kann? Was müssen die Elternhunde nach jahrelangen Qualen erleiden, wenn sie keine Welpen mehr bekommen können? Ich kann und will es mir nicht vorstellen! Ich kann nicht mehr hinschauen und wir gehen wieder weiter...

 

Nachtrag 27. Oktober 2008: Das Boxerpärchen ist in Sicherheit, wir konnten sie bei einer spanischen Tierschutzkollegin unterbringen und sobald das Paar reisefertig ist, wird es nach Deutschland kommen und von dem Verein Boxernothilfe e.V. (www.boxernothilfe.de) übernommen! Die Mama mit ihren Welpen konnten wir ebenfalls mit Hilfe der spanischen Tierschützerin Rosa Castaner raus holen und sie sind jetzt in Rosas spanischer Tierschutzstation in Sicherheit!

 

 

 

 

Die Hunde-Auffangstation

 
Nach dem schrecklichen Besuch in der Tötungsstation von Begues fahren wir in die Hundepension, die Auffangstation, in der auch unsere Hunde nach der Rettung aus der Tötung warten, bis sie nach Deutschland ausreisen dürfen. Hier sind die Hunde zwar auch in Zwingern untergebracht, doch haben sie darin Versteckmöglichkeiten und müssen nicht auf dem kahlen Zwingerboden liegen. Sie bekommen täglich Futter und der Zwinger wird jeden Tag gereinigt. Hier werden die Tiere für die Ausreise nach Deutschland fertig gemacht, d.h. sie bekommen die nötigen Impfungen, werden kastriert, usw.

 


Als wir durch die Reihen gehen auf der Suche nach unseren Hunden, die wir fotografieren wollen, bricht ein Höllenlärm los. Jeder versucht unsere Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, egal wie. Die einen bellen wie verrückt, andere springen ständig am Gitter hoch und wieder andere sind ganz still und schauen uns einfach nur mit ihren traurigen, aber hoffnungsvollen Augen an. 

 

  

 

Wir bekommen eine lange Liste dieser Vierbeiner und beschliessen, sie zu fotografieren und etwas einzuschätzen.
Mit etwas mulmigem Gefühl gehen wir ganz alleine in die Zwinger, zu völlig fremden Hunden, nicht wissend wie sie uns gesonnen sind... Doch wir werden immer wieder positiv überrascht, denn wir müssen oft zu dritt darum kämpfen, dass keiner der Vierbeiner aus seinem Zwinger entwischt, denn sobald man die Tür öffnet, schlägt einem unglaubliche Freude auf vielen Pfoten entgegen! Jeder Hund versucht als erster herauszukommen, sich irgendwie (meist durch extrem lautes Gebell und ständiges Auf-und-abhüpfen) bemerkbar zu machen: "Nehmt mich" Ich bin ein Lieber! Schaut mal wie freundlich ich bin! Wirklich, ich will sofort mit Euch gehen...!"
So viele tolle Hunde die eigentlich hätten getötet werden sollen und nun schon in Sicherheit sind...

Wir nehmen einen nach dem anderen aus dem Zwinger und versuchen die überschwängliche Freude etwas zu bremsen und vernünftige Fotos zu knipsen. Manche Hunde müssen wir zu zweit festhalten, damit sie sich nicht ungewollt selbständig machen und dem Drang nachgeben, endlich mal wieder nach Herzenslust zu rennen.

Gute Fotos sind die Fahrkarte in ein neues Zuhause, aber am allerwenigsten interessiert das einen eigentlich bildschönen schwarzen Cockerspaniel. Er hat ganz andere Vorstellungen davon, was sich in Sachen "Eigenwerbung" gut machen würde, denn er wälzt sich sofort mit Genuss in einem Haufen Tannennadeln und Schmutz. Anfangs versuchen wir noch, ihn davon abzuhalten, aber er hat so eine Freude daran, dass wir lachen müssen und ihm den Spass gönnen. Die Auffassungen von "schön" sind eben sehr unterschiedlich...

 

Der Cocker mit der eigenwillige Friseur hat ebenfalls nach Verschickung unserer Bilder eine Organisation gefunden, die ihn nun auf ihrer Honepage vorstellt: www.cocker-und-setter-in-not.de


 

Salina: ruhig steht sie an der Zwingertür und blickt uns entgegen. Vorsichtig steckt sie die Schnauze aus den Gitterstäben und beschnuppert uns. Am liebsten würde diese kleine Dame ja ein bißchen "betüdelt" werden.

 


Pablo empfängt uns ebenso mit seiner ruhigen Art und seinen wunderschönen Augen. Wer die Rasse kennt, weiß wie schlimm es für ihn sein muss, in einem Zwinger zu sitzen. 

 


Ganz anders Samir. Als wir seinen Zwinger erreichen, steht er minutenlang auf seinen Hinterbeinen und macht "BITTE-BITTE" zu uns! Natürlich haben wir ihm seine Bitte sofort erfüllt und haben ihn aus dem Zwinger gelassen. Glücklich rennt er sofort los und würde am liebsten gleich stundenlang Gassi gehen. Leider kann Samir diesmal nicht mitreisen. 

 


Dann sehen wir Benji. Benji ist in dem " Kleine-Rentner-Zwinger" untergebracht. Er fällt uns sofort auf, weil er uns gar nicht beachtet und alleine hinten im Zwinger liegt. Unbeteiligt lässt er sich fotografieren und filmen. Er scheint schon aufgegeben zu haben. Aber das lassen wir nicht zu! Leider kann er diesmal noch nicht mit ausreisen, weil er eine Erkältung hat, aber sobald es ihm besser geht, wird er hier in Deutschland erfahren, wie gut ein Hundeleben sein kann!

 


Diese Hunde warten leider immer noch in Spanien auf die Reise in ein besseres Leben. Hoffentlich finden sie bald ein Zuhause... 

 

Und dann ist da noch Saphira! Als wir sie fotografieren und filmen, schmiegt sie sich fest an mich. Ich spüre ihre Unsicherheit und versuche, ihr Vertrauen und Rückhalt zu geben. Schon nach kurzer Zeit wird sie lockerer und schaut sich neugierig in ihrer Umgebung um! Wie gern würde sie jetzt einen schönen langen Spaziergang durch Wiesen und Wälder machen und sich danach auf einem kuschligen Kissen ausruhen. Die Realität schaut leider noch anders aus...
Als wir sie zurück in den Zwinger tun, will ich sie gar nicht mehr loslassen und auch Saphira kann es kaum noch erwarten, das Leben außerhalb des Zwingers kennen zu lernen!

 

 

Sicher kann man aus der Ferne sagen, "Man kann nicht alle retten". Das wissen wir. Aber jeder einzelne Hund hier ist es wert: jede Arbeit, jede Mühe, alle Nerven.
Aus der Ferne, wenn man kein Foto der Hunde sieht die auf der Tötungsliste stehen, kann man immer noch sagen "es hilft nicht, das Problem zu lösen wenn man die Hunde mit nach Deutschland nimmt". Das hören wir nur allzuoft.
Aber kennt man die Fotos, und sieht man dann hier in die glücklichen Augen der geretteten Hunde, dann zählt nichts anderes mehr, dann kann man nicht mehr anders als seine ganze Energie und Kraft in die Rettung dieser Tiere zu investieren.
Dieser Anblick und diese Erlebnisse hier geben einem dann wieder den Mut, sich gegen Anfeindungen von Gegnern des Auslandstierschutzes zur Wehr zu setzen und es gibt keine besseren Argumente FÜR den Auslandstierschutz als diese Tiere hier, die vor einem unermüdlich am Gitter hochspringen, die meisten voller Lebensfreude und bereit für einen neuen Start.


 



Das Tierheim Castell Bisbal

 

 

 

 
Wie immer eine herzliche Begrüßung bei Monica Planas im Tierheim Castell Bisbal. Wir luden schnell einige Spenden aus und Monica freute sich sooo sehr darüber.

 

 

Besonders die Katzen-Kratzbäume und das Katzenspielzeug war einfach der Hit, denn dies beschert den wartenden Katzen ein Mehr an Lebensqualität. Die HelferInnen vor Ort bemühen sich sehr, aber Zeit zum Spielen gibt es einfach zu wenig. So sind die Katzenspielsachen ein prima Ersatz!

 

 

 

Monica zeigt uns ganz stolz ihr Katzenhaus. Ein Ehepaar - stellt dafür sein leeres Haus zur Verfügung und dies ist wirklich ein absoluter Glückstreffer! Denn hinter einer hohen Mauer geschützt liegt ein Häuschen, in dem die Katzen wunderbar untergebracht sind. Es ist schön zu sehen, dass es doch einige Leute gibt, die auch ein Herz für die notleidenden Katzen dort haben und nicht nur wegsehen, sondern mit anpacken.
Monica erzählt uns, dass Antonio die ganze Woche geschäftlich unterwegs ist, aber kaum ist er am Wochenende zu Hause, geht er seiner Lieblingsbeschäftigung nach: die Katzen aus Castellbisbal in diesem Haus zu hätscheln und zu pflegen.

In den letzten Jahren ist einiges dort geschafft worden. Zum Beispiel wurden die Fenster vergittert, so dass die Katzen bei schönem Wetter dort sitzen, beobachten oder in der Sonne dösen können. Das ganze Haus wirkt frisch und luftig, die Katzen haben verschiedene Zimmer zur Verfügung und alles ist wunderbar hell und liebevoll gepflegt. Monica zeigt uns einige der Katzen die am übernächsten Tag ihre Koffer packen und uns nach Deutschland begleiten werden: Mixina, Jazz, Fifi, Filomena, Safe, Bonic und Shiva.
Sie zeigt uns auch eine "Minitruppe" die erst vor kurzem dort eingetroffen ist, und die noch nicht so richtig glücklich über ihre Rettung sind. Denn so klein sie auch sind, so energisch können sie schon fauchen.

 

 

Für Sylvia und Eva, die das erste Mal mit in Spanien waren, machte Monica eine Führung durch alle Räume. Wir lernten die Katzen kennen, einige von ihnen durften ja wenige Tage danach mit uns nach Deutschland fahren, wo ihre neuen Familien schon warteten. Und dann waren da die ganz kleinen neuen Katzenbabys, die noch aufgepäppelt werden und in einigen Wochen dann auch ein Zuhause suchen.
Geht man so durch die Räume, ist es sehr bewegend. Denn alle diese Katzen waren unerwünscht, viele fand man in Müllcontainern. Hier haben sie einen Ort der Zuflucht gefunden, hier beginnt ihre echte Zukunft. Wenn ich dies alles vor Ort immer so sehe, werde ich immer ganz still....es ist wunderbar an einem Ort zu sein, wo so viele gerettete Leben um einen herum laufen.

 

 


Als wir die Spenden ins Haus brachten, schauten uns die Katzen neugierig zu. Wir stapelten alles auf einen Tisch und schon kam Kater Tito und erkundete alles. Je mehr wir brachten, umso aufgeregter wurde er. Er schaute uns an und forderte uns auf, doch endlich diese tollen Geschenke auszupacken. " Das ist wie Weihnachten", wiederholte Monica immer wieder. Wir haben ein paar Sachen ausgepackt und alle fingen sofort an zu spielen. Schön wie man mit solchen Kleinigkeiten etwas verändern kann. Könnte es doch für jede Katze in Barcelona Weihnachten sein....
Danach fuhren wir in das Tierheim von Monica. Schon von außen war ich sehr beeindruckt. Alles sah sehr sauber und gepflegt und mit viel Liebe hergerichtet aus. Die Gehege sind dort sehr groß, so dass die Hunde viele Platz zum laufen haben.

 

 


Als wir in das Haus hineingehen, kommt uns eine ganze Schar von Junghunden entgegen gesprungen. Da ging es hoch her. Es wurde begrüßt, geschmust, gespielt, gebellt,... Ich wusste schon gar nicht mehr, wen ich als nächstes streicheln soll, da merke ich, wie jemand zaghaft seine Vorderpfoten auf meine Beine stellt. Ich schaue runter und sehe eine schwarze Hündin scheu, aber neugierig zu mir hoch blicken. Ich beuge mich hinunter zu ihr und streichle sie. Sofort drückt sie sich zu mir her und schleckt meine Hand. Mir kommen fast die Tränen... Unter den vielen wilden Junghunden ist sie so unscheinbar. Ich frage Monica sofort, wie sie heißt und ob sie schon von einer Tierschutzorganisation vorgestellt wird. Lorna wird vielleicht schon bald eine neue Familie haben, erzählt mir Monica. Ich drücke sie ganz fest an mich und flüstere ihr alles Gute ins Ohr. Hoffentlich wird sie es gut haben, in ihrem neuen Leben...

 


 

Dann erzählt uns Monica die Geschichte von Rio.
Rio lebte mit einer Gruppe anderer Hunde an einem nahe gelegenen Fluss. Er konnte erst nach einigen Tagen von den Tierschützerinnen eingefangen werden. Wenn man Rio in die Augen sieht, kann man erahnen was er schon alles erleben musste! Irgendjemand hat ihm einen Teil seiner Zähne ausgeschlagen! Unvorstellbar...!!! Die Wunden wurden nie tierärztlich untersucht! Als ich ihn in die Arme nehme, merke ich, wie er sich am liebsten vor allem verstecken würde. Ängstlich kauert er sich in die Mulde von meinem Arm. Wenn ich ihn auf den Boden stelle, bleibt er unsicher stehen.
Monica erzählt uns, dass sie sehr stolz auf Rio sind. Er macht jeden Tag Fortschritte. Mittlerweile lässt er sich schon streicheln und ein Geschirr umlegen! Am Anfang war das unmöglich!
Während ich ihn im Arm halte, fasst er langsam Vertrauen zu mir. Immer wieder wagt er einen scheuen Blick in mein Gesicht und als ich ihn wieder frei lasse, bleibt er noch einen kurzen Augenblick bei mir stehen.
Nun soll er endlich kennen lernen, was er so lange entbehren musste! Liebe, Respekt und eine Familie, die ihm die Welt zu Füßen legt!

 

Draußen in einem der Zwinger wirft sich ein wunderschöner und bulliger schwarzer Listenhund an die Gitter und fordert mich zum Kraulen auf, was ich gerne mache. Plötzlich dreht der Rüde sich um, läuft auf seinen Liegeplatz und bringt mir - einen quietschrosafarbenen Ball! Dessen Halteschlaufe schlenkert er geschickt durch das Gitter, damit ich sie nehmen und mit ihm ein Zerrspiel machen kann.
Zweifellos könnte er mich mühelos aus den Schuhen hebeln, würde er auch nur ein einzigesmal richtig am Ball anziehen. Aber das will er gar nicht, er zerrt nur ganz vorsichtig, denn er will einfach spielen, spielen und nochmals spielen... ein großer herzlicher Teddybär im leider für unser Bundesland "falschen Pelz".
Aber er ist hier in guten Händen. Dieser Hund hat mir wirklich ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.


 

 

Abfahrt...

 

Kurz vor Abfahrt fanden wir noch ein kleines schwarzes Babykätzchen mitten auf einer Kreuzung sitzend. Natürlich haben wir es mitgenommen und an die Katzenschützerinnen übergeben, damit sie das Kleine in eine Pflegestelle mitnehmen konnten. Es hat den Namen "Miu" bekommen.

 


Vor der Abfahrt wurden alle restlichen Spenden ausgeladen. Viel Hundefutter und dann auch ganz viele Dinge für die Katzenschützerinnen!
Sie schleppten Kratzbäume, Katzenspielzeug und Futter und alles wurde in die Autos geschlichtet. Und immer wieder der erstaunte Blick der Katzenleute zu uns, dass es in Deutschland wirklich Menschen gibt, die diese Dinge für sie mit schickten, Menschen die wirklich abgesehen von der Adoption der Katzen Anteil am Schicksal der Katzen und am Aufenthalt der Katzen in den Auffangstationen haben!
Auch ich war wie immer total berührt, die vielen ausgeladenen Spenden zu sehen und freute mich, diese Dinge wie eine Botschaft überbringen zu können. Die Botschaft ist, dass es Menschen gibt, die aus Deutschland versuchen die Arbeit der Katzenschützerinnen ein klein wenig mit zu tragen und die diese Arbeit so sehr schätzen.
Ich denke die Botschaft kam an und es gab ein klein wenig Kraft in einer Zeit, in der die Verzweiflung so groß ist.

 

 


Kaum hatten wir die vielen Spenden ausgeladen, wurden auch schon die vielen Katzen und Hunde in den Boxen in den Transporter getragen und für die Reise startklar gemacht. Da ich das erste mal dies erleben durfte, war ich sehr aufgeregt und gespannt, wie die Tiere auf die kommende Abreise und die Nervosität aller Helfer reagieren. Ich war erstaunt, wie ruhig die Tiere blieben! Hier und da gab es mal ein Mauzen oder ein Bellen, aber sonst schien es fast so, als würden sie es spüren, dass sie in ein neues Leben bei ihren neuen Familien oder Pflegestellen gebracht werden.

 



 

 

 

Ankunft in Deutschland...

 

Nach 17 Stunden anstrengender Fahrt kommen wir endlich in Parsdorf an. Strahlendes Wetter hat uns die Fahrt erleichtert und als wir die unzähligen Leute sehen, die die Tiere und uns erwarten, müssen wir alle drei schlucken...

 

 


Jetzt wird uns klar, wie sehr die wartenden Menschen sich auf ihre Vierbeiner freuen, wie sehnsüchtig sie erwartet werden. Dies ist der endgültige Startpunkt für unsere Schützlinge in ein besseres Leben.

 

 

Als ich die vielen Menschen sehe, die uns erwarten, muss ich mich ganz schön zusammen reißen. Die ganze Zeit konnte ich meine Gefühle zurück halten, hab mir meine Tränen immer verdrückt, doch jetzt wird mir erst richtig bewusst, was wir alles erlebt und gesehen haben und was es für die Tiere bedeutet, dass wir sie mitgebracht haben.

Als wir anhalten, schauen wir uns alle drei kurz an und atmen einmal durch, bevor der Sturm losbricht und die vielen Katzen und Hunde in ein besseres Leben entlassen werden...


Die Türen gehen auf und sofort wird die alte Mini-Hündin Polly, die die ganze Strecke völlig entspannt auf unserem Schoss mitfuhr, an ihre Pflegestelle übergeben. Der Tierarzt wartet schon in seiner Praxis um sich der alten Hundedame anzunehmen. Wir haben lange überlegt, ob sie die Fahrt gut überstehen kann, aber nach Absprache und Zustimmung von drei Tierärzten haben wir die Chance für sie ergriffen und sie mitgenommen. In Spanien hätte sie keine Überlebenschance mehr gehabt.

 

 


Unser Team vor Ort leistet wie immer professionelle Arbeit. Schnell und routiniert werden die Hunde ausgeladen und an ihre Familien übergeben. Sie dürfen auf der THV-Hundewiese schnuppern, sich bewegen und bekommen pfundweise Leckerlis.

 

 

 

 

Eva hält verzückt ihren neuen Pflegehund Amadeus im Arm und man sieht jetzt schon, dass bei seiner Vermittlung sicher bald etliche Tränen fließen werden!
 


Die Katzen werden sofort in die bereitstehenden Autos geladen, damit sie sowenig Stress und Aufregung wie möglich mitbekommen.

 


Ich glaube es fliessen bei den Menschen reichlich Tränen, bei den einen ganz offen, bei vielen ein wenig versteckt...

Alle sind gut angekommen, ziemlich geschafft aber glücklich. Die lange anstrengende Fahrt ist vergessen angesichts der vielen leuchtenden Augen und der glücklichen Menschen und Tiere.
Die Tiere waren während der gesamten Fahrt sehr still, kein Gebell, kaum Gemaunze - ganz also ob sie wussten, dass es ab jetzt nur besser werden wird.

 

Es waren fünf Tage voller Eindrücke, Emotionen, Erschöpfung, etlichen Tränen und HOFFNUNGEN!
Wir möchten uns für die Gastfreundschaft der spanischen Kolleginnen und die viele Zeit die sie uns schenkten bedanken! Ebenso bei dem Team der THV, die diese Reise mit uns vor- und nachbereiteten und wie immer überall anpackten, mitschleppten, organisierten, überredeten, putzten und was sonst so anfiel!

 

Eva Heinzinger, Sylvia Enders und Tina Hamp
Oktober 2008

 


Side Column