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Spanienreise August 2011
Auf geht’s nach Spanien ...
Liebe LeserInnen, im Folgenden berichten wir Ihnen von unserer Spanienfahrt im August 2011. Wir, Susanne Werner und Sandra Hörbrand, möchten Ihnen von unseren Erlebnissen erzählen und damit dazu beitragen, dass wir dort mit vielen Menschen gemeinsam mehr helfen können.
Wir riefen vor der Fahrt auf der Startseite unserer Homepage auf, dass wir dringend benötigte Sachspenden gerne mit nach Spanien nehmen. Die spanischen TierschützerInnen freuen sich immer total über die mitgebrachten Spenden! Es fehlt in den Stationen leider immer das Geld, dass auch der Lebensstandard der Schützlinge verbessert werden kann. Ist klar, das wenige Geld, das zur Verfügung steht wird in erster Linie für dringendere Dinge ausgegeben, wie laufende Futter- oder Tierarztkosten.
Am Wochenende vor der Fahrt kamen dann die ganzen Sammelstellen zusammen und haben Ihre vielen Spenden in den Bus geladen. Es war diesmal ganz viel Trockenfutter für Hunde und Katzen dabei. Spielsachen für Katzen und sogar einen Kratzbaum (mit Aufbauanleitung für die Spanierinnen) werden in Zukunft das Leben von ein paar Katzen verbessern!
Wir möchten an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die lieben Spender und Spenderinnen aussprechen, ohne Sie wäre das alles nicht möglich!
Am Donnerstag Spätnachmittag ging es dann endlich los, Susanne und ich konnten es schon kaum erwarten, wir verluden dann noch schnell ein paar kurzfristig eingetroffene Spenden und unser Gepäck und dann ging es los! Juhu, es ist für uns eine super aufregende Fahrt, denn beide sind wir erstmals komplett in der Planung und Fahrtorganisation dabei gewesen und nun auch selbst verantwortlich!

Susanne gibt gerade Bescheid, dass wir gut losgekommen sind.
Abfahrt nach Barcelona
Wir beide wollten natürlich schnellstmöglich in Spanien ankommen und beschlossen die Nacht durchzufahren. Wir haben uns immer schön abgewechselt, so dass immer eine von uns soweit ausgeruht war um auch voll konzentriert fahren zu können! Sobald man auf dem Beifahrersitz saß sind auch schon die Äuglein zugefallen ;o)

Unsere Fahrt in den Sonnenuntergang
Wir fuhren relativ entspannt, denn wir waren mit unserem eigenen Vereinsbus unterwegs, den wir beide mit seinen kleinen Macken kannten, dachten wir bis dahin! ;o) Mitten in der Nacht war dann die Aufregung groß, wir waren mitten in Frankreich und plötzlich lief der Motor heiß! Die Kühltemperaturanzeige schwankte immer wieder gefährlich nahe dem roten Bereich! Wir zwei Mädels also schnell mal im Handbuch nachgeschaut, hmm, leider standen da nur wenig hilfreiche Tipps, die wir alle schon kannten ;o) Auf einer Tankstelle entdecken wir dann ein deutsches Auto mit zwei jungen Kerlen drin, wir dachten unsere Retter ;o) Kurzer Blick in den Motor, es könnte jetzt das oder das sein, oder doch nicht? Sie wollten uns dann noch eher überreden nur in Südfrankreich Urlaub zu machen, jedoch kam das natürlich nicht in Frage ;o) Also stiegen wir wieder ein und versuchten einfach ihren Rat zu befolgen zwischen 80 und 110 km/h zu fahren und auf keinen Fall in irgendeine Stadt reinzufahren! Das zweite war ja nicht so schwer, das erste eher, denn wir kamen von nun an nicht mehr so schnell vorran. Ab jetzt hieß es ca 1 ½ Std. fahren und dann wieder ne gute halbe Stunde auf den Rastplatz fahren und den Motor abkühlen lassen! So verging die restliche Fahrt bis nach kurz vor die spanische Grenze, ab da lief der Motor wieder richtig gut und wir konnten somit wieder ohne weitere Pausen bis nach Barcelona fahren. Vielleicht vermuteten nun, dass er nur die Luft in Frankreich nicht vertragen hatte ;o).
Mittags um 12 Uhr waren wir dann nach 20 Std. Fahrt endlich im Hotel in der Nähe von Barcelona angekommen. Auch hier wollten wir aber keine Zeit verlieren und machten uns kurz frisch und telefonierten mit unserer spanischen Kollegin Monica, zu ihr ins Tierheim Castellbisbal durften wir dann auch kommen...
1. Station im Tierheim Castellbisbal
Naja, nicht ganz, als wir Monica von unserem Autoproblem erzählten setzte sie sofort alle Hebel in Bewegung, dass wir in eine Werkstatt kommen durften! Und somit ging es dann vom Tierheim erst mal Richtung Werkstatt, zwei Stunden nahm sich der Mechaniker Zeit um den Bus zu checken. Zum Glück konnte Susanne ein bisserl Spanisch und konnte ihm somit unser Problem erklären, das ja nun nicht mehr vorhanden war ;o) Zum Schluss stellte sich heraus, dass wohl ein Stecker zum Ventilator nicht genügend Kontakt hatte und somit dieser nicht ansprang. Er richtete uns das wieder und wir durften dann endlich ins Tierheim Castellbisbal. An dieser Stelle nochmals vielen, vielen lieben Dank für die liebe und schnelle Hilfe!!! Es war uns nun auch wohler heimzufahren, jetzt wo wir wussten, ok der Bus ist noch mal gecheckt (er wurde natürlich routinemäßig auch schon in Deutschland in einer Werkstatt gewartet, dass jedoch trotzdem ein kleines Problem auftrat war wohl Schicksal ;o) )

Tierheim Castellbisbal
Im Tierheim Castellbisbal wurden wir dann sofort von ein paar uns bekannten Gesichtern stürmisch begrüßt.

Bolet gab uns ganz viele Bussis zur Begrüßung, leider durfte er noch nicht mitfahren :(
Als wir noch mitten in der Begrüßung waren kam dann auch gleich ein Notfall herein und wir gingen weiter zu unseren Schützlingen von denen wir neue Fotos brauchten. Wir nutzten die Zeit natürlich ausgiebig auch für Streichel- und Schmuseeinheiten.
Dieser Junghund fand Susannes Bändel einfach super! ;o)
Das Tierheim beherbergt nicht nur Hunde sondern natürlich auch Katzen, zu denen durften wir dann auch noch schauen. Wir nahmen uns in dieser Fahrt sehr viel Zeit um mit den Tieren zu schmusen und einfach für sie da zu sein. Es war soooo unendlich schön, diese Freude bei den Tieren zu spüren. Leider haben die spanischen Kollegen vor Ort einfach nicht genügend Zeit um sich einfach mal in ein Katzenabteil zu setzen und zu spielen und schmusen. Durch unsere Schmuseeinheiten können wir natürlich auch unsere Schützlinge sehr viel besser kennen lernen.
In der Katzenstation waren wir auch bei den noch ziemlich jungen Mietzen und diese missbrauchten uns ein bisserl als Klettermöglichkeiten. So schnell konnte man gar nicht schauen wie man eine Katze auf den Schultern oder dem Rücken hatte.

Sandra und Susanne ;o)
Diese beiden warten sehnlichst auf ihre Familien...

Susanne mit Algódon und Tul, auch hier waren die Bändel wieder sehr gefragt
Außerhalb der Stationen leben auch ein paar Katzen die sich genüsslich in der Sonne räkelten...

Nachdem wir die Katzen auch ausgiebig beschmust hatten fuhren wir spät abends wieder zurück in unser Hotel. Dort saßen wir dann noch ein bisschen zusammen um gleich ein paar Notizen zu den Schützlingen zu machen, die wir gesehen und erlebt haben. Nach erledigter Arbeit fielen wir dann totmüde ins Bett und schliefen wohlig mit viel Vorfreude auf den nächsten Tag ein...
2. Tag - 2. Station in Olesa
Nach einem stärkenden Frühstück, checkten wir aus dem Hotel aus und machten uns gleich auf den Weg nach Olesa. In Olesa wurden wir auch gleich wieder von einer dort freilebenden Gruppe an Hunden begrüßt. Jedoch waren einige nicht gewollt ihre Schattenplätze aufzugeben ;o)

Es wird alles als Höhle und Unterschlupf genutzt ;o)
Nachdem wir auch die Pfleger dort begrüßten luden wir schon einen Teil der Spenden mit aus. Damit wir ja nicht zu wenig dort ließen, wurden wir von Yassi genauestens beobachtet.

Yassi neben einem Teil der Spenden.
Als wir das Hundefutter ausgeladen hatten, machten wir uns mit dem Katzenspielzeug und Bettchen auf zu dem Katzenhäuschen. Wir hatten für dort auch gaaaanz viel Zeit eingeplant. Schließlich gibt es hier sehr viele und kleine Abteile mit jeweils 2-4 Katzen drin. Wir wechselten uns ab, sodass wir in jedem Abteil Zeit zum Schmusen verbringen konnten. Auch unsere mitgebrachten Geschenke wurden super angenommen und es kam richtig Bewegung in die Bude ;o) Die Katzen wurden durch Baldrianmäuse und Raschelspielzeug angelockt ein bisschen zu spielen und den tristen Alltag zu vergessen.
In ein Abteil legten wir ein recht großes Bettchen, Caspar und Anakin genossen noch die letzten paar Stunden zusammen und putzten sich gegenseitig, ausgiebigst. Anakin durfte am Abend mit uns nach Deutschland in eine Pflegestelle reisen. Verhandlungen mit der Pflegestelle laufen aber, dass auch Caspar im September nachreisen darf ;o)

Caspar und Anakin kuschelten eng umschlungen
Katzen die nicht so verträglich mit anderen sind werden hier auch separat in ein einem Abteil gehalten, jedoch haben sie immer durch Gitter die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit anderen Samtpfoten.
Wir beide hätten dort ewig bleiben können, leider zwang uns die Zeit dazu wieder Richtung Bus zu gehen... Dort bereiteten wir schon ein paar leer gewordene Boxen für die Fahrt vor. Dies regte großes Interesse von ein paar Hunden. Sie beschlossen kurzerhand, dass wir die Boxen für sie herrichteten und ließen sich dort gleich nieder.

Susanne mit den Dreien, die freiwillig einsteigen wollten.
Es war sooooooo unglaublich schwer diese drei superfreundlichen und lieben Hunde wieder aus den Boxen zu locken und diese dann zu schließen, während ich diese Zeilen schreibe und wieder an die Blicke denke, laufen mir gerade die Tränen herunter... Solche Momente sind sehr, sehr schwer zu verkraften. Man weiß genau, den Hunden geht’s dort soweit ganz gut, jedoch fehlt ihnen einfach das Wichtigste im Leben:
eine eigene, sie liebende und versorgende Familie und ein wohliges Heim!!!

Sie versuchte uns auf eine andere Weise zu überreden...
3. Station in Vallirana
Am Nachmittag fuhren wir dann zu unserer letzten Station nach Vallirana. Auch hier konnten wir wieder reichlich Spenden ausladen.

Das hier ist nur ein kleiner Teil
Nachdem die Spenden für die Station vor Ort ausgeladen waren, parkten wir unseren Bus am anderen Ende des Geländes. Dort luden wir dann auch schon die restlichen Spenden für das Tierheim in Villena aus.

Unser Bus, mit den Spenden für Villena.
Und jetzt gab es wieder kein Halten für uns zwei, auf ging’s zu den Katzen. Wir wollten unbedingt wieder ein paar Fotos und neue Infos mit nach Deutschland nehmen. Als wir die Türe zu dem Katzengebäude öffneten begegnete uns, im Vorraum ein megaalter Schäferhund, er war total lieb und freute sich, dass mal jemand vorbeischaute. Doch wir mussten weiter... Ein paar Treppen hinauf und wir kamen in den nächsten Vorraum, wo auch noch ein paar kleine Hunde leben, auch hier wurden wir freudig begrüßt ;o) Hinter dem Gitter, das den Vorraum abtrennt leben dann die Katzen, doch was war das? In dem großen Katzenzimmer lebten auch drei Hunde. Rosa, die spanische Tierschützerin erklärte uns, dass diese Hunde behindert waren und wir sahen es beide auch sehr schnell, immer wieder sanken zwei davon mit den Hinterbeinen weg und fielen auf den Popo und der andere drehte sich unendlich im Kreis, die Wand als Stütze. Uns wurde auch erklärt, dass die Hunde krankheitsbedingt nirgends anders untergebracht werden konnten, ohne, dass sie sich selbst in Gefahr brachten. Wir gingen dann einfach mal mit Leckerlies „bewaffnet“ rein.

Sie war noch ziemlich jung.
Es war wieder ein riesiges „Hallo“ Die spanische Tierschützerin entschuldigte sich, dass es hier so aussieht, denn überall auf dem Boden lag Futter. Die Hunde hatten das Futter wohl auf dem Boden verteilt, wir entdeckten einige Katzen, denen das so gar nichts ausmachte, sie spielten voller Begeisterung mit den kleinen kullernden Teilchen ;o)
Auch hier hieß es streicheln und schmusen bis zum Umfallen. Mit den Hunden im Raum war das gar nicht so einfach, denn auch sie freuten sich natürlich über Streicheleinheiten und durch ihre quirlige und lebensfrohe Art wollten sie immer mit uns mit. Leider fielen sie halt beim Gehen hinten immer wieder um, standen wieder auf, liefen ein paar Schritte und plumps lagen sie wieder. Jedoch mit diesem Leuchten und einer Entschlossenheit in den Augen, das sagte so einiges aus ;o) Leider brachte das halt ziemlich viel Unruhe in den Raum und manche Katzen ließen sich leider dadurch immer wieder verscheuchen, anderen machte das gar nichts aus, gerade mit dem Welpen spielten sie sehr gerne. Wenn es allerdings zu grob wurde, brachen sie das Spiel auf katzentypische Art ab ;o)

Loreto hatte sich einen Sonnenplatz ergattert und döste vor sich hin.
Wir gingen dann abends wieder runter zum Bus und sahen auch gleich jemanden, der schon darauf wartete endlich zu starten.

Opi Bobby hatte sein Ticket in der Tasche und lachte uns schon entgegen.
Dann hieß es Abschied nehmen, die spanischen Tierschützerinnen von ihren Schützlingen und wir von ihnen. Wir versprechen natürlich so bald wie möglich schöne Fotos von ihren Lieblingen zu schicken, denn das ist sehr, sehr wichtig für sie zu sehen, dass es ihnen auch wirklich gut geht. Die SpanierInnen finden oder bekommen sie ihn einem zum Teil völlig verwahrlosten Zustand, päppeln sie auf und sehen zu, wie ihre Schützlinge sich entwickeln und dann reisen sie ab und dürfen weit weg in eine Familie ziehen, die wir in Deutschland ausgesucht haben. Man kann da diese kleine, aber wichtige Bitte sehr gut nachvollziehen! Es werden noch mal alle feste gedrückt und wir winken ihnen noch aus dem Bus zu, bis wir niemand mehr sehen. Alle sind happy, aber auch ein bisserl traurig zu gleich. Es sind so wunderbare Menschen die wir in Spanien kennen lernen durften und mit denen es unglaublich viel Spaß macht zusammenzuarbeiten. Wenn man bedenkt, was sie alles für die Tiere leisten, Hut ab! Und es fällt jedes Mal schwer Abschied zu nehmen, gerne würden wir sehr viel länger dort bleiben und noch mehr helfen, aber auch hier in Deutschland werden wir gebraucht und so reisen wir ab...
Es liegen ein paar Stunden Fahrt noch vor uns, jedoch sind alle total entspannt. Man kann es immer kaum glauben, dass Hunde und Katzen immer total ruhig sind. Aber die Tiere spüren einfach, dass es jetzt für sie ins Happy End geht.
Gut gesichert und angegurtet genoss Hundekind Miranda die Fahrt sichtlich.

Sie kuschelte sich immer ganz eng an uns und war total brav!
Gegen Mittag war es dann soweit, das Tierschutzgelände war wenige Minuten entfernt und wir beide konnten es kaum mehr erwarten! Noch eine Kurve und das Gelände kam in Sicht, wie immer warteten schon alle im eingezäunten Gelände auf uns.

Wir Fahrerinnen helfen noch hier und da ein bisserl mit, geben noch Infos weiter und ansonsten dürfen wir die überglücklichen Gesichter einfach genießen! Es ist ein soooo tolles Erlebnis. Es ist unfassbar, die Hunde kommen zu, für sie völlig fremden Personen, sind aber gleich total freundlich und meist super drauf! Die Adoptanten haben aber auch leckere Dinge dabei, diesmal gab es zum Beispiel gekochtes Hühnchenfleisch. Welches Hundeherz lässt das nicht höher schlagen? ;o) Manchmal ist ein Hund aber auch noch etwas schüchtern und kann sein Glück noch gar nicht fassen. Diese tauen aber dann beim Laufen auf dem eingezäunten Gelände meist recht schnell auf!
Nachdem alle ausgestiegen und sicher übergeben sind, werden im Bus wieder alle Boxen auseinandergenommen, gereinigt und desinfiziert, auch hier helfen alle zusammen.
Während all dessen kommt in uns Fahrerinnen der Wunsch auf:
Wir würden am Liebsten so schnell wie möglich wieder fahren, denn Menschen und Tiere auf einmal glücklich zu machen ist einfach unglaublich schön!!!
Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja auch bald ;o)
Susanne Werner und Sandra Hörbrand
August 2011
