Tierhilfe Verbindet e.V.


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Spanienfahrt Juni 2009

Eine Reise nach Barcelona ...
Juni 2009


Liebe LeserInnen, im Folgenden berichten wir Ihnen nun endlich von unserer Spanienfahrt im Juni 2009. Die letzten Wochen waren arbeitsintensiv, aber nun ist unser Bericht da.

Im Vorfeld unserer Junifahrt gab es einen Spendenaufruf auf unserer Homepage, in dem wir um Sachspenden für unsere Kolleginnen - besonders für das AVE-Projekt - baten. Wieder einmal waren wir überwältigt von den vielen Spenden, die da zusammen gekommen waren. Einige Tage vorher trafen sich etliche HelferInnen, um den Bus schon mal zu beladen. Erst als jeder Winkel ausgeschöpft war, gingen die Türen zu. :-)

Am Dienstagabend, den 9. Juni, ging die Fahrt dann los. Eva und ich brachen noch nachts auf und waren dann am Mittwochabend in Barcelona ... und es begannen drei ereignisreiche Tage!


Besuch am AVE-Gelände


Als wir mit unserem gefüllten Bus auf das AVE-Gelände rollten, staunten Carmen, die Projektleiterin, und ihre HelferInnen nicht schlecht. Um die Überraschung nicht vorweg zu nehmen, hatte ich ihr gesagt, dass wir ihr zwei von den dringend benötigten Gitterboxen zum Separieren der kranken Katzen bringen würden. Sie hatte sich riesig gefreut.

 
Ausladen der Spenden am AVE-Gelände

 

Als wir dann aber zehn  Stück ausluden, hat es sie fast umgehauen, sie konnte es einfach nicht glauben und Eva hat sie genau in dem Moment fotografiert! :-)

 

 
Carmen kann es nicht glauben, wie viele Boxen gespendet wurden!


Wir luden auch Katzenhöhlen und -bettchen, Katzenfutter, Spielzeug und Kratzbäume aus und füllten damit etwas Vorrat auf. Gut, bei 220 Katzen reicht unser Futter sicher nicht für lange, aber immerhin. Alle haben sich riesig gefreut.

 


Die Futtersäcke sind ein riesiges Glück


Wir hatten auch noch Geschenke dabei, die eine unserer lieben Patinnen für die AVE-HelferInnen selbst gemacht hatte. Kleine gehäkelte Mäuse als Schlüsselanhänger!!!! Alle freuten sich riesig, vor allem weil in dem Moment noch mehr spürbar war, dass es Menschen gibt, die soo sehr Anteil an der Geschichte AVEs haben, und dass diese Menschen auch die nicht vergessen, die all diese Hilfe für die AVE-Katzen überhaupt erst möglich gemacht haben.

 


Ein Teil des AVE-Teams


Vor dem AVE-Gelände lebt eine Frau, die obdachlos ist. Sie lebt dort zusammen mit ihren Katzen. Auch dorthin haben wir einige Sachen gelegt und einer der Kater fand die Katzenhöhle gleich richtig klasse!

 


Der Kater der obdachlosen Frau freut sich riesig über die Katzenhöhle


Wir besuchten natürlich auch die Katzen am Gelände. Schnell bemerkten wir, dass sich die Situation gebessert hatte. Durch die vielen Geldspenden, die wir an AVE weiter reichen durften, konnten die Katzen wieder besser medizinisch versorgt werden. Wir sahen weitaus weniger kranke Katzen als bei unserem Besuch im April.

 


Die Katzen am AVE-Gelände


Klar, für alle reicht es finanziell trotzdem nicht und so manche muss noch warten, bis eine Behandlung möglich wird.



Der Kater ist sehr krank, eine Behandlung wird durch die gespendeten Quarantäneboxen möglich


Aber insgesamt hat sich die Lage sehr verbessert und in meinem Kopf hämmerte ständig "Dranbleiben". Denn jetzt heisst es wirklich dran bleiben, um das AVE-Projekt weiter zu unterstützen, nicht zu vergessen und weiterhin alles zu tun, damit die Katzen eine gute Grundversorgung haben. Es gibt dort HelferInnen, aber ohne Geld und Equipment ist einfach wenig möglich.

 

 
Das AVE-Gelände


So haben wir uns auch sehr gefreut, Carmen einen ganzen Satz Handschuhe übergeben zu dürfen, mit denen man scheue Katzen besser festhalten kann. Auch diese Handschuhe waren eine Spende gewesen! Carmen hat sich auch darüber gefreut und bei dem Gedanken an weniger verkratzte und verbissene Hände fröhlich gelacht!

 


Mit dabei immer Yolanda, die fleissig übersetzt

 

Wir haben dann noch einige Tierarztrechnungen besprochen. In den letzten Monaten, wir haben berichtet, konnte ein Tierarzt gefunden werden, der das AVE-Projekt unterstützen möchte und sich sehr kostengünstig in den Dienst dieser Samtpfoten stellt, was wir absolut bewundernswert finden. Aber er kann nicht alle anstehenden Sachen durchführen und hat oft nicht so viel Zeit wie er sich das wünschen würde, so dass überlegt wird, mit welchen weiteren TierärztInnen künftig gearbeitet werden kann und soll.

 


Wir besprechen, wie wir noch helfen könnten


Carmen hat sich bei uns sehr für die Hilfe bedankt und wir möchten diesen Dank an dieser Stelle an die Menschen weiter geben, die mal wieder dafür sorgten, dass Eva und ich weder mit leeren Händen noch mit einem leeren Bus am AVE-Gelände vorfuhren!!!!!
DANKE!!!!!

 


Besuch bei einem privaten Helfer

Auf dem AVE-Gelände stellte uns Carmen einen Mann vor, der sie vor Kurzem um Hilfe gebeten hatte. Sie sagte uns, dass er ausgesetzten Katzen hilft und diese füttert, aber große Probleme wegen seiner Nachbarn habe und ob wir dort mal hinfahren könnten, um alles anzusehen.
Also fuhren wir mit ihm und Yolanda, die wie immer fleissig übersetzte, zu seinem Haus. Einem Viertel, in dem alles andere als reiche Menschen wohnen und mir wurde bewusst, dass dieser Mann sicher eigentlich nichts übrig hat, um noch anderen Katzen, geschweige denn 18 Katzen (!), die nicht ihm gehören, zu helfen, in dem er sie füttert. Aber er und seine Frau tun das.

 


Das Ehepaar, das mit seinen geringen Mitteln den vielen Katzen hilft

 

Nur leider fehlt - absolut verständlicherweise - das Geld, diese obdachlosen Katzen zu füttern. So sind es seit diesem Frühjahr 18 Stück, da Katzenkinder nun dazu kamen. Eine Kastration kostet in Barcelona - genau wie hier -für eine Kätzin 90-120 Euro, für einen Kater 40-60 Euro. Dieses Geld hat das Ehepaar natürlich nicht. Sie hatten sich auch an die Stadt gewendet mit der Bitte zu helfen, damit sich die Katzen nicht weiter vermehren, aber sie stießen auf taube Ohren.

 


Die Katzen werden mit den Futterspenden gleich gefüttert


Das Paar zeigte uns ihre blitzeblanke Wohnung und den kleinen Garten. Dort leben auch ihre eigenen Katzen, die alle kastriert und in bestem Zustand sind.
Und dazwischen wuseln die obdachlosen Katzen herum, unter denen sich natürlich schnell herum spricht, dass da jemand ist, dem man vertrauen könne.

 

 
Die Katzenkinder, die sofort gerettet werden müssen


Das Ehepaar zeigt uns eine Perserkatze, die seit einigen Tagen hierher zum Fressen kommt. Sie sagten, sie habe nun zugenommen, aber ob ich den Bauch mal abfühlen könne. Ich taste sie ab, sie ist eindeutig trächtig. Gut, dass sie sich da an die richtigen Menschen gewendet hat!!!

 

 
Perserkatze Pelusa


Als ich mir an der Wand ein Bild ansehe, auf dem die Frau gezeichnet ist, fällt mir auf,  wie frisch und gesund sie darauf aussieht. Sie sieht meinen Blick und beginnt auf spanisch zu erzählen. Ich sehe, wie Yolandas Gesicht sich verdunkelt und Yolanda übersetzt, dass die Frau inzwischen Medikamente nehmen müsse, damit sie den Tag übersteht. Jugendliche des Viertels wüden immer wieder die obdachlosen Katzen fangen, ihnen die Pfoten und den Schwanz abhaken und ihr dann das schwer verletzte Tier lachend am Fenster zeigen und davon rennen. Man könne nichts tun, es interessiere niemand von der Polizei oder den Behörden, dass dies der Alltag hier sei. Es handelt sich nicht um ein einmaliges entsetzliches Ereignis, es sei für die Jugendlichen eine Art Sport.

 


In dieser Gasse kesseln sie die Katzen ein um sie zu quälen


Mir schnürt es die Luft ab, ich muss aus dem Haus raus und beginne, draußen die Katzen zu fotografieren und mich hinter dem Apparat zu verstecken, ich könnte nur noch schreien....

Wir besprechen mit dem Ehepaar, wie wir helfen können. Zum einen braucht es Geld für Kastrationen, zum anderen müssen diese obdachlosen Katzen in Sicherheit gebracht werden. Wir versprechen, alles mit Carmen zu planen und dass THV helfen wird wo immer möglich.

Dann gehen wir wie betäubt zum Auto. Ich lade nochmals eine Fuhre Futter aus und Spielzeug. Das Spielzeug in der Hoffnung, dass zumindest die Katzenkinder dann mehr in der Wohnung bleiben und so nicht draußen in Gefahr sind. Ich kann den Mann zum Abschied nur kurz ansehen und Danke murmeln, ich weiss nicht wie ich ausdrücken soll, wie tief mein Respekt vor dem ist, was dieses Paar hier aushält und  trotzdem nicht aufgibt!
Als ich wieder ins Auto steige, telefoniert Yolanda bereits mit Carmen und sie planen Pflegestellen und die  schnelle Kastration der Perserkätzin. Ich sage zu, dass wir die Katzen aufnehmen, sobald sie reisefertig sind, und Eva ruft bereits in Deutschland an und erzählt, was wir gesehen haben und dass hier geholfen werden muss. Alle drei versuchen wir uns irgendwie zu beschäftigen und die furchtbaren Bilder zu verdrängen ..... Und jede für sich will helfen und wir werden versuchen, die Katzen zu retten, indem wir so schnell als möglich Familien für sie finden....
Update Juli 2009: Sie finden Mini, Sindi, Pitu und Pelusa auf unserer Homepage! Sie sind inzwischen in einer Pflegestelle. Sobald sie vermittelt werden können, dürfen die nächsten der Katzen, denen das spanische Ehepaar helfen möchte, nachrücken.
Perserkatze Pelusa wurde sofort kastriert, sowie einige der anderen Katzen, die bei dem Ehepaar Zuflucht suchten. Finanziert wurde dies von dem Verein der AVE-Leute!

 



Treffen mit den Katzenschützerinnen

Zum Treffen kamen verschiedene Katzenschützerinnen, die die Vereine El Jardinet, SOS Gats AVE und den Dachverband Plataforma repräsentierten. Sie alle hatten ein wunderbares Essen vorbereitet und sich damit sehr viel Mühe gemacht, obwohl keine dieser Frauen noch weiss, wie sie den Tag bewältigen soll!! Und trotzdem hatten sie es getan.

 


Bei leckerem Essen wurde viel Organisatorisches besprochen


Das Treffen war einberufen worden, um wichtige Dinge miteinander zu bereden, sich auszutauschen und die Zukunft zu besprechen. Alle erzählten ein bißchen über sich und wie es ihnen in ihrer Tierschutzarbeit geht. Auch die Finanzen wurden angesprochen und wie man weiter arbeiten könne. Ein riesiges Problem ist weiterhin, dass die Finanzierung der Katzen Unmengen an Geld verschlingt, die Stadt viel zu wenig finanziell hilft und die TierschützerInnen große Probleme haben. Vor allem was die so unglaublich wichtige Arbeit der Kastrationen scheuer, frei lebender Katzen angeht. Gerade hier wird unendlich viel getan und die Kolleginnen treiben Geld auf wo sie nur können. Sie verkaufen Waren auf Märkten, sammeln Euro um Euro als Spende zusammen (was in Spanien nicht leicht ist), verhandeln zäh mit Politikern, suchen günstige TierärztInnen und geben selbst alles dazu, was sie können.

Es war ein spannender Abend und ich empfand ihn unheimlich bereichernd, von den Kolleginnen vor Ort zu hören wie es ihnen geht und was gerade alles ansteht. Schade, dass immer so wenig Zeit ist ...

Das Thema Zeit ist bei unseren Fahrten oft ein Problem. Wir jagen früh morgens los und kommen sehr spät nachts zurück von den Treffen und Besuchen. Wir versuchen immer, so viel als möglich zu sehen und so viele Kolleginnen als möglich zu treffen. Leider ist nie alles schaffbar, auch dieses Mal nicht und so blieb keine Zeit, das Katzenhaus zu besuchen, was wir sehr schade fanden. Aber das nächste Mal fahren wir wieder hin und bringen dann wieder Berichte von dort mit.

 


Fahrt in die Perrera

Früh morgens machten wir uns auf den Weg zu einem Tötungslager Nähe Barcelona.
Wie bei jeder Fahrt dorthin war es unsere Aufgabe, möglichst viele Hunde zu fotografieren und zu filmen und viele Informationen einzuholen, damit sie auf den Seiten der dort helfenden Vereine schnell eingestellt werden können.

 

  
Zwinger in der Perrera


Als aller erstes entdeckten wir eine alte kleine Yorkiehündin. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass sie zu den bereits geimpften Hunden gehörte. Ein kurzer Blickaustausch zwischen Eva und mir und die Kleine saß bereits in einer Box in unserem Auto. Meine Hündin Beckinger kannte das ja schon, guckte etwas angeekelt in Anbetracht der ziemlich streng riechenden Hündin (später stellte sich heraus, dass 12 Zähne unter Eiter standen), blieb aber gelassen.
Dann begannen wir jede Minute zu nutzen und fotografierten und filmten.

 

Es begegneten uns dabei die Hunde Chiwi und Valerie, die verängstigt in ihrem Zwinger saßen. Leider waren sie noch nicht reisefertig geimpft, so dass wir ihnen nur versprechen konnten, sie bald nach zu holen.

 

 
Chiwi und Valerie haben entsetzliche Angst im Tötungslager


Etwas später trafen wir auf Tini, eine junge Labradorhündin von einem halben Jahr. Sie war von den Besitzern des Tötungslager gezüchtet worden, man hatte sie verkaufen wollen. Der Verkauf  von eigens gezüchteten Hunden ist das zweite finanzielle Standbein der Perrera. Kaum zu glauben, aber wahr.....
Tini hatte aber niemand kaufen wollen, so brachte man sie in den Zwinger in der Perrera, da ja nun wertlos weil für einen Welpenverkauf zu alt, und wir fragten, ob sie an den Tierschutz abgegeben würde. Ein kurzes Zögern, dann Zustimmung. Wir filmten und fotografierten auch Mimi, die uns unterwürfig, aber freundlich begegnete. Was mag die Hündin in den wenigen Monaten erlebt haben, dass sie sich derart unterwürfig und beschwichtigend präsentierte...

 


Tini reagiert auf die Leute im Tötungslager extrem mißtrauisch
 

Etliche Hunde fotografierten wir für den Tierschutzverein "Tiere in Spanien e.V.", die das neue Material ebenfalls nutzen, um die Vermittlungschancen für die Hunde, die hier so dringend auf eine Chance und ein bisschen Hoffnung warten, zu erhöhen.

Besonders traurig war es, Simpson und Lisa wieder zu sehen. Sie saßen auf der gleichen Stelle auf der selben pinkfarbenen Decke im gleichen Zwinger, als wäre unsere letzte Fahrt ins Tötungslager keine zwei Monate, sondern nur ein paar Minuten her. Das selbe Bild der Angst, der Hoffnungslosigkeit ....
Sie finden die beiden kleinen Hunde auf der Seite des Vereins www.tiere-in-spanien.de. Bitte, wenn Sie zwei Hunde aufnehmen können, die sich eine Chance so sehr verdient haben, schauen Sie sich Lisa und Simpson an!!

Und dann war da noch Mimi, die rote Cockerhündin. Die Besitzer des Tötungslagers hatten bereits ihre Mutter in der Perrera, diese war schwer krank gewesen. Alle Welpen bis auf Mimi waren gestorben, nur Mimi überlebte. Mimi ist seither dort, die Besitzerin der Perrera möchte sie nicht töten lassen. Mimi ist einäugig und hat Leishmaniose. Auch für sie hoffen wir ein Zuhause zu finden!

 


Mimi schaut hoffnungslos...


Dann ging es in die Wellblechhütte, in der die Katzen gehalten werden. Wie immer eine schreckliche Luft, stickig heiß und so entsetzlich laut, da der Stromgenerator, der das ganze Gelände speist, direkt an der Hütte steht.
Die Besitzerin der Perrera zeigte uns die Katzen. Sie sitzen wie immer in verdreckten Käfigen, ohne ein Kissen, ohne Kratzmöglichkeit, mit einem dreckigen Klo und etwas Trockenfutter.


Gleich am Eingang saß eine Katzenmama mit ihrem Baby. Die Mama, eine wilde Katze, fauchte sofort. Uns wurde gesagt, dass sie in Moment hier sei, da der Bezirk die Katzen hier wegen Baumaßnahmen untergebracht habe. Ich fragte nach dem Baby und was aus ihm würde. Es würde halt bei der Mama bleiben und noch etliche Wochen warten müssen, bis alle wieder ausgewildert wurden. Ich sah mir das Baby an. Die Augen waren durch Schnupfen verklebt. Ich schätzte es auf sechs Wochen. Es war also bereits die ganzen Wochen in dem Käfig, chancenlos je ein behütetes Leben zu führen. Ich bat, dass man das Baby heraus nehmen würde.

 


Das Katzenbaby ist sehr krank


Es hatte leichtes Fieber und atmete schwer, da es Schnupfen hatte. Hier würde sich niemand darum kümmern. Ich schnappte mir das Handy, rief Yolanda an und sagte ihr, dass ich einen sofortigen Pflegeplatz für ein Katzenbaby brauchen würde. Ohne näher nachzufragen, sagte sie sofort "Nimm mit!". Also bat ich darum, das Katzenbaby mitnehmen zu dürfen. Es fiel mir unendlich schwer, das Baby von der Mutter zu trennen, es tat unendlich weh und ich wich dem Blick der Katzenmama aus. Die Alternative wäre gewesen, das Baby dort zu lassen, zu wissen dass es nicht gegen den Schnupfen behandelt würde und nach weiteren vielen Wochen wieder ausgewildert würde, wenn noch lebend .... Also kam er mit, er hieß Tino. Als wir ihn in eine Box setzten, hatte er schon aufgehört zu spucken und zu fauchen und hatte sich schon etwas daran gewöhnt.
Dort in den Käfigen saßen Manolo, Patty und Tuba. Schon lange waren sie hier eingesperrt. Tuba kannten wir schon von unserer letzten Reise, er ist der Kater, der damals zu krank für die Reise war und den wir schwersten Herzens zurück lassen mussten.

 


Patty und Manolo waren Monate in diesem Käfig eingesperrt

 

Nach etlichen Stunden konzentrierter Arbeit fuhren wir zusammen mit der Yorkieomi und dem Katzenbaby ab, wie immer sehr still und mit einem entsetzlich leeren Gefühl ...
Update Juli 2009: Der ängstliche Rüde Chiwi hat bereits ein Zuhause gefunden. Valerie , Yorkieomi Vroni und Tini warten nun in Pflegefamilien in Deutschland auf ihr Happy End. Katzenkind Tino wartet bei Yolanda in Spanien auf eine glückliche Zukunft, Sie finden ihn auf unserer Homepage. Die Katzen Tuba, Patty und Manolo warten in Deutschland in einer Pflegestelle auf das große Glück. Die Zeit in der Perrera hat sie sehr krank gemacht, ganz langsam stabilisieren sie sich und wir hoffen sie bald vorstellen zu können.
Die Hunde Lisa und Simpson haben über den Verein www.tiere-in-spanien.de eine Pflegefamilie gefunden und warten nun in München auf ihre große Chance.


 

 

Besuch in der Auffangstation

Anschließen fuhren wir in die Auffangstation. Dort trafen wir das von Yolanda organisierte Tiertaxi, das das Katzenbaby abholte, um es zu Yolanda zu fahren.

 


Das Tiertaxi holt das Katzenbaby ab


Dann machten wir uns daran, unsere Hunde zu besuchen. Wir fotografierten Fabio und Riana, die wir schon bei unserer letzten Fahrt kennen gelernt hatten. Fabios frohes Lachen war total ansteckend, er freute sich rieisg aus dem Zwinger zu dürfen und tanzte regelrecht vor Freude. Warum wir immer noch keine Familie für diesen unkomplizierten, netten Kerl gefunden haben, ist uns ein Rätsel.

 


Fabio wäre so gern ein echter Kumpel für jemanden


Riana war außerhalb des Zwingers etwas ängstlich, gewöhnte sich dann aber an uns und kuschelte sich an Eva.

 


Riana ist sehr unsicher


Und dann ging die Arbeit richtig los. Am Tag zuvor waren 60 Hunde neu in der Auffangstation angekommen. Sie alle müssen fotografiert und gefilmt werden. Dann werden die Infos zu den Hunden an eine Gruppe an Vereinen, zu der THV gehört, per Email gesendet und die Hunde damit zwischen den Vereinen aufgeteilt. Denn kein Verein könnte alleine 60 Hunde schnell übernehmen, aber als Gruppe schaffen wir das und man sieht, wieviel man gemeinsam erreichen kann!

 

 
Gemeinsam wird ein Hund nach dem anderen entwurmt, fotografiert und gefilmt

 

Da trafen wir Marty und Lenny, die beiden netten Hundenkinder. Luisa und Luis, die meiner eigenen Hündin Luise so ähnlich sehen. ;-)

 

 
Marty und Lenny - zwei bezaubernde Hundebuben

 

Und die Hundeomi Amalia, die uns so rührte. Völlig verunsichert und apathisch blickte sie sich um.

 


Amalia blickt sich unsicher um

 

Dann war da die schöne Leslie, deren außergewöhnliches Aussehen uns total faszinierte.

 

Die schöne Leslie

 

Dann war da Carlotta, die überwiegend aus Filzplatten bestand und dadurch kaum mehr Kot absetzen konnte. Antje begann sofort damit, das Schlimmste weg zu scheren. Wer hat diese Wuschelmaus so sehr vernachlässigt?

 


Carlotta beim Scheren


Und dann lernten wir noch die schöne Elena kennen, die uns mit ihrer freundlichen Art bezauberte.

 


Elena - eine lebenslustige Hündin


Es waren so viele ... 60 Hunde die sich einen Tag davor noch im Tötungslager Pamplona befunden hatten und auf der Tötungsliste gestanden waren .... Wir filmten und fotografierten ..... Während ich so hinter der Kamera klebte und Hund für Hund ablichtete, war ich einfach so unendlich dankbar und mir so unendlich sicher, am richtigen Ort zu sein, das richtige zu tun und den richtigen Weg für mein Leben gewählt zu haben. Ein kleiner Teil zu sein, bei dem Großen was da geschieht, wenn TierschützerInnen aktiv werden und versuchen, ein klein wenig diese Welt zu verändern.
Ich wünsche allen Hunden, die wir an diesem Tag trafen, dass sie ganz bald eine Familie haben, die den weiteren Weg mit ihnen geht und dazu beiträgt, dass das wirkliche Happy End wahr wird, nämlich in Würde und Respekt Teil einer Familie zu sein.
Update Juli 2009: Marty und Elena werden schon bald in ihre neuen Familien ziehen. Luisa wartet in einer Pflegestelle in München auf ein Zuhause. Lenny und Luis sind leider noch in der spanischen Auffangstation und warten dort, dass die richtige Familie bei uns anruft und sagt: "Das soll mein Hund sein!" Leslie wird in Kürze in Deutschland eintreffen und dort in einer Pflegefamilie auf das große Glück warten.

 
 

Aufbruch

Am nächsten Tag war es schon wieder so weit und wir machten uns für die Abreise fertig.
Bereits beim Packen mit dabei waren meine Hündin Beckyna und die Yorkieomi, die wir Vroni genannt hatten.

 


Aufbruchstimmung


Wir fuhren in die Auffangstation, wo wir die spanischen Kolleginnen trafen. Wir luden erst mal unsere restlichen Spenden aus, die wir an die Tierschützerinnen verteilten. Dann wurden die Boxen ausgeladen und aufgebaut, mit Wasserbehältern bestückt und mit Zeitungsstreifen ausgelegt.

 


TierschützerInnen helfen bei der Vorbereitung


Tierärztin Monica Planas überpüfte nochmal alle Hunde und Katzen, die mitfahren sollten, checkte die Pässe und kontrollierte die Chips. Als alle in ihren Boxen saßen und wir uns überzeugt hatten, dass jeder entspannt und bequem reisen konnte, gingen die Türen zu und es hieß Abschied nehmen.
Jedes Mal ein sehr emotionaler Moment, denn man hatte wieder viele Tiere für das Happy End gemeinsam vorbereitet, was wahnsinnig verbindet. Der Abschied ist immer ein Abschied von Freunden.

 


Tierärztin Monica Planas


Wir freuten uns sehr, allen noch ein kleines Geschenk überreichen zu können. Jutta Behringer, die für alle Mäuseschlüsselanhänger gehäkelt hatte, ein ganz herzliches Dankeschön!!!!
Und dann war es so weit, Eva und ich fuhren ab Richtung Deutschland, wie immer leicht aufgeregt, aber mit einem erfüllten Gefühl....

 


Ankunft bei München

Wie so eine Ankunft ist? Ich kann Ihnen sagen, es ist emotional. Sowohl Zwei- als auch Vierbeiner wissen, dass das ein wichtiger Moment in ihrem Leben ist und allein dies alles zu beobachten, ist jede Fahrt wert! :-)
Hier eine Auswahl einiger Bilder (die Katzen fahren immer sofort in den Autos der Familien weiter, weshalb wir leider keine Bilder für diesen Bericht haben) ....

 

 
Ankunft am Tierschutzgelände

 


Kali mit ihrer Familie

 


Lilli mit ihrer Pflegemama

 


Nelly mit ihrer Pflegemama

 


Glückliche neue Familie

 


Nochmal Nellys Pflegemama

 

  
Anschließend reinigen unsere fleissigen Helferinnen die Boxen....

 

Ein herzliches Dankeschön an die spanischen Kolleginnen, die uns wieder mal eine Unterkunft zur Verfügung gestellt haben, uns so freundlich aufgenommen haben, ihre Zeit geschenkt haben und geduldig unzählige Fragen beantwortet haben!!!
Ein riesiges Dankeschön an alle Menschen, die Sachspenden für diese Fahrt geschickt und gebracht hatten!!
Ein großes Dankeschön an alle Adoptanten und Pflegestellen, die so vielen Vierbeinern mit ihrem Engagement ein "Ticket ins Happy End" geschenkt haben!!
Und last but not least ein Dankeschön an das THV-Team, das diese Reise so mühevoll vorbereitet und organisiert hat, denn es ist kaum zu glauben, wieviel Arbeit und Zeit eine solche Reise bereits Wochen davor kostet. Aufrufe werden geschrieben, Sachspenden angenommen und abgeholt, sortiert und verpackt, Pflegestellen gesucht, Adoptanten informiert, Emails beantwortet, unzählige Telefonate geführt und so vieles mehr. Danke, dass Ihr das alles möglich macht!!!!

DANKE!
Tina Hamp und Eva Heinzinger, Juli 2009

 


Side Column