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Katzennotfall in Spanien
Update 10. September 2009:
Die Kolleginnen waren wieder vor Ort und die Lage ist dramatisch. Alles ist wieder verdreckt und die Katzen in einem extrem schlechten Zustand. Sie nahmen einen Kater sofort mit, um ihn tierärztlich behandeln zu lassen, aber er starb noch auf dem Weg....

Den Kolleginnen wurde wieder von dem Mann bedroht, alle Katzen zu töten, wenn sie nochmal auftauchen. Es muss schnellstens eingegriffen werden, die Katzen brauchen dringendst Hilfe. Aber alle Auffangstationen sind voll. Wir benötigen dringend Katzenpflegestellen um helfen zu können!
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Und dann lief alles aus dem Ruder...

Vor einiger Zeit erfuhren die spanischen Kolleginnen von einem Katzen-Notfall. Ca. 50 Katzen befanden sich in Not. Um Hilfe bat eine Frau, die diese Katzen alle aufgenommen hatte, um ihnen zu helfen. Sie wollte einfach helfen - was fehlte war Kompetenz und Know-How. Aber sie hatte viel Platz und war bereit, ihr ganzes Geld in die Tiere zu investieren, einfach um zu helfen.
Dann wuchs ihr alles über den Kopf. Sie hatte den Überblick verloren, die Versorgung konnte sie nicht mehr gewährleisten und es wurde langsam zum Schaden der Katzen. Die Behausungen waren extremst verdreckt, die Grundbedürfnisse der Tiere längst nicht mehr erfüllt. Wir werden hier keine Fotos des ersten Besuches der spanischen Kolleginnen zeigen, denn darum geht es nicht ....
Die spanischen Kolleginnen waren entsetzt. Sie fuhren mit einigen Helferinnen in den 120 Kilometer entfernten Ort, putzten, entsorgten Müll, brachten alles was es für die Katzen dringend brauchte (Näpfe, Katzentoiletten, Decken, Höhlen), holten sie aus kleinen, völlig dreckigen Käfigen und setzen sie in die Gehege um. Die Gehege waren bereits vorher dort gestanden, aber nicht katzensicher fertig gebaut worden, weil zu diesem Zeitpunkt der Planung längst die Überforderung Oberhand gewonnen hatte. Die Kolleginnen vernetzten, verdrahteten, schafften Höhlen und Unterschlüpfe.
Und sie versprachen der Frau Hilfe und nahmen einen Teil der Katzen sofort mit.
Erst war man entsetzt und geschockt, wie jemand es so weit mit den Tieren hatte kommen lassen können. Dann lernten sie die Frau langsam kennen, erkannten ihr großes Herz und auch, dass sie selbst krank war. Das Herz am rechten Fleck, bereit das letzte Hemd für die Tiere zu geben, aber eigentlich war klar, dass die Frau in allererster Linie selbst Hilfe brauchte. Das sah die Frau selbst auch so, aber darum wollte sie sich später kümmern, erst einmal wollte sie den Tiere helfen und als sie merkte, dass alles aus dem Ruder lief, vorher Hilfe finden und die Katzen versorgt wissen.

Verkotete Gehege beim zweiten Besuch der Kolleginnen
Die spanischen Kolleginnen versprachen, immer wieder einen Teil der Katzen abzuholen und Familien zu suchen, so dass sich die Anzahl bald reduzieren sollte und man die Frau damit entlasten konnte.

Tolle Gehege, aber alles voll Müll...
Die Frau hatte dann die Idee, jemandem dort eine Unterkunft zu vermieten, ohne Mietgeld, sondern einfach im Gegenzug die Versorgung der Katzen gesichert zu wissen. Sie vertraute darauf jemanden gefunden zu haben, der täglich die Reinigung und Fütterung übernehmen würde, und war erleichtert.
Aber sie vertraute dem Falschen und es spitzte sich alles zu.
Wieder rief die Frau an und bat dringlichst um Hilfe, berichtete, dass die Katzen gar nicht mehr versorgt seien, sie nicht in der Lage dazu ist und sie Angst habe.
Die Kolleginnen in Spanien fuhren sofort los und besuchten wieder das Gelände.

Auch Sperrmüll war in den Gehegen abgeladen worden
Wieder machten sie sauber, putzten und verwandelten die Gehege in kleine Oasen für Katzen. Aber es ist 120 Kilometer weit entfernt und man kann somit nicht die tägliche Versorgung abdecken.

Die von den spanischen Kolleginnen gereinigten und hergerichteten Gehege!
Auch ist da der Mann, der die Kolleginnen nicht auf das Gelände lassen will und massiv droht ... Nun haben wir alle Angst um die Katzen und es muss dringendst evakuiert werden! Die Lage scheint zu eskalieren.
Wenn alle Tiere weg sind, kann der Mann nicht mehr drohen, dann hat er nichts mehr in der Hand und man kann etwas gegen ihn unternehmen.
Die Evakuierung eilt, sie eilt massiv, sie muss schnell erfolgen.
Aber die Auffangstationen in Barcelona sind voll, mehr als voll. Es können nur Katzen dort hingebracht werden, wenn andere reisefertige Katzen ausziehen.
Deshalb suchen wir dringend Pflegestellen oder auch Tierschutzvereine, die bereit sind, einige Katzen aufzunehmen.
So schnell als möglich, um Plätze für die Evakuierungen frei zu bekommen. Und dann in einigen Wochen natürlich Pflegestellen in Deutschland, um die spanischen Kolleginnen wieder entlasten zu können. Und natürlich suchen wir die 6er im Lotto! Familien die eine der Katzen adoptieren möchten, eine Katze die bis jetzt nichts im Leben hatte, wirklich nichts ....

Jeder Notfall hat seine Gesichter - es sind nicht nur irgendwelche Geschichten, es sind Leben...
Die Katzen Pufpuf und Asombro, die letzten Monat in ihr neues Zuhause fuhren, gehörten zu den Katzen, die direkt beim ersten Besuch der Tierschützerinnen evakuiert wurden. Sie haben es geschafft! Ebenso Jurita, die bereits in der Nähe von München in einer unserer Pflegefamilien wartet! Wir wollen helfen Plätze frei zu machen, damit die Evakuierung weiter gehen kann. Denn im Moment überschlagen sich die Ereignisse und die Katzen sind mehr als je zuvor in Gefahr, da es diese Drohnungen gibt, von denen niemand weiss, ob sie wahr werden. Wir hoffen, dass ausreichend schnell Plätze in den spanischen Auffangstationen frei werden, damit es die ca. 40 Katzen, die dort noch warten, rechtzeitig heraus schaffen!
Ein paar abschließende Worte: Man kann die Frau verurteilen, wieso sie so viele Katzen aufnahm und dann nicht richtig versorgte. Denn was ist das für eine Hilfe, wenn die Katzen dann unter erbärmlichsten Bedingungen leben ... Aber sie hat versucht zu helfen. Sie, ein Mensch der sich selbst kaum helfen kann, wollte es tun und hätte dafür ihr letztes Hemd gegeben. Die Menschen, die nichts tun, nur weg gucken und ihr Leben immer perfekt organisiert bekommen, immer der Norm entsprechen, kommen nicht in eine solche Lage, das ist klar. Aber diese Menschen haben wahrscheinlich auch nie versucht, so sehr zu helfen ... Und ich finde es eine wahre Grösse, dann jemand anzurufen und zu sagen „Ich wollte helfen, aber ich schaffe es nicht, ich brauche im Namen der Katzen dringend Ihre Hilfe.“ Das ist für mich wahre Grösse!
Wir werden weder die schrecklichen ersten Bilder zeigen noch den Ort des Geschehens hier benennen, denn es geht nicht darum, jemanden anzuprangern, sondern gemeinsam eine gute Lösung zu finden und zu handeln statt zu urteilen!
Wenn Sie als Pflegestelle helfen möchten, finden Sie hier weitere Infos. Bitte rufen Sie uns an oder schicken eine Email an mail@tierhilfe-verbindet.de .
Vielen Dank für Ihre Zeit,
Tina Hamp und das Team der THV, August 2009
