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Vier Tage Barcelona - Mai 2008
Vier Tage Barcelona - vier Tage eintauchen in eine andere Welt!
Wir sind zurück mit vielen Antworten und sicher ebenso vielen Fragen...
Und wieder einmal war es so weit. Nachdem wochenlang Spenden gesammelt wurden, konnten wir endlich am 28. April den Transporter beladen und voll bepackt gegen 22 Uhr starten. Mit an Bord waren Sandra Klein, Sandra Danner, meine Hündin Beckyna und ich!
Das Programm stand vorher schon fest: Der Focus dieser Fahrt sollte klar auf dem Thema der Situation der Katzen in Barcelona liegen. Ziel, mit möglichst vielen Infos nach Hause zurück zu kehren, um weiter aufzuklären, zu informieren, zu sehen, wie man helfen kann, und den KollegInnen im Süden einfach mal zu sagen, wie wichtig und gut wir ihre Arbeit finden.
So, und nun soll es gleich losgehen, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, unsere Eindrücke näher zu bringen:
Angekommen....
Am 29. April kommen wir, bedingt durch Stau und Regen, nach 20 Stunden Fahrt in Barcelona abends an und fahren weiter ein wenig außerhalb, wo wir in der Wohnung der Mutter unserer Tierschutzfreundin Mónica Planas die kommenden Tage schlafen dürfen.

Kaum sind wir dort angekommen, klingelt das Telefon ohne Unterlass, wir werden von den verschiedenen Kolleginnen Willkommen geheißen und das Programm für die nächsten Tage wird noch mal festgelegt. Dann fallen wir auch schon in die Betten.
Freude schenken....
Die Wochen vor unserer Fahrt hatte das THV-Team fleißig Sachspenden gesammelt. Ich empfand es unheimlich bewegend, mit welcher Überraschung und Freude die wirklich tollen Sachen (hochwertiges Futter, Verbandsmaterial, homöopathische Mittel, Katzenstreu, Tierzubehör, etc.) ankamen. Alle Sachen hatten Tierfreunde aus Deutschland gespendet und uns mit auf den Weg gegeben.
Ein Teil ging an das Tierheim in Castell Bisbal unserer Freundin Mónica Planas.
Als sie die vielen Sachen für Hunde und Katzen sah, rannte sie plötzlich weg und kam mit ihrem Fotoapparat zurück, um die Geschenke total gerührt auf Bild fest zu halten.

Schnell wurde alles für die Hunde ins Tierheim gebracht, die Katzenspenden in Autos verladen, um sie dann zu den Katzenstationen des Tierheims zu bringen. Die Katzen sind in Pflege- oder kleineren Auffangstellen untergebracht, im Tierheim bei den Hunden ist leider kein Platz.
Dann fuhren wir mit Mónica weiter zu den Katzen-Auffangstellen.
Überall luden wir einen Teil der Dinge aus. Unsere erste Station war ein Haus, in dem das Tierheim-Team auf dem offenen Dachboden des Hauses alles so vergittert hat, dass dort Pflegekatzen für eine Weile wohnen können. In den letzten Monaten fehlte für diesen neu geschaffenen Ort das Geld, um Spielzeug und Kratzbäume anzuschaffen. Während ich fotografiere, bauen die beiden Sandras mit Mónica Kratzbäume auf.

Schon als der Erste steht, sieht man ein Glitzern auf den Gesichtern der Katzen, die Stimmung hat sich schlagartig geändert. Es herrscht plötzlich Aktivität, Entdeckerfreude und Neugierde. Wir beobachten diesen Wechsel stumm. Mónica hat plötzlich Tränen in den Augen und sagt, dass man jetzt genau sieht, was die Katzen vermissten. Kein Grund zum Weinen, sondern wie ich finde, ein Grund weiter Sachspenden zu sammeln, und wir versprechen Mónica, in einigen Monaten wieder mit einem gefüllten Auto zu kommen! :-)

Die Katzen können nun durch die aufgestellten Kratzbäume aus dem Dachfenster sehen und sind fasziniert! Liebe SpenderInnen, damit haben Sie wirklich Freude und Glück gespendet! Als wir wieder nach unten kommen und einen Blick nach oben werfen, sitzen die beiden immer noch da und beobachten...

Wir fahren noch weitere Spenden in die anderen Katzenstationen. Eine Station beherbergt viele Katzenkinder, die hier bald reisefertig auf ein Zuhause und eine bessere Zukunft warten. Es sind viele, zu viele.... und Monica berichtet von denen, die sie nicht aufnehmen können, da einfach der Platz fehlt. Jede adoptierte Katze macht Platz für eine andere in Not und die "Warteliste" ist lang.....Wir schlucken schwer, wenn wir die süssen Katzenkinder sehen und dann wissen, dass so viele von ihnen irgendwo in Not sind.
Wir hinterlassen auch hier Kratzbäume, Vitaldrinks für Katzenkinder, Futter, Streu und Katzentoiletten.

Dann düsen wir zurück zum Tierheim, um dort die Hunde zu besuchen.
Augenpaare, die wir nicht vergessen....
Ich war nun schon oft bei Mónica und kenne das liebevoll betreute Haus und die Menschen, die dort mit so unendlich viel Herz bei der Sache sind. Die beiden Sandras waren noch nie in Spanien, alles ist neu. Auch sie sind erstaunt, wie viel Liebe und Harmonie auf diesem Grundstück herrscht.

Als wir das Gelände betreten, begrüßen uns viele Hunde freundlich und neugierig. Wir gehen ins Haus, da Mónica dort einen Hund dringend mit Medikamenten versorgen muss.
Und dann kam mal wieder einer der Momente, die ich selbst als magisch bezeichnen möchte. Ich spüre hinter mir einen Blick und als ich mich umdrehe, steht da Meggie. Eine sehr scheue kleine Podenca, die laut Mónica nur wenig Vermittlungschancen hat. Ich traue mich nicht, den Fotoapparat in ihre Richtung zu halten, habe Angst, sie zu erschrecken. Deshalb füge ich nun eines der Bilder ein, die Mónica in Spanien für ihre Vermittlungsseite von Meggie machte.

Monica erzählt, dass Meggie lange im Wald lebte, weil niemand sie einfangen konnte. Sie lässt sich kaum anfassen, frisst schlecht und ist sehr gestresst. Ob sie je ein Hund werden würde, der gerne kuscheln wird, kann niemand sagen. Meggie beobachtet uns genau, folgt uns ins Haus und schaut interessiert. Ich finde es einen unglaublichen Anfang, dass sie uns ins Haus folgt und mich beobachtet, anstatt außer Sichtweite zu flüchten, denn ich bin ja völlig fremd für sie. Mónica lacht als ich sage, dass sei doch schon ein toller Anfang. Meggies Blick sollte mich die folgenden Tage dann auch nicht mehr loslassen, meine Gedanken kehrten immer wieder zu der dünnen, gestressten Hündin zurück.
Und dann war da Vero, die seit einem Jahr im Tierheim lebt und aufgrund ihrer Leishmaniose keine Familie findet. Ich kenne Vero schon von meinem letzten Besuch und bin wieder mal sehr traurig, dass ein Hund so oft keine Chance bekommen soll, nur weil er nicht völlig gesund ist. Und dann entdeckt Vero Sandra und Sandra Vero! Sandra schaut mich traurig an, denn sie hat schon eine Hündin, die einfach die Nummer 1 in ihrem Leben sein möchte. Vero scheint sich im Tierheim nicht so wohl zu fühlen, sie wird leider von den anderen Hunden oft gemobbt.

Tja, da haben zwei Hündinnen unsere Herzen im Sturm erobert, die sicher nicht die besten Vermittlungschancen haben.
Als wir wieder nach draußen gehen, treffen wir Sandra D., die einen kleinen Rüden entdeckt hat und völlig begeistert mit ihm Ball spielt. Sie sind völlig vertieft in ihr Spiel, wie eine Einheit, und das, obwohl sie sich nur wenige Minuten kennen. Begeistert beginne ich sie zu filmen.
Und dann sind da noch so viele andere Hunde! Da ist Libi, die uns schüchtern folgt, da ist Chari, eine Hundeoma, die frisch operiert ist, da ihre Mamatumore entfernt wurden. Dann treffen wir Andy in seinem Zwinger, der schon so lange auf ein Zuhause warten muss, denn er hat leider - ebenso wie Vero - Leishmaniose. Auch symptomfrei, aber niemand wollte ihn bisher adoptieren.

Warum ist das so?
Wir fahren mit Gefühlen, die sich überschlagen, ab. Das Tierheim strömt so viel Liebe und Pflege aus, aber es kann nun mal keine Familie ersetzen und manche Hunde zeigen so sehr, dass sie diese so sehnlich vermissen. Und dann sind da andere, die so dringend auf einen Platz im Tierheim warten, um in Sicherheit zu sein.
Besonders große Hunde warten hier oft Jahre, aber auch alte und Hunde die als schwer vermittelbar gelten (Jagdhund, Hunde die im Wesen nicht immer einfach sind, Hunde mit Leishmaniose,...). Und dann die vielen kleinen Quirl, die hier auf ein Zuhause warten und mit ihrer Energie oft den Tagesablauf durcheinander purzeln lassen.
Und dann immer wieder die Momente, in denen ein Anruf kommt, jemand seinen Hund loswerden will oder ähnliches und Monica traurig sagen muss, dass das Tierheim in Moment überfüllt ist und dringlich um Geduld bittet.
Die Adoption eines Hundes rettet oft das Leben eines anderen....
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Mónica und ihr Team, die uns an diesem Tag viel zeigten, uns in ihren Räumen herzlich aufnahmen und Einblick in ihre unglaubliche Arbeit gaben. Wenn Sie mehr über das Tierheim und dessen Hunde wissen möchten, schauen Sie auf www.tierrettung-katalonien.org .
Kompetenz und Genauigkeit
An nächsten Tag treffen wir uns mit einigen Katzen-Schützerinnen aus Barcelona. Wir möchten möglichst viel über deren Arbeit, Ziele, Erfolge und Unterstützungswünsche erfahren.
So warten wir morgens am Treffpunkt und Magda holt uns zusammen mit ihrer Nichte ab, die als Übersetzerin mit dabei ist.
Als erstes fahren wir zu einer Tierklinik. Wir erfahren, dass hier alle „schweren“ Fälle hinkommen, im Moment ein Kater mit einer schweren Hauterkrankung. Magda möchte ihn besuchen und uns bei dieser Gelegenheit die Klinik zeigen.

Einer der Tierärzte ist international bekannt, sehr gefragt und unterstützt die Tierschützerinnen nach besten Kräften. In Spanien kommt es nicht oft vor, dass Tierärzte sich dem Tierschutz verschreiben. Wir sind begeistert von der tollen Klinik, die liebevoll und kompetent geführt zu sein scheint. Uns wird erlaubt, Fotos zu machen und die ganze Klinik anzuschauen.

Platz ist in der kleinsten Hütte...
Dann geht es weiter zu der Wohnung, in der momentan die Robadors-Katzen untergebracht sind. Wir haben über diese Katzen bereits berichtet. Sie waren alle in einer fensterlosen Wohnung von ihrem Besitzer einfach zurück gelassen worden. Nachdem endlich alle gezählt worden waren, kam man auf 65 Katzen!!!!! Und dies auf engstem Raum in einer winzigen Wohnung! Die Stadt hatte dann den Tierschützerinnen eine Wohnung zur Verfügung gestellt, damit die Katzen evakuiert und untergebracht werden konnten. Sie dürfen dort aber nur zeitlich eng befristet bleiben und dies macht den Kolleginnen große Sorgen. Denn wohin mit so vielen Katzen auf die Schnelle?
Die Wohnung liegt im 5. Stock und mir schwindelt, als wir endlich oben sind. Unbegreiflich, wie die Kolleginnen alle Katzen rauf schleppten, runter und wieder rauf für Tierarzttermine (Kastrationen, etc.), Katzenstreu, Futter und bis vor kurzem sogar Wasser, denn der Wasseranschluss ist ganz neu!
Die Kolleginnen zeigen uns die Katzen und erzählen von ihrer verzweifelten Lage, denn Ende Mai ist die Frist zu Ende und sie müssen die Wohnung räumen. Wohin mit 65 Katzen in einem Land, in dem die Katzen-Not so unendlich groß und an jeder Straßenecke sichtbar ist? Wir versprechen weitere Hilfe, zusätzlich zu den 20 Katzen, die wir bereits zugesagt hatten, mit zurück nach Deutschland zu nehmen.
Unglaublich, die vielen Katzen in den kleinen Räumen, aber diese Katzengruppe kennt es bisher sogar wesentlich enger. Zu viele, um zu den Einzelnen detaillierte Aussagen machen zu können.
Alle kuscheln sich aneinander, begutachten uns und sehen zufrieden aus. Denn endlich haben sie Tageslicht, Essen und saubere Katzentoiletten. Ich denke daran, was diese Katzen alles über Jahre entbehrten und schäme mich mal wieder, was wir Menschen unseren vierbeinigen Mitgeschöpfen antun. Ich denke an meine Katzen, die gerade sicher in ihren kuscheligen Bettchen liegen, satt von hochwertigem Futter und viel Platz und Liebe genießen. Warum werden so viele Tiere von dem, was sie brauchen, so ausgeschlossen? WARUM??
Orte der Hoffnung...
Die Fahrt geht weiter in die Katzenkolonien. Es handelt sich hier um kontrollierte Kolonien, wo Katzen ein Zuhause finden und kastriert werden. Es scheint wie kleine Oasen der Ruhe, der Zuflucht, der Harmonie. Die Stimmung ist wunderbar, wäre Zeit gewesen, hätte ich mich gerne in die Sonne gesetzt und es genossen.

Hier sieht man kein Leid, sondern Sicherheit und Geborgenheit. Kleine Oasen, die die Kolleginnen geschaffen haben, Ergebnisse von jahrelangen politischen Kämpfen um einen winzigen Zuschuss für hohe Zäune, Kastrationen und Impfungen, um die Flut der Katzen und der Krankheiten einzudämmen.

Viel Energie wurde und wird hier hineingesteckt und als wir alles anschauen, führen uns die Kolleginnen mit Stolz durch das Gelände.

Sie haben viele Oasen wie diese geschaffen und damit bewirkt, die Zahl der herrenlosen, unversorgten Straßenkatzen enorm einzudämmen. Ich spüre, dass ich hier an der Basis der Katzen-Tierschutzarbeit angekommen bin und sehe, was wirklich wichtig ist und was die Kolleginnen gegen alle Hürden erreichen.

Energie, Power und Herzlichkeit....
Seit Jahren kenne ich die Arbeit der Kolleginnen, die finanziellen, politischen und gesellschaftlichen Umstände. Ich bin an diesem Ort absolut berührt und voller Respekt. In dem Moment kann ich auch nichts fragen...erst Stunden später finde ich wieder Worte. Und dann frage ich endlich, wie all dies erreicht wurde. Und es sprudelt aus den Kolleginnen hervor, alle diese Dinge möchte ich deshalb an dieser Stelle auflisten:
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es gibt Buttons, die alle Kolleginnen an ihrer Kleidung tragen und die über Katzen-Tierschutz informieren
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sie haben regelmäßige Infostände auf Märkten
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sie treffen PolitikerInnen und diskutieren
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sie kämpfen für ihre Ziele und ihr Motto ist „Du darfst Dich nicht entmutigen lassen, nicht aufgeben, wir müssen immer weiter kämpfen, sonst schaffen wir es nicht“
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sie fordern, zeigen Missstände auf, verhandeln zäh und machen über Medien Druck
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sie verkaufen Waren, um ihre Arbeit finanzieren zu können
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sie verfügen über professionelle Homepages, um die Bevölkerung aufzuklären
Und was mir die ganze Zeit auffiel: es ist eine Gruppe von absolut lieben und netten Menschen, keine Einzelkämpfer, sondern Menschen, die wissen, dass man nur gemeinsam etwas erreichen kann.

Es scheint perfekt, wüssten wir nicht alle, dass Oasen wie diese noch viel zu selten sind. Dass Katzen ausgesetzt und orientierungslos in den Strassen herumirren, Katzenmamas ihre Babys auf Autoreifen in letzter Not gebären und damit zum Tode verurteilt sind, dass Menschen in der Nähe von nicht eingezäunten Kolonien ihre Hunde mit Katzen scharf machen, unzählige Tierquäler und -hasser am Werk sind, störende Katzen bestialisch getötet werden und so viele Schreie verletzter Katzen absichtlich von Menschen überhört werden. Dass Katzen in Tötungslagern landen und Geschäftemacher von der Stadt für das Einfangen noch sehr viel Geld erhalten. Dass diese Gruppe Menschen einen unglaublichen Kampf führt und unendlich viele der Kosten privat trägt. Niemand der Katzenleute verfügt über ein riesiges Vermögen, aber sie geben alles für ihre Arbeit und ihren Glauben, wenigstens einen Teil dieser Welt zu verändern!
Die Gruppe TierschützerInnen, die wir treffen, sind hauptsächlich für Stadtbezirke von Ciutat Vella zuständig. Sie haben in diesem Bezirk im vergangenen Jahr 200 Katzen kastrieren lassen, 150 davon wurden adoptiert. Sie haben außerdem ca. 100 Fundkatzen aufgenommen, versorgt und in ein neues Zuhause vermittelt.
2/3 der Katzen vermittelt diese Gruppe in Spanien, 1/3 wird nach Deutschland vermittelt.
Die Kolleginnen arbeiten schnell. Denn viele Kolonien befinden sich in heutigen Baugebieten. Kommt die Nachricht, dass etwas zugeschüttet wird, rasen sie los und evakuieren in wenigen Stunden.
Sie haben sich mit anderen Katzen-SchützerInnen vernetzt und 14 Vereine haben nun eine Art Zusammenschluss getroffen, die PLATAFORMA GATERA JA! Es besteht damit die Hoffnung, sich besser auszutauschen und wirksamer auftreten zu können.
Warum bekommen diese Menschen nicht viel mehr Unterstützung vom Staat und der Bevölkerung? Warum lässt man sie ihre Arbeit nicht wenigstens unter besseren Bedingungen machen?
Nach unserer Rückkehr habe ich die Kolleginnen gebeten, mir zu schreiben, was sie sich an Hilfe aus Deutschland wünschen und möchte diese Zeilen an dieser Stelle einkopieren:
„WIR WÜRDEN UNS WÜNSCHEN, IHR KÖNNTET UNS HELFEN, SO WIE IHR ES IN DEUTSCHLAND GEMACHT U GESCHAFFT HABT, DIE MENSCHEN ÜBER DAS TIER- U. KATZENPROBLEM ZU SENSIBILISEREN. WIR WÜRDEN GERNE EURE RATSCHLÄGE HABEN, WIE WIR HIER MEHR RESPEKT FÜR DIE TIERE BEI DEN MENSCHEN ERZIELEN U. ERREICHEN KÖNNEN. WENN WIR IN DER LAGE SIND DIESES GRUNDPROBLEM ANZUPACKEN, WÜRDE SICH VIELES ÄNDERN. ANDERS GESAGT, WIR WÜRDEN UNS GERNE EINE SCHNITTE VON EUCH ABSCHNEIDEN: DEUTSCHLAND IST IM HINBLICK AUF TIERSCHUTZ EIN GROSSES VORBILD FÜR UNS U. WIR MÖCHTEN GERNE IN DIESE RICHTUNG ARBEITEN. UND FALLS MÖGLICH MIT EURER HILFE, TIPS U. RATSCHLÄGEN.
WIR SEHEN BEI DEN ADOPTIONEN DIE IHR VON UNSEREN TIEREN MACHT, DASS BEI EUCH SICH VIELE UM HIER OFTMALS HOFFNUNGSLOSEN FÄLLE KÜMMERN U. BEREIT SIND, SICH DIESEN FÄLLEN ANZUNEHMEN. HIER IST ES NICHT SO UND ES WÄRE SCHÖN, WENN DIES IN ZUKUNFT HIER AUCH SEIN KÖNNTE.
WIR KÖNNEN NICHT IMMER U. EWIG VON EUCH ABHÄNGIG, DASS WISSEN WIR, ABER ZUR ZEIT BENÖTIGEN WIR NACH WIE VOR EURE HILFE. DIE HILFE AUS DEUTSCHLAND HILFT UNS AUCH UM HIER AUF POLITISCHER EBENE DRUCK ZU MACHEN UND DARAUF AUFMERKSAM ZU MACHEN, DAS DER TIERSCHUTZ U. RESPEKT FÜR TIERE HIER NOCH BITTER NÖTIG IST. DEUTSCHLAND ÜBT FÜR UNS EINE MODELLFUNKTION AUS UND AUF DIE WIR IMMER VERWEISEN UND DIE DEN MISSSTAND BEI UNS DEUTLICH ZUM VORSCHEIN BRINGT.“ Yolanda
Viele warten schon so lange....
Wir besuchen eine der Katzen-Wohnungen. Hier haben 70 Katzen derzeit ein Dach über dem Kopf. Viele warten schon eine halbe Ewigkeit, denn hier leben viele Katzen, die auf Krankheiten positiv getestet wurden oder scheu sind.

Die Katzen sind in den Räumen getrennt untergebracht. In dem einen Zimmer leben gesunde Katzen, die entweder auf Vermittlung warten oder eben sehr scheu sind.

In den anderen Zimmern entsprechend getrennt Katzen, die auf FIV oder FelV positiv getestet wurden.
So viele warten so lange, Katzen die uns zutraulich entgegen laufen, die so viel Liebe zu geben haben. Die Tierschützerinnen betreuen die 70 Katzen nach besten Kräften, aber jede Katze ist eine unter vielen und sie entbehren natürlich Zuwendung.
Anton, Feliz und Harvey sind positiv auf FIV getestet:
Ray ist ebenfalls auf FIV positiv getestet, Mira und Mota positiv auf FelV:

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass durch diesen Bericht auch ein paar dieser Katzen eine Chance bekommt. Das THV-Team klärt auch gerne auf, was die Adoption einer positiv getesteten Katze bedeutet. Bitte melden Sie sich einfach, wir informieren Sie sehr gerne!
Unsere Schnelligkeit kostet Leben...
Im Jahr 2007 berichteten wir vom Bau der Transrapid-Bahn in Barcelona. Es wurde der Boden ausgehoben, zementiert,... Erst einmal spricht da nichts dagegen, wäre nicht genau an dieser Stelle eine der größten Katzenkolonien gewesen. Aber das war den Bauherren egal, sie begannen zu zementieren, wo Katzenmütter ihre Katzenkinder hüteten, Katzengruppen Futterplätze hatten und sich in Sicherheit fühlten. Nachbarn schlossen sich zusammen und starteten europaweite Kampagnen. Diese bleiben nicht ungehört, auch wir berichteten und halfen so gut wir konnten.
Durch massiven Druck auf Politiker durch die Tierschützerinnen vor Ort und durch viele Tierschutz-Organisationen aus anderen Ländern konnte erreicht werden, dass ein Gelände für diese Katzen bereit gestellt wurde, und die Tierschützerinnen begannen in kürzester Zeit mit den Evakuierungen. 250 Katzen konnten dadurch vor den Schienen gerettet werden, 250 gerettete Leben!!!!
Wir wollten diesen Ort der Zuflucht besuchen. Das Gelände, das den Kolleginnen zur Verfügung gestellt wurde, erscheint zunächst optimal. Liebevoll haben die Katzen-Schützerinnen Häuschen zum Verstecken gestaltet, Spielmöglichkeiten und Höhlen geschaffen, ausreichend Futterplätze und schattige Plätze bereit gestellt.

Es ist eingezäunt und sogar mit einem Netz überdacht, denn gleich daneben führt die Autobahn vorbei! Und da sind wir beim Grundproblem: Der Lärm! Als ich daran denke, dass die Katzen diesen Lärm sechs Mal so laut hören wie wir Menschen, war es sofort vorbei mit der Euphorie.
Die Kolleginnen versuchen möglichst alle zutraulichen Katzen zu vermitteln. Ein aufwendiges Verfahren. Denn nicht jede Katze, die an ihrem angestammten Futterplatz zutraulich wirkt, ist es dann auch in einer Wohnung, so nah bei ihr fremden Menschen. Deshalb werden alle vermeintlich zutraulichen Katzen nach und nach an Pflegeplätze bei Tierschützerinnen gegeben, um sie dann in dieser Situation kennen zu lernen. Erst dann wird ein Zuhause gesucht. Denn so schön die Kolonie ist, es ist kein Ort auf Dauer, der Lärm verursacht den Tieren ungeheuren Stress!
Wir fahren im Anschluss zu einer der privaten Pflegestellen. Das ganze Haus ist katzengerecht gestaltet und die Tiere werden versorgt. Hier finden auch die Katzenmütter, die aus finanzieller Not nicht mehr rechtzeitig in der kurzen Zeit seit Projektbeginn kastriert werden konnten, mit ihren Kindern einen Ort der Sicherheit!

Endstation oder Aussicht....
Wir fahren zu einer Tötungsstation in der Nähe Barcelonas. Ich war schon mehrmals da, kenne den Ort, weiß was auf mich zukommt. Sandra Danner und Sandra Klein sehen das erste Mal ein Tötungslager. Wir machen dort Stopp, um Hunde und Katzen für unsere und die Homepage befreundeter Organisationen zu fotografieren und zu filmen, denn nur dies ist ihre Chance rechtzeitig raus zu kommen!
In kleinen Zwingern sitzen viel zu viel Hunde und dies oft schon sehr lange. Es handelt sich um eine Tötungsstation, die bereit ist, mit Tierschützerinnen zusammen zu arbeiten. Die Tiere werden geimpft und mit einem Mindestmaß tierärztlich versorgt. Für ein Tötungslager enorm, für uns "Besucherinnen" immer wieder ...ich finde kein Wort! Während die beiden Sandras sich schockiert umsehen und die Hunde halten, beginne ich zu filmen und zu fotografieren. Wie immer handele ich in solchen Situation wie ein Roboter, versuche in der kurzen Zeit möglichst viele Tiere auf den Film zu bekommen, denn anders steht es nicht in unserer Macht zu helfen.
Wir finden in einem Zwinger Lusy, die seit fünf Jahren hier darauf wartet raus zu kommen!!!!

Wir sind überglücklich, Lusy sagen zu können, dass noch am selben Tag dies alles vorbei sein wird und eine Pflegemama in Deutschland auf sie wartet. Bis vor zwei Tagen hatte Lusy einen Freund hier, der die Jahre mit ihr im Zwinger saß. Er hatte auch schon die Fahrtkarte in der Tasche, ich hatte vor unserer Fahrt zugesagt, ihn mit zu mir zu nehmen. Er war vor zwei Tagen gestorben und es trifft mich wie ein Schlag in die Magengrube, dass ich zu spät gekommen bin, zu spät um ihm all das von der Welt und dem Leben zu zeigen, was ich allen meinen Pflegehunden zeige. Es ist so unendlich unfair, warum bekam er diese Chance nicht?
Ich reiße mich zusammen und fotografiere weiter. Felix, einen in Bayern als nicht erlaubt geführten Listenhund. Toti, einen alten blinden Hund, den die Situation völlig überfordert und der sich beim Filmen einfach ergeben an Sandra lehnt. Wieder möchte ich schreien, filme und fotografiere aber weiter. Zwei Bretonen, die so unglücklich aussehen. Ein alter Schäferhund, dem nicht mehr viel Zeit bleibt!

Dieta, die die Streicheleinheiten genießt, als würde sie jede Sekunde in sich aufsaugen wollen.

Werden es diese Hunde rechtzeitig raus schaffen?
Wenn Sie einem dieser Hunde ein Zuhause geben möchten, melden Sie sich bitte ganz schnell bei dem Verein www.tiere-in-spanien.de , die die Vermittlung der genannten Hunde übernommen haben.
Und während wir die Zwinger abgehen, sehen wir die vielen Hunde, die hier in „Urlaubspension“ sind. Sie haben richtig gelesen!!! Es bringen Menschen ihre Hunde dorthin, während sie URLAUB machen. Schade, dass ich keinen treffe, ich würde so gerne meine Wut loswerden....
Und dann die Hunde der Besitzerin der Perrera, die sie stolz dort hält und mit ihnen züchtet, um Geld zu verdienen. Retriever, Pinscher, Shi Tzu,....
Was ist das für eine verquere Welt ohne Verstand und Herz?
Wir laufen weiter und bekommen eine kleine Wellblechhütte gezeigt. Dort befinden sich die Katzen der Tötungsstation. Im ersten Minikäfig sitzt Victor, ein rot-weißer Kater, der so dringlich auf sich aufmerksam macht. Ich frage sofort, ob er fertig geimpft sei (aufgrund der Urlaubspension müssen alle Tiere in der Perrera geimpft werden!). Leider erfüllt er noch nicht die vorgeschriebenen Impfzeiten und es bricht mir das Herz, ihn dort lassen zu müssen. Entscheidungen wie diese sind mehr als hart und Victors Augen verfolgen mich bis jetzt, während ich all das tippe. Victor, halt durch, wir warten hier schon so sehr auf Dich!
Dann werden uns die drei Katzen gezeigt, die am Abend mit uns nach Deutschland reisen sollen. Wir erfahren, dass sie seit fünf Monaten in diesen kleinen Käfigen sitzen. Sandra Danner schnappt nach Luft und ich sehe, dass sie kurz davor ist, in Schluchzen auszubrechen. In Sandra Kleins Augen ist nur noch blanke Wut. Momente wie diese sind schwer! Denn es gibt wenige Betreiber von Tötungslagern, die bereit sind, mit Tierschützerinnen zusammen zu arbeiten, die die Tiere impfen und alle Einreisebestimmungen erledigen, die sich selbst eine Besserung wünschen und nicht töten möchten, die Tiere zum Flughafen bringen, etc. Und gleichzeitig sehen sie über Monate solch eine Qual, nehmen es gelassen und werden nicht aktiv, wie wir uns das vorstellen und wie es der Situation angemessen wäre.
Als ich meinen Blick wieder den Katzen zuwende, wird mir noch elender. Zwei der Katzen erscheinen sehr apathisch. Ich nehme sie aus dem Käfig, sie können kaum stehen, sie sind völlig dehydriert.

In meinem Kopf dreht sich alles und ich bringe es kaum heraus zu sagen, dass diese Katzen nicht mitfahren dürfen. Ich bitte darum, dass beide sofort in eine Klinik gebracht und tierärztlich versorgt werden, was Diskussionen mit der Betreiberin zur Folge hat, die die Katzen heute mit uns nach Deutschland schicken wollte. Die Katzen sind aber in einem Zustand, in dem sie die Strapazen der Reise niemals überstehen würden und ich bleibe bei meiner Bitte und werde vehementer.
Katzen in der Perrera - MyVideo
Sandra zischt mich an, dass wir die Katzen nicht dalassen können, dass sie Hilfe brauchen und hier raus müssen. Ich versuche irgendwie klar zu denken und bleibe bei einer Entscheidung, die so unendlich schwer ist! Nur eine der drei Katzen darf mitfahren, sie ist reisefertig und stabil.
Ich glaube, das war eine der schwersten Entscheidungen die ich je traf!
Und irgendwann überwiegt nur noch Wut....
Zusammen mit der Betreiberin besuchen wir das Gelände hinter der Perrera, wo ein Züchter seine Tiere hält. Und nun kommt der Hohn des Hohns! Dieser Mann kauft Hunde und Katzen in der Tschechei, um sie hier weiter zu verkaufen und mit ihnen zu züchten!!!! Ich war schon einmal hier und beobachte Sandra Danner und Sandra Klein, wie sie diesen Ort aufnehmen. Ich denke, an dieser Stelle ist der Zeitpunkt, wo jemand völlig aus der Fassung ist, der das erste Mal so eine Reise mitmacht. Es herrscht Stille und die Gesichter sind langsam nur noch leer, denn es ist kaum zu begreifen und zu fassen.
Wir kommen an einen Zwinger, in dem der Züchter Perserkatzen unter schlimmsten Bedingungen hält. Wir erfahren, dass die Babys der Katzen immer sofort sterben, da die Bedingungen zu hart sind, aber dieser Mann „versucht es trotzdem weiter“.
Alles ist voller Flöhe, die Tiere kratzen sich ohne Unterlass, das Katzenklo ist voll mit Kot. Ich will Aufnahmen dieser Situation, gehe in den Zwinger und fotografiere.

Einen Moment denke ich daran, zu tun was jeder Mensch, der ein Herz im Leib hat, gerne tun würde. Aber es geht nicht, diese Tiere sind nicht geimpft, erfüllen keinerlei Einreisebestimmungen und ich würde sofort angezeigt, der Züchter hätte am nächsten Tag „Ersatz“. Also schließe ich den Zwinger wieder hinter mir und habe das Gefühl, die Katzen im Stich zu lassen. Inzwischen ist mir nur noch schlecht....
Wir gehen weiter, sehen in den Zwingern die Hunde, die kein Essen haben, das Wasser ist eine einzige Drecksammlung. Die Hunde werden nur alle paar Tage gefüttert, sind dann so hungrig, dass sie aufeinander losgehen und sich gegenseitig dann verletzen oder gar töten, um an Futter zu kommen.

Wir kommen an einen Zwinger, in dem der Mann Retriever hält. Eine Hündin sieht krank aus, scheint im Rudel die Rangniedrigste zu sein, Sie wirkt, als hätte sie mit ihrem Leben abgeschlossen, lässt alles über sich ergehen, wehrt sich nicht. Sie zeigt so wenige Reaktionen, dass wir uns nicht sicher sind, ob sie blind ist. Im Geiste nenne ich sie Mabel, sie strahlt so eine unendliche Liebenswürdigkeit aus. Auch sie lasse ich zurück und habe das Gefühl, dass meine Reise keinen Wert hat, wenn so viele in Not bleiben müssen und ich nicht helfe.
Auf der Rückfahrt ist im Auto Stille, meine eigene Hündin, die im Auto auf uns wartete, ist ebenfalls sehr still....Was hat sie wohl von dem Gebell der Hunde verstanden, was weiß sie nun von diesem Ort? Ich nehme sie fest in den Arm und verspreche ihr, dass wir noch viele ihrer Artgenossen hier raus holen werden! Sie schleckt mir sofort über das Gesicht und sieht mich lange an.....Ich schäme mich vor ihr für uns Menschen....
Womit haben wir eigentlich noch die Liebe verdient, die unsere Tiere uns entgegen bringen? Warum glauben wir, das Recht zu haben, so mit ihnen umzugehen? Glauben manche, ihre Leben seien weniger wert als unsere?
Und manchmal braucht es nur einen kleinen Schritt...
Wir fahren zurück in die Wohnung, in der wir schlafen durften. Wir packen und die Gedanken rasen durch meinen Kopf. Mir fällt Meggie wieder ein, die scheue Podenca, deren Blick mich immer noch verfolgt. Podencas sind in Deutschland schwer zu vermitteln, scheue Hunde sowieso. Und ich mit meiner mangelnden Zeit und eigentlich wollte ich doch mal kürzer treten. Aber ich erinnere mich so sehr an ihren Blick ... ich nehme das Handy, rufe Mónica an und sage ihr, dass ich Meggie gerne mitnehmen möchte. Sie kann es kaum fassen, warnt mich noch, dass Meggie sicher kein „leichter Fall“ ist. Aber ich bleibe dabei und wir beginnen beide glücklich zu lachen.
Abfahrt...
Wir machen uns auf zum Treffpunkt, wo alle Tiere, die ihre Fahrtkarte nach Deutschland in der Tasche haben, einsteigen dürfen.
Der Treffpunkt ist in der HuPe, der Hundeauffang-Station, wo alle unsere Hunde aus den Tötungslagern, beispielsweise aus Pamplona, für ihre Ausreise fertig gemacht werden. Ich freue mich schon sehr auf die HuPe, denn ich weiß, dass dort unsere Xenia wartet. Als wir ankommen, besuchen wir sie gleich. Sie freut sich total über Besuch und macht Faxen. Sie versteckt sich hinter der kleinen Mauer in ihrem Zwinger und springt dann lachend hervor, während ich mich total erschrecke. :-) Die Dame hat echt Humor und freut sich, als wir sie zu einem Foto-Shooting mit aus dem Zwinger nehmen.

Als wir zurück zum Auto kommen, waren bereits die Katzen-Schützerinnen in mehreren Autos auf das Gelände gefahren. Sie bringen die vielen Katzen mit, die sie in Massen aus der fensterlosen Wohnung gerettet hatten. Wir übergeben die vielen Spenden, die wir für die Katzen-Auffangstation noch im Auto haben.

Und dann vor allem die Geschenk-Körbe an die anwesenden TierschützerInnen. Es herrscht eine unendliche Überraschung. Sie sind es nicht gewohnt, Dank zu bekommen, und in dem Moment sehe ich, wie wichtig mein Aufruf war, um Geschenke für diese engagierten Menschen zu bitten! Sie verabschieden sich, viele Tränen fließen, es ist nicht leicht, die Tiere, die man aufpäppelte, gehen zu lassen, ohne ihr neues Zuhause zu kennen....

Rosa Castaner, eine Tierschützerin, bringt die Hündin Elsa, in die ich mich bei meinem letzten Besuch verliebt hatte. Sie darf mit uns fahren und wird in einem kleinen Tierheim in Deutschland auf ein Zuhause warten dürfen. Nach über einem Jahr verlässt sie ihren kleinen Zwinger! Ich bin so froh, denn ich habe das Versprechen, das ich Elsa im Januar gab, damit eingehalten!
Ich erzähle Rosa von der kranken Retrieverhündin bei diesem „Tierhändler“ und sie verspricht mir, alle Hebel in Bewegung zu setzen, sie raus zu holen und mir nachzuschicken. Sie erzählt, dass die beiden Katzen aus dem Tötungslager auch bereits raus und tierärztlich versorgt sind. Auch sie werden nachgeschickt. Ich bin über diese Nachrichten sehr erleichtert. Rosa zeigt mir einen Hund, der eben an der Strasse gefunden wurde. Er ist so wahnsinnig dünn, kann kaum laufen und seine Augen zeigen Trauer und Orientierungslosigkeit.
Ich kann kaum hinsehen, ich fühle mich in seinen Augen als zur Gattung Mensch gehörig klein, wertlos und peinlich... Warum glauben wir, das Recht zu haben, so etwas zu tun???
All das ist zu viel und ich nehme sie unter Tränen in den Arm und danke ihr für alles, was sie hier tut! Wenn Sie mehr über Rosa Castaner und ihre Arbeit wissen möchten, finden Sie hier weitere Eindrücke unter www.animalssensesostre.org

Die letzten Vorbereitungen laufen. Alle Tiere bekommen Wassernäpfe in die Boxen, alle Näpfe werden nochmals mit Wasser aufgefüllt, alle Boxen werden verzurrt, ein letzter prüfender Blick und wir schließen die Türen.
Dann fahren wir los.......
Während der Fahrt werden wir zweimal kontrolliert, man will die Papiere sehen und wissen, wohin unsere Schützlinge fahren. Wir erzählen von unserer Tierschutzarbeit und man wünscht uns beide Male eine gute Weiterfahrt.
Als wir über die deutsche Grenze fahren, werden alle telefonisch informiert, dass wir nicht mehr weit entfernt sind. Sylvia Enders erzählt mir vor Aufregung gleich mehrfach, dass sie schon vegetarische Pizza für uns vorbereitet hat. :-) Ich rufe Andreas Seufert, meinen Lebensgefährten, an und erzähle ihm von Meggie. Er hört eine Weile zu und fragt dann: „Du hast sie nicht etwa schon mit im Auto?“ Doch! :-)))))))))) Er lacht und verspricht, uns dann am Treffpunkt abzuholen
Wir sind wieder da, nach nur vier Tagen und doch kam es uns so lange vor....
Als wir auf das Gelände fahren, wo alle Adoptanten, Pflegestellen, das THV-Team und die anderen Tierschutzorgas, deren Schützlinge wir mit im Auto haben, warten, denke ich nur noch: "Angekommen, herzlich Willkommen an alle Vierbeiner, jetzt beginnt das versprochene Happy-End!"
Dann beginnt das Ausladen, die Tieren werden sofort versorgt, Familien empfangen ihr neues Familienmitglied und ich sehe nach Meggie, die still in ihrer Box auf das wartet, was das Leben nun bringen wird! :-)
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Dankeschön....
Ich möchte allen Menschen, die diese Fahrt organisiert und begleitet haben, danken, ich möchte den vielen Tierfreunden, die Sachspenden für die Tiere in Spanien schickten, mit diesem Bericht die unglaubliche Freude der Vier- und Zweibeiner übermitteln, den Pflegestellen für ihr Engagement danken, den Adoptanten, die vielen Tiere den Einzug direkt in ein neues Zuhause ermöglichten, danken und dann möchte ich mich aus tiefsten Herzen bei den Kolleginnen in Spanien bedanken, die für unsere Übernachtung sorgten, uns ihre wertvolle Zeit opferten, so viele Fragen beantwortet haben und deren Herzlichkeit mich tief berührt hat. Ohne Euch gäbe es diese Fahrten nicht, denn ohne Euch könnten wir von hier aus gar nichts ausrichten!
DANKE!!!!!!!!!!!!!!
Tina Hamp
