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FIVBericht einer Adoptantin
Nachfolgend ein kleiner Erfahrungsbericht von Claudia Wildfuchs, die zwei „FIV-Katzen” von uns adoptierte. Wir hoffen, dies macht mehr Leuten Mut, einer Katze mit positivem FIV-Test eine Chance auf ein schönes Zuhause zu geben.

Ray Anton Harvey
MAE & MEL
Der einzig sichere Platz auf dieser Welt schien für Mae zunächst einmal der hinterste Winkel unter meinem Bett. Verschreckt und übergewichtig kam sie letztes Jahr kurz nach Weihnachten zu mir. Schwer vermittelbar stand der eigentlich zierlich gebauten Tigerkatze ins Gesicht geschrieben. Bei den Routineuntersuchungen, als sie aus der spanischen Tötungsstation nach Deutschland kam, wurde bei ihr FIV (Felines Immundefizienz-Virus) diagnostiziert.
Unglücklicher Weise hat dieser Immunschwäche-Virus den Namen Katzen-Aids erhalten. Ähnlich wie die betroffenen Menschen erfahren auch die Katzen eine enorme Stigmatisierung, die Unwissenheit lässt die wildesten Spekulationen zu.
Der Virus ist zwischen Katzen übertragbar, nicht auf den Menschen. FIV bedeutet zunächst nur, dass der Virus festgestellt wurde, nicht jedoch dass er ausgebrochen ist und die Katzen an einer akuten Krankheit leiden.
Bislang hat Mae keinerlei gesundheitliche Probleme, im Gegenteil sie wirkt sehr robust. Sie hat stark abgenommen, etwas beleibt ist sie immer noch, da sich ihre sportlichen Betätigungen vor allem aufs Rennen zum Futternapf beschränken. Am liebsten thront sie wie eine spanische Königin auf ihrem Sessel und denkt über die Welt nach oder lässt sich streicheln.
Ein halbes Jahr später rief Frau Enders von der Tierhilfe an, um sich nach Mae zu erkundigen. Nebenbei erwähnte sie eine andere FIV-Katze, die dringend einen Platz suchte. Ich wiegelte ab, Mae braucht Ruhe, keinen Stress, schließlich ist sie ja eine FIV-Katze.
Nach dem Telefonat schien mir Mae etwas sagen zu wollen, die folgenden Tage veranstaltete sie ein ziemliches Theater, markierte mit deutlichem Missfallen mein Kopfkissen und schaute höchst unzufrieden. Ich wünschte die Katze könnte reden. Schließlich dachte ich, dass die zweite FIV-Katze doch eine schöne Abwechslung sein könnte und prompt hörte Maes Theater auf. Melissa, eine zauberhafte Siammix-Katze kam zu uns und fühlte sich vom ersten Moment an zu Hause. Im Gegensatz zu Mae fegt sie durch die Wohnung und spielt mit allem, was sich bewegen lässt. Auch sie hat bislang keinerlei Probleme bereitet. Maes anfängliches Knurren als die zweite Katze in ihr Revier kam, hat sich völlig gelegt; mittlerweile schlafen die beiden eng aneinandergekuschelt und Mae hat Melissa ein paar Jagdübungen mit Stoffmäusen abgeschaut.
FIV-Katzen dürfen wegen der Ansteckungsgefahr nicht ins Freie. Das kam mir allerdings insofern entgegen, als ich in einer Wohnung in München im dritten Stock wohne, und es kaum möglich wäre die Tiere ins Freie zu lassen. So blieb mir das ständig schlechte Gewissen, die Katzen nur in der Wohnung zu halten, erspart.
Falls der Virus ausbrechen sollte (was nicht der Fall sein muss) und die Katzen eine weniger hohe Lebenserwartung haben sollten als normale Katzen, würde ich keinen Tag missen wollen den die beiden da sind.
Claudia Wildfuchs, Februar 2008

Nato Feliz
