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Tami und Talio - meine Pflegekinder
Zwei Geschenke des Himmels

Jeder, der Mutter ist oder war, weiß wie es ist, wenn Kinder aufwachsen.
Ich weiß es auch, denn ich bin ein Kind.
Wenn man noch in den Kindergarten geht, dann möchte man am liebsten immer bei seiner Mutter sein, wenn man auch schon aufhören musste ihre Milch zu trinken. Es ist ok, wenn man mal ohne sie ist, ich meine immerhin, 4 oder 5 Jahre alt, das ist ja schon ein Alter.
Dann kommt man in die Schule. Man ist wahnsinnig stolz darauf endlich ein bisschen selbstständiger zu sein. Aber man kommt doch wieder ab und zu zum Kuscheln zu seiner Mutter und sie ist doch jemand, dem man vieles erzählt. Auch wenn man das natürlich nicht so gerne öffentlich zugibt.
Wenn man dann in die Pubertät kommt, dann ist es erst mal total uncool irgendetwas mit seiner Mutter zu machen. Man ist schnell gereizt, auch wenn man meistens gar nicht so weiß warum und als Mutter macht man eigentlich immer alles falsch.
Irgendwann ist dann auch diese Zeit zu Ende, man versteht sich wieder besser mit ihr, ist erwachsen genug um Kompromisse zu schließen und zu verhandeln.
Und dann, ja dann zieht man aus. Sagt seinen Eltern auf Wiedersehen und tut das vielleicht auch, vielleicht auch nicht.
Ich hab zwar erst einen Teil von dieser Zeit durchlebt, aber ich bin trotzdem schon Mutter. Ersatzmutter. Ersatzmutter von zwei Katzenkindern, von Tami und Talio.
Die beiden haben schon sehr früh ihre richtige Mutter verloren und sind dann hierher gekommen. Hier habe ich sie kennen gelernt. Ich würde nicht sagen, dass wir drei sofort ein Herz und eine Seele waren, aber nach einer Zeit, glaub ich, haben sie mich als Mutter adoptiert. Ihre echte Mutter haben sie ja kaum gekannt und ich schein genauso zu taugen.
Immer wenn ich kam, fingen sie an zu schnurren und vor allem Talio ist immer sofort auf meinen Schoß gesprungen, wenn ich gekommen bin und hat meine Kleidung abgeschleckt. Dann kann man ihn nicht mehr so schnell von mir loskriegen, das genießt er total!
Tami setzt sich lieber einfach so neben mich und wird von mir gestreichelt. Sie ist etwas ruhiger.

Mittlerweile sind sie älter geworden. Noch nicht ganz erwachsen, ich würde sagen vergleichbar mit unserer Pubertät. Natürlich kommen sie schon immer mal wieder gern um sich Streicheleinheiten abzuholen, spielen auch noch ganz gern mit mir, sind aber wegen Kleinigkeiten so schnell beleidigt!
Vor allem seit Nayana und Minou da sind. Natürlich wollen die Neuankömmlinge auch gestreichelt werden und ich will auch mit ihnen spielen. Bis jetzt waren Tami und Talio immer die „Kleinen“ und plötzlich tauchen da zwei auf, die noch kleiner sind! Ich hab meine beiden “Großen“ natürlich total lieb und ich hab auch kein Problem damit übergangsweise vier Kinder zu haben. Aber Tami und Talio haben mir am Tag ihrer Ankunft nicht mal einen Blick geschenkt. Mittlerweile haben sie mir wieder verziehen.
Die beiden sind so ein gutes Beispiel dafür, wie ähnlich Katzen eigentlich den Menschen sind. Ich werde zwar furchtbar traurig sein, wenn sie gehen, aber jedes Kind zieht einmal aus und muss seinen eigenen Weg gehen.
Die beiden haben mein Leben so erhellt und ich bin sehr froh, dass ich sie kennen lernen konnte. Zwei ganz besondere Katzen, zwei Katzen die obwohl sie beide schwarz sind so viel Licht in die Welt bringen, in mein Herz gebracht haben und in das vieler anderer.
Ihre Rike ![]()
THV-Jugendgruppe
