Tierhilfe Verbindet e.V.


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Brief einer Patin

Zeilen einer Patin



Vor einigen Monaten entdeckten mein Freund und ich Mabel auf der Notfallseite des ZERGportals im Internet. Mabel und drei weitere Golden-Retriever-Hündinnen hatten jahrelang bei einem üblen Vermehrer – der Begriff „Züchter“ verbietet sich hier von selbst – in Spanien ihr Leben unter schlimmsten Bedingungen gefristet, ihre einzige Aufgabe war es, so viele Welpen wie möglich auf die Welt zu bringen. Mabel war die Schwächste von ihnen, hatte Mammatumore und war zu allem noch mit Leishmaniose infiziert.

 

 

Als ich Mabel auf dem Foto sah und ihre Beschreibung las, war es um mich geschehen. Dieser besondere Moment, in dem man spürt, dass einem ein Tier ohne Umschweife direkt ins Herz wandert. Leider hatten wir keine Möglichkeit, Mabel als Pflege- oder Endfamilie ein Zuhause zu bieten. Auf der Internetseite des THV e.V. aber lasen wir folgende Zeilen: „Bei einer Patenschaft geht es nicht nur um einen finanziellen Beitrag, um das Retten dieser Tiere weiter zu ermöglichen, denn durch die Schutzgebühren wird oft nur ein Teil der Kosten gedeckt. Es geht auch darum, dass diese Tiere wieder einem Menschen wichtig sind, jemand Anteil an ihrem Schicksal nimmt und sich für ihre Zukunft mit verantwortlich erklärt.“ Und so wurden mein Freund und ich eine von Mabels Paten.
Wir hofften so sehr, dass sich bald eine Pflegestelle für Mabel finden würde, denn wir sorgten uns um die kleine Maus, die zu diesem Zeitpunkt noch immer in Spanien war. Und durch einen Glücksfall klappte es: Mabel wurde Pflegling bei Tina Hamp, ihrem Lebensgefährten und ihren vierbeinigen Familienmitgliedern. Tina berichtete im Forum in kurzen Abständen von Mabel, jeden Eintrag lasen wir, anfangs mit Tränen der Traurigkeit, dann der Freude in den Augen. In den ersten Tagen war Mabel in einer Art Schockzustand, konnte die große Veränderung in ihrem Leben gar nicht verkraften. Aber in ihrer Pflegestelle kümmerten sich alle – auch die Vierbeiner – so wunderbar um sie, dass Mabel innerhalb weniger Tage Vertrauen fasste und begann, ihr Leben tapfer in die eigenen Pfoten zu nehmen. Wir waren so stolz auf die kleine Zaubermaus!

 

 

Leider machte Mabels gesundheitlicher Zustand – ihr Leishmaniose-Titer – jegliche Vermittlungsansätze stets wieder zunichte. Offenbar bestehen in Bezug auf diese Krankheit nach wie vor viele Unklarheiten und Unsicherheiten. Aber das Glück sollte erneut auf Mabels Seite sein und sie fand eine erfahrene und liebevolle Dauerpflegestelle. Mabel fühlt sich dort sehr wohl, ihre gesundheitliche Situation hat sich stark gebessert. Die kleine Mabel ist entschlossen, ihr neues Leben noch lange in den Pfoten zu behalten.

 

 

Wir sind und bleiben Paten für Mabel, solange sie lebt. Nachdem ein Individuum – das ich nicht einmal als „Mensch“ bezeichnen möchte – einen Großteil ihres Lebens all ihre Bedürfnisse missachtet hat, ihre Gesundheit ruiniert, sie ausgenutzt und missbraucht hat für seine eigenen Interessen, hat Mabel nun endlich eine eigene Familie, die sie liebt, ihre Bedürfnisse sichert und für sie Sorge trägt. Jeden Tag darf sie Gras unter den Pfoten spüren. In ihrem Leben gibt es keinen Hunger und Durst mehr, keinen Konkurrenzkampf mehr um ein bisschen Nahrung. Jeden Tag darf Mabel ihr Leben genießen. All das steht unserer Meinung nach jedem Hund (und natürlich auch jeder Katze und jedem anderen Haustier) zu.
Mabel hätte in Spanien sicher nur noch wenige Wochen zu leben gehabt und wäre dann weggeworfen worden wie ein Stück Material. Deshalb haben wir große Hochachtung vor der Arbeit von Tina und ihren Mitarbeitern. Nur weil es Menschen gibt, die ihre gesamte Freizeit und all ihre Energie für die Rettung der Tiere einsetzen, die nicht wegschauen und keinen Aufwand scheuen, gibt es solche Happy Ends wie das von der kleinen Mabel.

Eine Patin von Mabel  

 


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